17. Oktober 2021 / 15:28 Uhr

Dynamo Dresden kassiert 0:1-Heimniederlage gegen Nürnberg

Dynamo Dresden kassiert 0:1-Heimniederlage gegen Nürnberg

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Die SG Dynamo Dresden und Ransford-Yeboah Königsdörffer (re.) verlieren das Heimspiel gegen Nürnberg mit 0:1. © dpa
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Die Offensive der Schwarz-Gelben kommt gegen den Club lange nicht in Schwung und findet zum Schluss kein geeignetes Mittel.

Dresden. Dynamo Dresden hat sein Zweitliga-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg mit 0:1 (0:1) verloren. Am Sonntagnachmittag erzielte Tom Krauß (21.) vor 16.000 Zuschauern im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion das Tor des Tages für die weiterhin ungeschlagenen Franken. Gegen die beste Defensive der Liga fanden die Schwarz-Gelben trotz ordentlicher Schlussoffensive kein geeignetes Mittel.

Vorsichtiges Abtasten

Im Vergleich zur mit 0:3 verlorenen Partie beim FC St. Pauli vor zwei Wochen schickte Trainer Alexander Schmidt eine auf zwei Positionen veränderte Anfangsformation ins Rennen. Philipp Hosiner kam zu seinem ersten Startelf-Einsatz in dieser Saison und ersetzte Morris Schröter, der dafür auf der Bank Platz nahm. Für den verletzten Innenverteidiger Michael Akoto begann ein weiterer Debütant: Der junge Antonis Aidonis machte sein erstes Zweitliga-Spiel und seine erste Partie für Dynamo von Beginn an. Der etatmäßige Kapitän Sebastian Mai schmorte erneut nur auf der Bank, Yannick Stark trug die Binde.

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Die SG Dynamo Dresden kann seine Heimbilanz nicht verbessern und verliert die Partie gegen Nürnberg mit 0:1. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden kann seine Heimbilanz nicht verbessern und verliert die Partie gegen Nürnberg mit 0:1. ©

In der Anfangsviertelstunde neutralisierten sich beide Mannschaften im Mittelfeld, Torchancen waren Mangelware. Den ersten Torschuss für die Schwarz-Gelben gab Routinier Chris Löwe ab, dessen direkter Freistoß aus etwa 30 Metern aufs rechte Eck vor der Linie aufsetzte, aber für Schlussmann Christian Matthenia kein Problem war (15.). Unmittelbar zuvor hatte sich Geis nach Foul an Königsdörffer die Gelbe Karte geholt.

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Langsames und chancenarmes Spiel

Wenig später aber folgte die kalte Dusche für die Hausherren. Mit ihrer ersten echten Chance gingen die Franken gleich in Führung – weil Dynamo dem Gegner zu viel Raum ließ. Der freigespielte Tim Handwerker schlug eine perfekte Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Tom Krauß lauerte und aus sieben Metern Torentfernung volley abzog. Shuranov blockierte den Laufweg von Aidonis, der dadurch den entscheidenden Moment zu spät kam. Auch Torwart Kevin Broll und der auf die Linie zurückgeeilte Michael Sollbauer konnten nicht mehr eingreifen – 0:1 aus Dresdner Sicht (21.).

Danach lief die Begegnung wieder ähnlich wie zuvor – wenig Torannäherungen, kaum Hochgeschwindigkeitsfußball. Die disziplinierten Defensivreihen beider Teams beherrschten das Geschehen, vorn war nur selten ein Durchkommen, auch weil es an Bereitschaft zum Risiko mangelte. Besonders den Gastgebern fehlte in der Offensive die Durchschlagskraft und vor allem die Präzision. Handwerkers Schuss ging am Tor vorbei (33.), auf der Gegenseite kam Heinz Mörschels Abschluss aus der Distanz zu zentral und wurde zur Beute von Mathenia (36.). Da die Sportgemeinschaft auch weniger Zweikämpfe gewann, ging sie zur Pause nicht ganz unverdient mit dem knappen Rückstand in die Kabinen.

VAR meldet sich nicht

Hosiner hatte dann schon Feierabend, für ihn kam mit Beginn der zweiten Halbzeit Luca Herrmann in die Partie – und damit elf Wochen nach seinem letzten Einsatz zum Pflichtspiel-Comeback nach überstandener Knieprellung. Nach 47 Minuten tauchte dann Dynamo wieder gefährlich vorm Tor auf. Königsdörffer hatte Chris Löwes Flanke verlängert, doch Handwerker war kurz vorm einschussbereiten Daferner am Ball und klärte. Beim nächsten Nürnberger Angriff fuhr Robin Becker Tim Handwerker in die Parade und sah dafür Gelb – den direkten Freistoß von Johannes Geis lenkte Broll über sein Tor (49.).


