08. Januar 2021 / 15:26 Uhr

Dynamo Dresden möchte auch in München Aufstiegskurs halten

Dynamo Dresden möchte auch in München Aufstiegskurs halten

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamos Sport-Geschäftsführer Ralf Becker will mit der Mannschaft den Spitzenplatz verteidigen.
Ralf Becker will mit Dynamo den Spitzenplatz bis zum Saisonende verteidigen. © Jochen Leimert
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Die Sportgemeinschaft fährt mit breiter Brust, aber ohne einige Stammspieler zum Jahresstart bei Türkgücü München. Trotz des erfolgreichen Testspiels gegen Jablonec möchte man in München nicht zu leichtfertig an die Sache ran gehen.

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Dresden. Mit hoher Eigenmotivation und einer großen Portion Selbstbewusstsein geht Dynamo Dresden am Montagabend (19 Uhr) im Stadion an der Grünwalder Straße das erste Punktspiel im neuen Jahr bei Türkgücü München an. Der Tabellenführer der 3. Liga möchte in den verbleibenden 21 Begegnungen den Platz an der Sonne mit allen erlaubten Mitteln verteidigen und somit auch gleich das erste Kräftemessen in der Liga für sich entscheiden. Sport-Geschäftsführer Ralf Becker machte am Freitagmittag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel klar, dass der Aufstieg in die 2. Bundesliga schon in diesem Jahr gelingen soll. Zwar nahm der Leonberger das A-Wort nicht in den Mund, doch seine Umschreibungen ließen keine Zweifel am Ziel der Schwarz-Gelben: „Wenn du Anfang Januar Tabellenführer bist, willst du am Ende der Saison nicht Vierter werden.“

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Der Schwabe, erst seit einem halben Jahr bei Dynamo in Amt und Würden, zeigte sich mit dem Erreichten sehr zufrieden, doch jetzt gelte es nach einer kurzen Atempause die Ärmel wieder hochzukrempeln und zu malochen: „Die Phase des Zufriedenseins ist spätestens am Montag vorbei“, so Becker. Der Manager, der mit Holstein Kiel schon ein Aufstiegswunder wahr gemacht hat, erklärte klipp und klar: „Wir sind alle hier, um den maximalen sportlichen Erfolg zu haben. Dafür arbeiten wir.“ Sollte die Verletzungsmisere in der Abwehr anhalten, werde man notfalls auch noch einmal auf dem Transfermarkt reagieren, um den sportlichen Erfolg bestmöglich abzusichern. Es werde aber höchstens punktuell etwas geschehen, wenn es keine nachhaltige Besserung im „Lazarett“ gibt: „Grundsätzlich wird bei uns im Winter nicht viel passieren.“ Wenn die verletzten Spieler zurückkommen, sei alles gut.

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Bei Kapitän Sebastian Mai (Knieprobleme) gibt es da gute Nachrichten, denn der Innenverteidiger konnte am Freitag erstmals wieder mit Ball trainieren. Auch Stürmer Luka Stor kann wieder mit der Truppe schwitzen, während es bei Marco Hartmann und Chis Löwe (beide Knieprobleme) noch etwas dauern wird. Die Sprunggelenksbeschwerden bei Patrick Weihrauch sind auch noch nicht weg, der Regisseur wird in München noch nicht wieder spielen können. Ein längerer Ausfall des Ex-Münchners ist aber nicht absehbar.

Hartes Stück Arbeit

Trainer Markus Kauczinski glaubt, dass seine Mannschaft in guter Verfassung ist, wie es auch das 2:1 im Test gegen Jablonec untermauerte. Der Coach meint, dass die Mini-Pause keine großen Auswirkungen hatte: „Wir haben im Grund gar nicht heruntergefahren, haben nicht viel verloren.“ Für ihn steht fest: „Es war gar keine Vorbereitung, es war ein verlängertes Wochenende, wo wir weg waren.“ Besonders die Einstellung seiner Profis erfreute ihn: „Ich habe gespürt, dass die Jungs auch ganz gerne wiederkommen.“ Der Gelsenkirchener führt den Test gegen den FK Jablonec, den Tabellenzweiten der tschechischen Eliteliga, als Beweis an: „Wir haben im Testspiel gesehen, dass wir gut beieinander sind.“

Dynamo Dresdens Markus Kauczinski über die Krise bei Türkgücü

Nichtsdestotrotz erwartet Kauczinski bei Türkgücü ein hartes Stück Arbeit: „Das ist ein Aufsteiger, der sehr kompakt agiert.“ Die Mannschaft von Alex Schmidt sei gut zusammengestellt, mit erfahrenen Kräften bestückt und werde auch trotz der finanziellen Sorgen alles geben. Natürlich müsse man u.a. auf Toptorjäger Petar Sliskovic (11 Saisontreffer) aufpassen. Der Ex-Dynamo sei aber nicht der erste Topstürmer, gegen den man in dieser Serie antrete. Gegen Sascha Mölders (1860 München) habe man die Aufgabe beispielsweise auch gut im Verbund gelöst. Dynamo sei sich aber bewusst, dass man nun der Gejagte ist: „Ich weiß, dass für alle Mannschaften Spiele gegen Dynamo etwas Besonderes sind. Das merkt man, das spürt man.“ Das sei aber nicht nur ein Kompliment für die eigene Arbeit, sondern vor allem ein Ansporn, das hohe Niveau zu halten: „Das ist gut so, das fordert uns!“