05. Oktober 2020 / 19:58 Uhr

Marvin Stefaniak zurück bei Dynamo Dresden - Horvath-Wechsel nach Hartberg

Marvin Stefaniak zurück bei Dynamo Dresden - Horvath-Wechsel nach Hartberg

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Marvin Stefaniak (li.) kehrt leihweise zur SG Dynamo Dresden zurück! Sascha Horvath (re.) dagegen wechselt nach Österreich.
Marvin Stefaniak (li.) kehrt leihweise zur SG Dynamo Dresden zurück! Sascha Horvath (re.) dagegen wechselt nach Österreich. © Imago images/PICTURE POINT/Montage
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Der Ex-Dresdner kommt auf Leihbasis wieder zu den Schwarz-Gelben. Sascha Horvath wechselt dagegen in seine österreichische Heimat.

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Dresden. Eigentlich hatten die Verantwortlichen noch am Freitag gesagt, dass Dynamo Dresden nicht mehr nach neuen Spielern Ausschau hält. Am Montagabend aber kam alles anders. Eine Stunde nach Abschluss der Sommertransferperiode verkündeten die Schwarz-Gelben zunächst den Wechsel von Sascha Horvath zum österreichischen Bundesligisten TSV Hartberg. Und nur wenige Minuten später ließ die Sportgemeinschaft die Bombe platzen: Marvin Stefaniak kehrt zurück!

Der mittlerweile 25-Jährige wird drei Jahre nach seinem Wechsel zu Bundesligist VfL Woltsburg, bei dem er sich nicht durchsetzen konnte und kein einziges Profi-Pflichtspiel absolvierte, bis zum Ende dieser Saison ausgeliehen. Über die finanziellen Modalitäten herrscht Stillschweigen. Im Sommer 2017 hatte sein Abgang der Sportgemeinschaft eine Summe von 1,5 bis 2 Millionen Euro in die Kasse gespült.

Mehr zur SGD

„Marvin Stefaniak brennt auf die Rückkehr nach Dresden. Er hat in den Gesprächen von Anfang an klar gemacht, was es ihm bedeutet, wieder das Dynamo-Trikot tragen zu dürfen. Er ist ein offensiv variabel einsetzbarer Spieler, der viel Tempo mitbringt und in seiner vorherigen Zeit bei Dynamo bereits mehrfach seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat. Wir freuen uns sehr, mit Marvin den Last-Minute-Abgang von Sascha Horvath mit einem echten Dynamo-Eigengewächs kompensieren zu können“, sagte SGD-Sportgeschäftsführer Ralf Becker.

Leistungsträger beim Wiederaufstieg

Vor der Vertragsunterschrift hatte Stefaniak am Montag erfolgreich die sportmedizinische Untersuchung in der Dresdner Uniklinik absolviert. Schon am Dienstag wird der Mittelfeldmann ab 10 Uhr erstmals unter Cheftrainer Markus Kauczinski mit seinen neuen Mannschaftskollegen in der AOK-Walter-Fritzsch-Akademie trainieren.

„Für mich und meine Familie geht mit dem heutigen Tag und der Rückkehr zu meinem Heimatverein ein Traum in Erfüllung. Ich bin den Verantwortlichen unglaublich dankbar, dass sie mir die Chance gegeben haben, ab sofort wieder dieses besondere Trikot tragen zu dürfen“, wird Stefaniak in einer Pressemitteilung zitiert. Nun hofft der gebürtige Hoyerswerdaer in der 3. Liga auf erfolgreichere Zeiten: „Ich habe in den vergangenen Jahren seit meinem Abschied aus Dresden gelernt, was Profi-Fußball auch bedeuten kann. Ich möchte all die Enttäuschungen nun hinter mir lassen, nur noch nach vorne blicken und als Teil der Mannschaft alles dafür geben, dass wir in dieser Saison mit harter Arbeit gemeinsam unsere Ziele erreichen“, so Stefaniak.

Nach Stationen beim FC Lausitz Hoyerswerda sowie beim HSV Einheit in seiner Geburtsstadt war Stefaniak 2010 zunächst in das Nachwuchszentrum des SC Borea Dresden gewechselt. Ein Jahr später schloss sich der damals 16-Jährige den Dynamo-Junioren an. Im März 2013 bekam er dann seinen ersten Profivertrag, kickte zunächst aber für die U19 und die zweite Mannschaf der SGD. Kurz nach seinem 19. Geburtstag gab er im Februar 2014 sein Zweitliga-Debüt.

Kurz darauf folgte der Abstieg in die 3. Liga, wo sich Stefaniak in der Dynamo-Stammelf festspielte. Seine Glanzzeit erlebte er in der Saison 2015/16. Beim Wiederaufstieg war er mit 17 Torvorlagen in 34 Spielen der beste Vorbereiter der 3. Liga. Zudem steuerte er vier Treffer bei. Auch stand er die komplette Spielzeit auf dem Rasen, als die SGD mit ihren DFB-Pokalsiegen gegen den FC Schalke (2014) und RB Leipzig (2016) für einige Furore sorgte. In der Zweitliga-Saison 2016/17 gehörte er unter Cheftrainer Uwe Neuhaus ebenfalls zum Stammpersonal. Als Stefaniak mit Dynamo auf Rang fünf der Endabrechnung landete, weckte das Begehrlichkeiten.

Stefaniak kommt, Horvath geht

Doch der Karriereschritt nach 107 Profi-Einsätzen für Dynamo zum VfL Wolfsburg verpuffte. In der folgenden Hinrunde kam er nur zu drei Einsätzen für die zweite Mannschaft des niedersächsischen Clubs in der Regionalliga Nord. Im Januar 2018 ließ sich Stefaniak zum 1. FC Nürnberg verleihen, mit dem er sogar in die Bundesliga aufstieg. 2018/19 probierte er es erneut beim VfL, kam dort aber nur zu enttäuschenden vier Testspieleinsätzen.

In der vergangenen Saison folgte deshalb eine erneute Leihe nach Franken, diesmal zu Zweitligist Greuther Fürth. Doch auch dort habe er „leider nicht reingepasst“, wie es Rachid Azzouzi, Sport-Geschäftsführer der „Kleeblätter“, im Juli 2020 formulierte. Die Folge: Nach – auch verletzungsbedingt – nur 19 Pflichtspieleinsätzen wurde das eigentlich für zwei Jahre geplante Geschäft vorzeitig beendet.

Nun also Dynamo, wo Stefaniak Sascha Horvath ersetzt. Der 24-jährige Horvath unterschrieb im steirischen Hartberg einen Zwei-Jahres-Vertrag. Sein Kontrakt in Dresden lief noch bis 2021. Auch in diesem Fall gab es keine Details zur Ablösesumme. Der Österreicher war vor drei Jahren von Sturm Graz gekommen. In 50 Pflichtspielen gelangen ihm zwei Tore und sechs Vorbereitungen. Damit blieb der 1,66 m kleine Dribbler unter den Erwartungen. In der Vorbereitung auf diese Saison verlor er den Kampf um den Stammplatz im offensiven Mittelfeld gegen Neuzugang Patrick Weihrauch, schmorte meist auf der Bank. Genau wie Horvath ist Marvin Stefaniak in der Offensivzentrale, aber auch im Außenangriff einsetzbar. Schon beim Prestigeduell am Sonnabend (14 Uhr) gegen den 1. FC Magdeburg könnte er auflaufen.