08. Oktober 2019 / 09:06 Uhr

Dynamo Dresden: Niklas Kreuzer hat eigene Pläne durchkreuzt

Dynamo Dresden: Niklas Kreuzer hat eigene Pläne durchkreuzt

Caroline Grossmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Doppel-Rot für Kreuzer und Albornoz.
Doppel-Rot für Kreuzer und Albornoz. © dpa
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Niklas Kreuzer war nach einer wochenlangen Pause gegen Hannover 96 wieder Kapitän von Dynamo Dresden und wollte sich zurück in die Stammelf spielen. Stattdessen ist er nun drei Partien gesperrt worden.

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Dresden. Mit großen Erwartungen war Niklas Kreuzer in die neue Zweitliga-Saison gegangen. Nach zwei Spielzeiten, in denen es vor allem gegen den Abstieg ging, wollte man in der Tabelle wieder weiter oben mitmischen. Cheftrainer Cristian Fiel, mit dem er in der Saison 2014/2015 selbst noch zusammen für Dynamo Dresden in der 3. Liga gespielt hatte, ernannte ihn Ende Juli zum ersten Stellvertreter von Marco Hartmann. Das heißt: Spielt der verletzungsanfällige Kapitän nicht, trägt sein Vize Kreuzer die „Binde“.

Doch das war seither erst in drei Pflichtspielen der Fall. Am ersten Spieltag führte der 26-Jährige die Schwarz-Gelben bei der 0:1-Heimniederlage gegen Nürnberg aufs Feld. Danach verdrängte ihn Patrick Ebert aus der Stammformation, der fortan auf der rechten Außenbahn zum Einsatz kam. Einzig zwei Wochen später im Pokalspiel gegen Dassendorf (3:0) durfte Kreuzer noch mal von Beginn an ran. Bis auf die beiden Kurzeinsätze nach späten Einwechslungen in Darmstadt und Aue war der gebürtige Münchner nur noch Bankdrücker. Ansonsten hatte er nur bei Testspielen – so gegen Halle und Jena – die Chance, sich zu präsentieren. Doch zufriedenstellend dürfte diese Situation für den Ex-Erfurter nicht sein.

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Die SG Dynamo Dresden kann gegen den krisengeschüttelten Gegner aus Hannover nichts Zählbares holen. 0:2 unterliegen die Schwarz-Gelben den Niedersachsen. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden kann gegen den krisengeschüttelten Gegner aus Hannover nichts Zählbares holen. 0:2 unterliegen die Schwarz-Gelben den Niedersachsen. © Denis Hetzschold
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Erst am Wochenende erhielt der Sohn von KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer dann wieder eine neue Chance von Beginn an in einem Punktspiel. Marco Hartmann fehlte, Linus Wahlqvist hatte nach seiner hohen Fehlerquote in Aue eine Denkpause erhalten und plagte sich unter der Woche zudem mit Achillessehnenbeschwerden, die ihn zu einer Trainingspause zwangen. Und Patrick Ebert agierte auf einer zentraleren Position im defensiven Mittelfeld neben Jannis Nikolaou. Somit lief Kreuzer im Spiel gegen Hannover 96 als Kapitän und rechter Außenverteidiger auf. Doch es sollte ein unglücklicher Auftritt werden – Chance vertan. Zwar bekam er gerade in der ersten Halbzeit die eine oder andere schöne Flanke hin, Kapital konnte Dynamo daraus aber nicht schlagen.

Kopfstoß hat Spiel beeinflusst

An einer spielentscheidenden Szene war er dennoch beteiligt – aus Dresdner Sicht eine unrühmliche. Denn als ihn Hannovers Miiko Albornoz in der 65. Minute beim Stand von 0:0 etwas ungestüm an der Seitenlinie attackierte, ließ sich Kreuzer zu einem Kopfstoß gegen seinen chilenisch-schwedischen Gegenspieler hinreißen. Albornoz erhielt von Schiedsrichter Christian Dingert die gelb-rote Karte, Kreuzer sah glatt rot. „Das hat das Spiel auf jeden Fall beeinflusst, weil wir dann umgestellt haben von Dreier- auf Viererkette. Nach dem Gegentor dann noch extremer, weil wir dann hinten zu dritt gegen drei gespielt und extrem viele Räume geboten haben“, schätzte Innenverteidiger Jannik Müller ein. Das nutzten die Niedersachsen aus, gewannen auswärts im Rudolf-Harbig-Stadion letztlich verdient mit 2:0.

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Als Kreuzer seine Kapitänsbinde an Müller weitergereicht hatte und deprimiert den Rasen verließ, nahm ihn Trainer Cristian Fiel kurz zur Seite. „So eine Situation ist immer schwer. Du weißt: Jetzt habe ich den Jungs einen Bärendienst erwiesen. Selbst wenn der andere mit runtermuss, aber du musst umstellen. Auf einmal tut es noch mehr weh, du musst die Laufwege mitmachen. Ich habe ihm gesagt, er soll den Kopf hochnehmen, denn jetzt ist es sowieso schon vorbei und wir können es nicht mehr ändern“, berichtete „Fielo“, der selbst übrigens vor acht Jahren bei Dynamos Gastspiel in Fürth die einzige glatt rote Karte seiner Profikarriere bekommen hatte.

Rückschritt im Kampf um Stammplatz

Am Montag erhielt Niklas Kreuzer vom Sportgericht des DFB die Quittung für seine Tätlichkeit: drei Punktspiele Sperre! Nach Zustimmung der SGD ist das Urteil bereits rechtskräftig. Für ihn bedeutet das natürlich einen Rückschritt im Kampf um einen Stammplatz. Fiel muss in den Zweitliga-Spielen bei Greuther Fürth, gegen Arminia Bielefeld und beim VfB Stuttgart auf den Rechtsaußen verzichten. Erst im Meisterschaftsspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden am 8. November dürfte Kreuzer wieder mitwirken, doch auch für das DFB-Pokalspiel bei Bundesligist Hertha BSC Berlin am 30. Oktober gilt die Sperre nicht.

Aber vielleicht gelingt Kreuzer ja dann eine Rückkehr wie zuletzt Jannis Nikolaou. Der hatte gegen St. Pauli eine rote Karte gesehen, erhielt ebenfalls drei Spiele Sperre. Nach Ablauf agierte er gegen die Hannoveraner, als sei er nie weggewesen, und war neben Torwart Kevin Broll Dynamos bester Mann...

Caroline Grossmann/Stefan Schramm

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