25. Februar 2021 / 19:25 Uhr

Dynamo Dresden muss gegen Ingolstadt mehr Biss zeigen

Dynamo Dresden muss gegen Ingolstadt mehr Biss zeigen

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Trainer Markus Kauczinski (l.) und Co-Trainer Heiko Scholz konnten über längere Phasen hinweg mit dem Spiel ihrer Mannschaft gar nicht zufrieden sein. Da gab es so manchen Ärger und auch nicht selten Verwunderung über das Auftreten gegen Bayern II.
Trainer Markus Kauczinski (l.) und Co-Trainer Heiko Scholz konnten über längere Phasen hinweg mit dem Spiel ihrer Mannschaft gar nicht zufrieden sein. Da gab es so manchen Ärger und auch nicht selten Verwunderung über das Auftreten gegen Bayern II. © imago images/Hentschel
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Auf die SG Dynamo Dresden lauert der unmittelbare Verfolger FC Ingolstadt: Die Kauczinski-Truppe hat gegen die Bayern-Bubis nur am Anfang und am Ende überzeugt. Doch das reicht am Sonnabend gegen die „Schanzer“ nicht.

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Dresden. Das 1:1 (1:0)-Unentschieden am Mittwochabend gegen die Bayern-Reserve war für Dynamo Dresden zweifelsfrei eine Enttäuschung. Statt die Tabellenführung vorm Spitzenspiel gegen den ärgsten Verfolger FC Ingolstadt (Sonnabend, 14 Uhr/MDR live) auf komfortable sechs Punkte auszubauen und noch mal richtig Selbstvertrauen für das Duell mit den „Schanzern“ zu tanken, geriet das Nachholspiel gegen die „kleinen“ Bayern zum Dämpfer. Offenbar war die Mannschaft nach dem frühen Führungstor durch Christoph Daferner (9.) mit den Gedanken schon beim nächsten Kräftemessen und legte – bewusst oder unbewusst – den Schongang ein. Das rächte sich bitter, der Freistoßtreffer von Maximilian Welzmüller (68.) kostete die Schwarz-Gelben zwei wertvolle Punkte im Kampf um den Aufstieg.

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Dynamo physisch und mental nicht voll auf der Höhe

Innenverteidiger Tim Knipping redete nicht um den heißen Brei herum: „Wenn du zu Hause 1:0 führst, musst du das Ding auch über die Zeit bringen und das Spiel gewinnen.“ Zu spät merkte die Mannschaft, dass sie mehr tun muss, um den scheinbar greifbaren Sieg abzusichern. Das Aufbäumen in den letzten Minuten brachte nichts mehr ein. Beim Pfostenschuss von Niklas Kreuzer war auch etwas Pech dabei (83.). Trainer Markus Kauczinski beklagte leichtfertige Ballverluste nach Balleroberung, vergebliches Suchen nach Wegen in die Tiefe, nach Räumen, die für das Angriffsspiel nutzbar gewesen wären. „Es reichen am Ende nicht eine gute Viertelstunde am Anfang und gute 20 Minuten am Ende“, so Kauczinski, „wir haben den Anspruch, dass wir anders auftreten.“

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Doch vielleicht konnten die SGD-Profis diesem Anspruch inmitten einer Englischen Woche diesmal auch nicht gerecht werden – mental und auch physisch. „Die erste Halbzeit war okay, die zweite hat irgendwie die Luft gefehlt“, rätselte Torwart Kevin Broll bei Dynamo-TV. Kauczinski hatte einen ähnlichen Eindruck: „Es waren heute nicht alle in der optimalen Verfassung, es wirkten nicht alle so frisch, wie das in so einem Spiel sein muss. Von daher hatten wir Probleme, das durchzuziehen.“ Er stellte mit Blick auf das kommende Spiel klar: „Nur zu verteidigen reicht nicht. Am Ball habe ich mir mehr gewünscht – dass man da sicherer agiert und auch den Weg nach vorn findet.“

SGD erwartet extrem aggressives Spiel

Gegen den Tabellenzweiten von der Donau kann sich der Spitzenreiter am Sonnabend aber keine Kunstpausen erlauben. Das wissen die SGD-Kicker seit Mittwoch: „Wir müssen das ganze Spiel spielen wie die letzten 20 Minuten gegen Bayern II – und nicht erst nach einem Gegentor“, meint Linksaußen Jonathan Meier, bis 2019 selbst beim FCB-Nachwuchs aktiv. Der 21-Jährige weiß, dass der mit Audi-Millionen hochgerüstete und ausgebufften Profis besetzte FC Ingolstadt ein anderes Kaliber ist: „Da erwartet uns ein größerer Gradmesser. Die spielen oben mit, werden uns alles abverlangen – sowohl läuferisch, physisch und auch technisch.“

Paul Will war nach dem Remis gegen seinen Ex-Verein, für den er bis zum Vorjahr spielte, ebenfalls enttäuscht. Doch der Mittelfeldspieler, der das 1:0 per Ecke vorbereitet hatte, warnte mit Blick auf die nächste Partie gegen Ingolstadt: „Wir dürfen auf keinen Fall schlechte Stimmung aufkommen lassen.“ Der Rotschopf fügte unmissverständlich hinzu: „Jetzt kommen die Wochen der Wahrheit. Da ist es ganz wichtig, dass wir fit sind. Dass wir da den Fokus drauflegen, dass wir da gewinnen. Das sind die Spiele gegen die direkten Konkurrenten, die wir gewinnen müssen.“ Tim Knipping weiß um den Biss und die Klasse der Ingolstädter: „Die werden alles reinpfeffern. Das wird ein extrem aggressives Spiel. Wir haben es im Hinspiel gesehen. Darauf müssen wir uns einstellen.“ Zudem gilt es, sich bestmöglich zu erholen und wenigstens etwas körperliche und geistige Frische zu tanken.