22. Juli 2021 / 14:57 Uhr

Dynamo Dresden legt los: Spendenaktion, über 7000 Fans und ein klarer Auftrag

Dynamo Dresden legt los: Spendenaktion, über 7000 Fans und ein klarer Auftrag

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schmidt
Dynamo-Trainer Alexander Schmidt wirft sich beim Pressetermin in der Gläsernen Manufaktur Bälle mit Nachwuchsspielern zu. Die Stimmung bei den Schwarz-Gelben ist gut. Am Samstag wollen sie das vor Fans im benachbarten Rudolf-Harbig-Stadion in ein Erfolgserlebnis gegen Ingolstadt ummünzen. © dpa
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Zum Zweitliga-Auftakt gegen den FC Ingolstadt geht es für Dynamo Dresden nicht nur um drei Punkte. Der Verein will durch eine Spendenaktion die Opfer der Hochwasserkatastrophe unterstützen.

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Dresden. Dynamo Dresden ist zurück in der 2. Bundesliga und am Sonnabend (13.30 Uhr) geht die Fußballsaison endlich wieder los. Und das sogar vor Zuschauern – erstmals seit fast einem Jahr bei einem Pflichtspiel mit SGD-Beteiligung. Mit etwas mehr als 7.000 Besuchern im Rudolf-Harbig-Stadion rechnen die Schwarz-Gelben. Dass es nicht mehr sein dürfen, liegt an den Corona-Regeln. Zwei Reihen Mindestabstand nach oben und unten sind einzuhalten, außerdem 1,50 Meter zur Seite.

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Schon am Donnerstag gab es nur noch wenige Restkarten. Die Verantwortlichen kündigten an, dass keine Tageskassen geöffnet haben werden, und bitten Karteninhaber um zeitiges Kommen, um die Situation am Einlass zu entzerren. Als Überraschung und Dank gibt der Verein Aktionsshirts aus. „Es kribbelt einfach. Wir freuen uns, mit den Zuschauern im Stadion zu sein“, sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend.

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Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2021/22 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2021/22 stehen bereits fest. ©

Er konnte beim Pressetermin in der Gläsernen Manufaktur noch weitere Neuigkeiten verkünden: So wurde der seit 2019 laufende Sponsoringvertrag mit Volkswagen um drei weitere Jahre bis 2024 verlängert. Im Zentrum der Partnerschaft mit dem Autokonzern steht weiterhin Dynamos Nachwuchsabteilung. „Für uns ist das wichtig, weil wir dadurch langfristig gemeinsam unsere Ziele verfolgen können“, so Jürgen Wehlend. „Das hat noch viel Potenzial und Kraft.“

Spendenaktion der Landeshauptstadt

Doch der Punktspielauftakt gegen Mitaufsteiger FC Ingolstadt steht auch im Schatten der Hochwasserkatastrophe in Teilen Mittel- und Westeuropas, die nicht nur Sachsen und Bayern betraf, sondern vor allem Westdeutschland. Nachdem Union Berlin die Einnahmen seines Testspiels gegen die SGD vom vergangenen Wochenende an die Betroffenen weitergereicht hat, plant nun auch Dynamo Dresden eine Spendenaktion – auch über das Spiel gegen die Schanzer hinaus.

Dabei erinnerte Jürgen Wehlend an die Jahrhundertflut der Elbe vor 19 Jahren und kündigte an: „Dresden wurde 2002 geholfen, jetzt helfen wir als Teil dieser Stadt ebenfalls. Wir werden die Spendenaktion der Landeshauptstadt unterstützen.“ Zudem soll Geld für den Wiederaufbau einer Einrichtung für behinderte Kinder und Jugendliche in Leichlingen gesammelt werden, die vom Hochwasser schwer getroffen wurde. In der an der Wupper gelegenen Nachbarstadt Leverkusens hat Dynamos Co-Trainer Heiko Scholz seinen Wohnsitz, auch stammt Außenverteidiger Robin Becker von dort.

SGD-Team ist hungrig

Becker hatte übrigens am Mittwoch auf den Tag genau ein halbes Jahr nach seinem Kreuzbandriss im rechten Knie und monatelanger Reha wieder die erste gemeinsame Einheit mit dem Team absolviert. „Die ersten Schritte im Mannschaftstraining haben richtig gutgetan. Für diesen Moment habe ich in den zurückliegenden Monaten hart gearbeitet, um mich optimal auf die volle Belastung vorzubereiten. Ich freue mich jetzt auf eine spannende Zweitliga-Saison“, berichtete der 24-Jährige, der 2020 von Eintracht Braunschweig nach Dresden gewechselt war.

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Sein Namensvetter Ralf Becker ist Dynamos Sport-Geschäftsführer und sieht das Profiteam sehr gut aufgestellt für die anstehende Spielzeit: „Ich bin absolut überzeugt von der Qualität der Mannschaft und ihrem Willen, die Herausforderung anzunehmen. Wir sind alle hungrig und wenn wir unseren Job konsequent machen, werden wir auch unser größtes Ziel schaffen, dass wir auch in zwölf Monaten noch ein Zweitligaverein sind.“

Wichtig: Auftakt gegen Ingolstadt

Das deutsche Fußball-Unterhaus sei in der kommenden Saison außergewöhnlich. „Dort sind Vereine dabei, die sich noch vor fünf Jahren nicht vorstellen konnten, mal dort zu spielen“, blickte er auf Topclubs wie Werder Bremen und Schalke 04. Hinzu kommen weitere große Namen und die Ostduelle. „Das ist eine tolle Liga, auf die viele Leute schauen werden. Wir freuen uns, ein Teil davon zu sein. Und wir wollen zeigen, dass wir zu Recht dort sind“, sagte Ralf Becker.

Doch er mahnte auch, den Schritt nach oben wirklich anzunehmen: „Wir müssen wissen, dass wir uns alle weiterentwickeln müssen, um nächstes Jahr bestehen zu können. Gerade für einen Aufsteiger ist das eine große Herausforderung.“ Zuletzt mussten Braunschweig und Würzburg nach einem Jahr direkt wieder runter. Becker sei überzeugt, dass Dynamo dieses Schicksal erspart bleibt. Gegen Ingolstadt soll nun ein guter Auftakt her.