25. November 2021 / 20:42 Uhr

Dynamo Dresdens Coach Schmidt muss umbauen: Corona bei Ehlers und Herrmann

Dynamo Dresdens Coach Schmidt muss umbauen: Corona bei Ehlers und Herrmann

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
05.11.2021, Schleswig-Holstein, Kiel: Fußball: 2. Bundesliga, Holstein Kiel - Dynamo Dresden, 13. Spieltag, Holstein-Stadion. Dresdens Trainer Alexander Schmidt coacht an der Außenlinie. Foto: Frank Molter/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++
Trainer Alexander Schmidt muss kurzfristig seine Mannschaft für Regensburg umbauen. © Frank Molter/dpa
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Hiobsbotschaft für Dynamo Dresden einen Tag vor dem schweren Auswärtsspiel beim Tabellenvierten SSV Jahn Regensburg: Die für die Startelf eingeplanten Kevin Ehlers und Luca Herrmann fallen aus. Das Duo wurde positiv auf Corona getestet und umgehend in häusliche Quarantäne geschickt. Trainer Alexander Schmidt muss improvisieren...

Dresden. Am Donnerstagmittag klang Alexander Schmidt noch sehr zuversichtlich. Da konnte der Trainer von Dynamo Dresden noch nicht wissen, welche Hiobsbotschaft ihn und die Mannschaft am Abend noch ereilen würde. Die bittere Erkenntnis lautet: Es gibt weitere Corona-Fälle innerhalb der Mannschaft. Einen Tag vor dem wichtigen Auswärtsspiel beim Tabellenvierten SSV Jahn Regensburg (18.30 Uhr) mussten sich Kevin Ehlers und Luca Herrmann nach positiv ausgefallenen Tests auf Covid-19 in häusliche Quarantäne begeben. Beide hatten sich trotz vorheriger Impfung mit dem Coronavirus infiziert.

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Chris Löwe feiert Comeback

Mit dem Innenverteidiger und dem Mittelfeldspieler fallen so ausgerechnet zwei Profis aus, die ohne Corona-Infektion am Freitagabend auf dem Rasen des Regensburger Jahnstadions gestanden hätten. Beide konnten zuletzt in der 2. Bundesliga überzeugen, besonders das Comeback von Ehlers, der beim 1:0-Sieg gegen Düsseldorf sein erstes Saisonspiel machte, war erfreulich. Ein doppelter Mutmacher, denn mit Sebastian Mai befindet sich ein Innenverteidiger nach einer schweren Angina noch im Aufbautraining. Und nun?

Weitere Meldungen vor Jahn Regensburg – SGD

Da tröstet es wenigstens ein bisschen, dass Chris Löwe nach drei Wochen Corona-Pause wieder zur Verfügung steht. „Er kommt wieder mit dazu, ist dabei”, erklärte Schmidt gestern. Sicher wird der 32 Jahre alte Routinier aber nicht volle 90 Minuten bestreiten können, denn der Trainingsrückstand nach seiner heftigen Corona-Erkrankung ist noch zu groß. Er könnte aber zeitweise aushelfen, sodass dann Michael Akoto Ehlers in der Innenverteidigung vertreten könnte. Akoto spielte zuletzt auf der linken Abwehrseite, die eigentlich Löwes Revier ist.

Angesichts der unverhofften Ausfälle ist es umso wichtiger, dass die Mannschaft in dieser Woche ohne den ganz großen Druck trainieren konnte. Der Sieg gegen die Fortuna tat der Truppe gut, beendete er doch die Serie von fünf Niederlagen in der Liga in Folge. „Dieses 1:0 war eine Befreiung für die Mannschaft, für das ganze Team”, unterstrich Abwehrspieler Michael Sollbauer, der sich jetzt aber wieder auf einen neuen Nebenmann einstellen muss. Mittlerweile ist das der Österreicher bei Dynamo aber schon gewohnt.

Keine „Schönspielerei“ gefragt

Schmidt hofft, dass der Sieg gegen die Fortuna seiner Truppe nachhaltig Rückenwind gegeben hat. „Dass wir jetzt gewonnen haben, war eine Bestätigung für jeden Spieler und unser ganzes Team, dass wir verstanden haben, dass sich die Spiele in der 2. Liga einfach über die Intensität, über Zweikampf, über den Willen und die Verantwortung, die ich übernehmen muss, entscheiden”, stellte Schmidt erleichtert fest. „Schönspielerei“ sei in dieser Phase der Saison nicht angebracht, „jetzt sind andere Attribute gefragt”.

Die Partie beim Jahn, wo er 2014 etwas mehr als vier Monate Trainer war, verlange von Dynamo den gleichen Einsatz, die gleiche Konzentration, wie sie gegen Düsseldorf nötig waren. Regensburgs Mannschaft sei da einen Schritt weiter als Dynamo, das sich erst wieder in der Liga zurechtfinden muss: „Regensburg hat einfach unsere Philosophie im Kopf und im Herzen. Wir sind dabei, das aufzubauen”, so Schmidt. Er weiß aus Erfahrung, wie schwer Umbruchsituationen zu bewältigen sind. Dass es 2014 beim SSV nicht funktionierte, er wegen ausbleibenden Erfolgs gehen musste, erklärte er mit dem zuvor erfolgten Aderlass. Drei Spieler, die in der Saison zuvor zusammen 30 Tore geschossen hatten, seien verkauft worden. „2014 war eine sehr schwierige Phase für Jahn Regensburg”, so Schmidt.


Umso mehr freut er sich über den Erfolg, den der SSV jetzt hat: „Regensburg hat sich enorm entwickelt.” Sport-Geschäftsführer Christian Keller (bis Oktober 2021 im Amt) habe Persönlichkeiten in die Stadt geholt, die mit hoher Professionalität und Ehrgeiz den Club vorangebracht hätten. „Die Spielweise, die sie an den Tag legen, ist schon sehr gut”, so Schmidt. Er werde diesmal aber alles tun, um die Punkte aus dem neuen Stadion an der Franz-Josef-Strauß-Allee mitzunehmen. Leichter wird die Aufgabe durch die Ausfälle von Ehlers und Herrmann für Dynamo Dresden sicher nicht.