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(1) Kevin Broll: Dynamos Schlussmann musste das erste Mal in der 12. Minute einen Ball halten, doch der Versuch von Lukas Schleimer war harmlos, kein Problem für „Brollo“. Beim 0:1 war es schwer, den Ball von Tom Krauß zu parieren. Zu frei kam der Nürnberger zum Schuss. Vor der Pause wurde er nicht weiter gefordert, dafür musste er nach Wiederbeginn den Freistoß von Johannes Geis über die Latte lenken (50.). Später hatte er Ruhe, aber das mag ihm angesichts der Niederlage kaum gefallen haben. Note 3 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Dynamos Schlussmann musste das erste Mal in der 12. Minute einen Ball halten, doch der Versuch von Lukas Schleimer war harmlos, kein Problem für „Brollo“. Beim 0:1 war es schwer, den Ball von Tom Krauß zu parieren. Zu frei kam der Nürnberger zum Schuss. Vor der Pause wurde er nicht weiter gefordert, dafür musste er nach Wiederbeginn den Freistoß von Johannes Geis über die Latte lenken (50.). Später hatte er Ruhe, aber das mag ihm angesichts der Niederlage kaum gefallen haben. Note 3 ©

Auch in diesem Durchgang tat sich Dynamo schwer, sich bis ganz nach vorn durchzukombinieren. So probierte es Mörschel erneut aus etwas weiterer Entfernung – Mathenia klärte zur Ecke (59.). Kurz darauf dann Glück für den Club, als Schiedsrichter Marco Fritz nach Schindlers Foul an Königsdörffer kurz vor der Strafraumgrenze nur die Gelbe Karte zückte (62.). Die Dresdner hatten eine Notbremse gesehen und einen Platzverweis gefordert. Fritz aber meinte, Valentini hätte noch eingreifen können. Eine grenzwertige Entscheidung, aber im Ermessensspielraum des Unparteiischen – der Videoassistent blieb stumm.

Angriff um Angriff

Die SGD blieb am Drücker. Eine schöne Herrmann-Flanke versuchte Königsdörffer zu verwerten, doch das war technisch schwierig und er bekam den Ball nicht aufs Tor (68.). Nun kam Schröter für Kade (70.) und fügte sich gleich mit einem schönen Pass auf Mörschel ein, doch der verzog knapp (74.). Es war bis dato die beste Dresdner Torchance. In der 76. Minute wurde für Becker dann auch Sebastian Mai eingewechselt – als Stürmer! Nur zwei Minuten später erneut eine gute Möglichkeit für die Hausherren, doch auch Daferners Kopfball nach Löwe-Ecke ging knapp links am Kasten vorbei.

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Robert Klauß (Trainer 1. FC Nürnberg): Wir sind sehr froh und glücklich über den Auswärtssieg. Wir wussten, dass es schwer wird, Dresden hat eine sehr gute Heimbilanz. Ich glaube, heute haben wir zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. In der ersten Halbzeit konnten wir unsere Sachen sehr gut auf den Platz bringen, haben das Tor gut herausgespielt. Wir wollten nach der Halbzeitpause genau so weiterspielen, haben es aber den Moment verpasst, den Deckel draufzumachen. Aber wir haben gewonnen, das ist uns auswärts zuvor noch nicht gelungen. Zur Galerie
Robert Klauß (Trainer 1. FC Nürnberg): "Wir sind sehr froh und glücklich über den Auswärtssieg. Wir wussten, dass es schwer wird, Dresden hat eine sehr gute Heimbilanz. Ich glaube, heute haben wir zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. In der ersten Halbzeit konnten wir unsere Sachen sehr gut auf den Platz bringen, haben das Tor gut herausgespielt. Wir wollten nach der Halbzeitpause genau so weiterspielen, haben es aber den Moment verpasst, den Deckel draufzumachen. Aber wir haben gewonnen, das ist uns auswärts zuvor noch nicht gelungen." ©

Für die letzten zehn Minuten brachte Trainer Schmidt noch Diawusie und nahm Königsdörffer raus. Kaum noch Entlastung für den FCN – Dynamo drängte und fuhr Angriff um Angriff, aber weiterhin mangelte es zu oft an der Genauigkeit. Die SGD kassierte damit die fünfte Niederlage in den vergangenen sechs Spielen. Der Club bleibt ungeschlagen und feiert seinen ersten Auswärtssieg. Für die Dresdner geht es am nächsten Sonnabend mit dem schweren Spiel bei Bundesliga-Absteiger Schalke 04 weiter.