13. Mai 2021 / 12:31 Uhr

Dynamo Dresdens Matchwinner Pascal Sohm eine Option für Sonntag

Dynamo Dresdens Matchwinner Pascal Sohm eine Option für Sonntag

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Mann des Pokalabends: SGD-Stürmer Pascal Sohm. 
Mann des Pokalabends: SGD-Stürmer Pascal Sohm.  © Mario Jahn
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Mit einem Tor und einer Vorlage im Sachsenpokalspiel hat Dynamo Dresdens Stürmer die Schwarz-Gelben gegen Bischofswerda ins Halbfinale geführt. Nun aber hat auch Sohm das wichtige Punktspiel gegen Türkgücü München voll im Fokus.

Dresden. Nicht fünfmal wie in der 3. Liga, sondern nur dreimal darf im Sachsenpokal gewechselt werden. Und so hatte es irgendwo auch ein Gutes, dass Alexander Schmidt sein Kontingent am Mittwoch schon nach 58 Minuten ausgeschöpft hatte – ungeplanterweise, denn der SGD-Cheftrainer musste damit auf Verletzungen reagieren. Eigentlich sollte auch Pascal Sohm bei seinem Comeback nach seiner Corona-Infektion schon nach einer Stunde Spielzeit Feierabend haben. Doch dann musste er auf dem Rasen bleiben.

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„Ich habe mit ihm ausgemacht, dass er mit Auge spielt, nicht jedem Ball nachhechelt. Er hat es dann super gemacht“, lobte Schmidt seinen Schützling, der in der Schlussphase bei Dynamo Dresdens verdientem 2:0-Heimsieg im Sachsenpokal-Viertelfinale gegen den Bischofswerdaer FV mit einem Treffer und einer Vorlage zum Mann des Abends avancierte. Das 1:0 erzielte „Sohmi“ per Kopf nach einem Eckball von Niklas Kreuzer (79.). Zehn Minuten später legte der 29-Jährige dem ebenfalls zuletzt aufgrund einer Covid-19-Erkrankung ausgefallenen Ransford Königsdörffer mit einer schönen Einzelleistung das 2:0 auf (89.) – ausgerechnet die beiden jüngst vom Virus Genesenen trafen.

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Die SG Dynamo Dresden gewinnt das Sachsenpokal-Viertelfinale gegen den Bischofswerdaer FV und muss im Semifinale gegen Lok Leipzig ran. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden gewinnt das Sachsenpokal-Viertelfinale gegen den Bischofswerdaer FV und muss im Semifinale gegen Lok Leipzig ran. ©

Damit hatte Pascal Sohm den Löwenanteil an der späten Erlösung seiner Schwarz-Gelben gegen aufopferungsvoll kämpfende Schiebocker. „Sie haben es gut gemacht, hinten die Räume dicht gemacht und immer wieder Umschaltaktionen gehabt nach vorn“, lobte der Matchwinner den gegnerischen Regionalliga-Absteiger, der zunächst eine ganze Reihe von Dresdner Topchancen zunichte gemacht hatte. „Das war ein typisches Pokalspiel. In der ersten Halbzeit ist der Ball noch nicht reingegangen. In der zweiten Halbzeit, als die Kräfte von Bischofswerda ein bisschen nachließen, ging es dann in die richtige Richtung. Dann sind die Dinger auch reingeflutscht.“

Trainingsrückstand wegen Corona

Viel Anerkennung von ihm gab es aber auch für seine eigenen Mitspieler – phasenweise standen sechs Junioren für Dynamo auf dem Feld. „Heute war tatsächlich viel Rotation. Die Namen derer, mit denen ich dann zusammengespielt habe, die habe ich schon gekonnt. Aber beim Abschlusstraining waren schon sehr viele neue Gesichter. Ich bin eh nicht gut im Namenmerken. Deswegen hatte ich da auch ein bisschen Probleme. Aber am Ende habe ich’s gut hinbekommen“, feixte Pascal Sohm, der neben Kapitän Niklas Kreuzer zu den erfahrensten Akteuren auf dem Rasen gehörte und Dresdens „Jungspunde“ zum Halbfinaleinzug führte.

Mitte April war der gebürtige Künzelsauer positiv auf das Corona-Virus getestet worden, verpasste anschließend nicht nur die Partie gegen seinen Ex-Club Hallescher FC, sondern wegen des folgenden Trainingsrückstands noch vier weitere Punktspiele. Doch er hat sich zurückgekämpft, auch wenn es anfangs schwer gewesen sei: „Gerade nach dem Trainingseinstieg war der Puls noch ein bisschen hoch, der Blutdruck war nicht ganz optimal. Das sind aber normale Dinge, wenn man aufgrund von Corona zwei Wochen nur zu Hause in der Wohnung rumgehangen hat.“

In der Startelf gegen München?

Doch ist der Stürmer schon so weit, dass er Dynamo im Aufstiegskampf beim wichtigen Spiel gegen Türkgücü München helfen und eine echte Alternative zu Philipp Hosiner und Christoph Daferner sein kann? „Ich gehe schon davon aus, dass er dann eine Option ist. Wir regenerieren, haben bis Sonntag noch ein bisschen Zeit. Je nachdem, wie es ihm geht, müssen wir dann sehen. Er hat einen guten Eindruck gemacht“, erklärte Alexander Schmidt. Und Sohm selbst meinte: „Ich merke, dass es von Tag zu Tag besser wird. Ob komplett bei 100 Prozent, ist immer schwierig zu sagen. Ich denke, ich kann noch ein bisschen mehr. Am Ende sind es die Nachwehen von Corona, da muss ich jetzt durch.“


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Und wie steht er eigentlich zur Verlegung der Türkgücü-Begegnung auf „Sohmtag“ – oder wäre ihm der ursprünglich geplante „Sohmstag“ lieber gewesen? „Ein Tag mehr Regeneration ab heute, aber grundsätzlich fast egal“, sagte Pascal Sohm und erklärte im Hinblick auf die Auswärtsspiele der Aufstiegskonkurrenten Rostock und Ingolstadt. „Klar, wenn du zeitgleich mit den anderen spielst, fiebert man bei denen nicht so mit. Aber so sitze ich vielleicht am Samstag wieder auf der Couch. Ich bin einer von denen, die dann zuschauen und mitschwitzen. Schade, dass wir nicht am Samstag spielen, da muss ich dann wieder nervlich ein bisschen durchhalten.“

Doch das wird er schaffen. Und auch, wenn er einen Tag später vermutlich nicht in die Startaufstellung gegen die Münchner rutscht: Vielleicht wird er bei dann wieder fünf möglichen Wechseln zum Nutznießer, glänzt erneut in der Schlussphase und lässt den Sonntag mit einem Treffer wirklich zum „Sohmtag“ werden.