13. März 2021 / 16:02 Uhr

Dynamo Dresden kommt gegen Saarbrücken nicht über ein 1:1 hinaus

Dynamo Dresden kommt gegen Saarbrücken nicht über ein 1:1 hinaus

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
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Punkteteilung am Samstagnachmittag: Dynamo Dresden trennt sich in einer umkämpften Partie 1:1 von Saarbrücken. © Manig
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Der Drittliga-Spitzenreiter aus Dresden enttäuscht in der ersten Halbzeit und wacht erst spät auf - doch am Ende müssen die Sachsen gegen die Gäste aus Saarbrücken mit nur einem Punkt leben.

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Dresden. Drittliga-Tabellenführer Dynamo Dresden musste sich im Topspiel des 28. Spieltages gegen den Tabellenvierten 1. FC Saarbrücken mit einem Unentschieden begnügen. Beide Mannschaften trennten sich im leeren Harbig-Stadion nach einer insgesamt ausgeglichenen Partie 1:1 (0:0). Die Gäste waren in der ersten Hälfte besser, die Truppe von Trainer Markus Kauczinski in der zweiten. So ging das Remis in Ordnung, die Gastgeber können damit sicher besser leben als die Saarländer.

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Die Dresdner gingen die Partie mit jener Startformation an, die eine Woche zuvor beim 4:0 in Meppen früh die Fronten geklärt und rundum überzeugt hatte. Bei den Gästen fehlte ein wichtiger Mann: Nicklas Shipnoski musste zum dritten Mal in Folge wegen Adduktorenbeschwerden passen. Ein echtes Handicap für die Saarländer, ist der 23-Jährige mit elf Saisontoren und zehn Assists doch ihr Topscorer. Zudem hatte der im letzten Sommer aus Wiesbaden gekommene Mittelstürmer im Hinspiel das 1:1 markiert und den 2:1-Siegtreffer der Kwasniok-Elf vorbereitet.

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Die SG Dynamo Dresden und der 1. FC Saarbrücken trennen sich 1:1-Unentschieden. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden und der 1. FC Saarbrücken trennen sich 1:1-Unentschieden. ©

Die Westdeutschen ließen sich davon aber nicht entmutigen, spielten anfangs forsch auf und drückten Dynamo in deren Hälfte. Beinahe hätte es in der 7. Minute auch im Kasten der Hausherren geklingelt, als Julian Günther-Schmidt von rechts vor Sebastian Mai flankte, Sebastian Jacob aus Nahdistanz die Lattenunterkante traf. Dynamo-Keeper Kevin Broll konnte den Abpraller fangen, seine Mannschaft tief durchatmen.

Saarbrücken zunächst besser

„Saarbrücken ist eine mutige Mannschaft, die ihr Spiel durchsetzen will“, hatte SGD-Coach Kauczinski noch vor der Partie gesagt. Und damit hatte er richtig gelegen, denn die in Weiß spielenden Gäste von der Saar agierten an der Elbe aggressiv mit hohem Pressing. Dynamo kam damit schwer zurecht, verhielt sich im Vertrauen auf die stärkste Abwehr der Liga auch zu passiv. Wollte man etwa, dass sich die Saarbrücker müde laufen? Es sah fast so aus, denn hinten schob sich der Spitzenreiter die Bälle quer zu, Angriffe wurden schon im Entstehen abgebrochen, besonders Ransford-Yeboah Königsdörffer schien kein Vertrauen in seine Schnelligkeit (oder den glitschigen Boden?) zu haben.

Ab und an versuchten es die Abwehrspieler dann mit langen Bällen auf die Spitzen Philipp Hosiner und Christoph Daferner, doch fanden die Pässe ihr Ziel, war der Ball schnell wieder weg. Kam Dynamo ganz selten mal zum Schuss – wie im Fall von Julius Kade (32.) –, dann wurde der geblockt. Die Gäste hatten immerhin offensiv auch nicht mehr viel zu bieten, zogen sich nach einer halben Stunde etwas zurück. Dynamo konnte den nachlassenden Druck aber nicht nutzen, blieb ohne echte Torchance bis zur ersten Halbzeit. Hosiner musste in der Pause dann auch für seine Fehlpässe Buße tun und in de Kabine bleiben, für ihn kam Pascal Sohm.

Heiße Schlussphase

Und mit Beginn des zweiten Spielabschnitts wurde Dynamo aktiver, entwickelte mehr Zug zum Tor. Offenbar hatte Kauczinski beim Pausentee deutliche Worte gefunden, doch die erste Chance hatten die Gäste, als Jacobs Broll aus spitzen Winkel prüfte (55.). Daferner hätte im Gegenzug das Gleiche mit Daniel Batz machen können, hämmerte die Kugel aber freistehend in den K-Block (56.). Dann kam die kalte Dusche für die Schwarz-Gelben: Ex-Dynamo Tobias Jänicke schlug eine Ecke in die Mitte, wo Manuel Zeitz gleich drei lange Dynamos (Sebastian Mai, Tim Knipping und Heinz Mörschel) übersprang und das 1:0 für Saarbrücken köpfte (58.).

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(1) Kevin Broll: Der Stammkeeper der Schwarz-Gelben hatte Glück, dass der Schuss von Sebastian Jacobs nur an die Latte ging und Broll den Abpraller fangen konnte (7.). Halten musste der Mannheimer Bub sonst bis auf einen harmlosen Kopfball in der ersten Halbzeit nichts, dafür auf dem schlechten Boden viel mit dem Fuß mitspielen. Das machte er gut. Zur Stelle war er auch, als Jacob ihn prüfte (55.). Beim Gegentor von Manuel Zeitz hatte er keine Abwehrchance, der Ball ging direkt ins Eck (58.). Danach wurde er noch mal gefordert, als Minos Gouras Sebastian Mai entwischt war und abschließen konnte (80.). Note 2 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Der Stammkeeper der Schwarz-Gelben hatte Glück, dass der Schuss von Sebastian Jacobs nur an die Latte ging und Broll den Abpraller fangen konnte (7.). Halten musste der Mannheimer Bub sonst bis auf einen harmlosen Kopfball in der ersten Halbzeit nichts, dafür auf dem schlechten Boden viel mit dem Fuß mitspielen. Das machte er gut. Zur Stelle war er auch, als Jacob ihn prüfte (55.). Beim Gegentor von Manuel Zeitz hatte er keine Abwehrchance, der Ball ging direkt ins Eck (58.). Danach wurde er noch mal gefordert, als Minos Gouras Sebastian Mai entwischt war und abschließen konnte (80.). Note 2 ©

Lange freuen konnten sich die Gäste über die Führung aber nicht, denn Königsdörffer drang endlich mal entschlossen in den Strafraum ein, dribbelte sich durch und bediente Sohm, der in der Mitte nur noch den Fuß zum 1:1-Ausgleich hinhalten musste (62.). Es war die richtige Antwort auf den Treffer der Kwasniok-Elf, die sich nun noch einmal in die Defensive gedrängt sah. Eine Will-Ecke landete auf dem Kopf von Knipping, doch Batz im FCS-Tor parierte (72.).

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Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): Die erste Halbzeit, das war so ein bisschen Abstasten. Saarbrücken hatte die Chance mit einer Umschaltaktion an die Latte, dann hat sich das Ganze neutralisiert. Es war ein Spiel, das von Taktik geprägt war. Es war ein Gegner, der uns Räume gelassen hat, wir haben diese Räume nicht so genutzt. Wir mussten immer auch auf Umschaltaktionen gefasst sein, deswegen sind wir da nicht volles Risiko gegangen. Wir hätten trotzdem mutiger nach vorn spielen können, es gab trotzdem Gelegenheiten, gerade über die rechte Seite. Nach den Toren auf beiden Seiten hatten wir noch drei Gelegenheiten, wo wir so ein Spitzenspiel noch für uns hätten entscheiden können. Zur Galerie
Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): "Die erste Halbzeit, das war so ein bisschen Abstasten. Saarbrücken hatte die Chance mit einer Umschaltaktion an die Latte, dann hat sich das Ganze neutralisiert. Es war ein Spiel, das von Taktik geprägt war. Es war ein Gegner, der uns Räume gelassen hat, wir haben diese Räume nicht so genutzt. Wir mussten immer auch auf Umschaltaktionen gefasst sein, deswegen sind wir da nicht volles Risiko gegangen. Wir hätten trotzdem mutiger nach vorn spielen können, es gab trotzdem Gelegenheiten, gerade über die rechte Seite. Nach den Toren auf beiden Seiten hatten wir noch drei Gelegenheiten, wo wir so ein Spitzenspiel noch für uns hätten entscheiden können." ©

Aber die Gäste blieben im Spiel und auch gefährlich. In der 80. Minute sorgte Minos Gouras für Aufregung, als er Mai entwischte und aus spitzen Winkel schoss, doch Broll rettete seinem Verein das 1:1. Auf der anderen Seite hätte auch Dynamo das 2:1 machen können, doch Kade wurde vorm leeren Tor noch geblockt (82.). In den letzten Minuten probierte es Dynamo weiter, das Siegtor zu erzielen, doch an diesem Tag war der Tabellenführer einfach nicht zwingend genug. Der auch sonst zögerliche Jonathan Meier wurde bei der letzten Schusschance noch geblockt, die anschließende Ecke brachte auch nichts ein (87.). So blieb es beim 1:1.