30. Dezember 2021 / 09:13 Uhr

Dynamo Dresden mit positiver Jahres-Bilanz: "Wir definieren Krise als produktiven Zustand"

Dynamo Dresden mit positiver Jahres-Bilanz: "Wir definieren Krise als produktiven Zustand"

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Maskierte Geschäftsführer: Das Duo aus Jürgen Wehlend (l., Kaufmännisches) und Ralf Becker (Sport) manövriert Dynamo Dresden erfolgreich durch die Pandemie. In diesen besonderen Zeiten gelang dem Verein der Zweitliga-Aufstieg.
Maskierte Geschäftsführer: Das Duo aus Jürgen Wehlend (l., Kaufmännisches) und Ralf Becker (Sport) manövriert Dynamo Dresden erfolgreich durch die Pandemie. In diesen besonderen Zeiten gelang dem Verein der Zweitliga-Aufstieg. © Lutz Hentschel/imago images
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Höhen und Tiefen: Dynamo Dresdens Geschäftsführer ziehen nach dem ereignisreichen Fußballjahr eine positive Bilanz. Doch auf den Erfolgen wollen sie sich nicht ausruhen.

Dresden. Abstieg und drastische Einschnitte aufgrund der Corona-Krise – das Jahr 2020 war zweifelsohne ein besonderes in der Vereinsgeschichte von Dynamo Dresden. Das Jahr 2021 stand dem in nichts nach, wie die Bilanz zeigt, die Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend und sein fürs Sportliche zuständiger Kollege Ralf Becker in einem Interview auf dem Youtube-Kanal Dynamo-TV zogen. Die Pandemie hält an und die Schwarz-Gelben schafften die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga.

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Klar, dass der direkte Wiederaufstieg besonders bei Sportchef Becker bleibende Erinnerungen hinterlassen hat. „Darauf haben wir ein Jahr hart hingearbeitet. Als dann klar war, dass wir wieder ein Zweitligaverein sind, war es ein besonderer Moment. Auch schön war das erste Spiel gegen Ingolstadt.“ Erstmals seit Monaten durfte Dynamo wieder vor Zuschauern spielen und gewann mit 3:0. Ein Freudenfest und emotionaler Höhepunkt.

Insgesamt aber, das ist auch Becker bewusst, gab es Höhen und Tiefen. Der Aufstieg geriet kurz vorm Ziel in Gefahr, Trainer Markus Kauczinski musste seinen Hut nehmen. Alexander Schmidt folgte und legte einen unfassbar guten Start hin, blieb sogar in den ersten Spielen im Fußball-Unterhaus ungeschlagen. Dann aber folgte die sportliche Krise, die SGD blieb wochenlang sieglos, fing sich erst Ende November wieder und holte aus den letzten fünf Spielen dann immerhin wieder neun Punkte.


"Das haut uns nicht um"

Aktuell rangieren die Schwarz-Gelben mit vorzeigbaren 22 Zählern als bester Aufsteiger im unteren Tabellenmittelfeld. Für Becker kein Grund, nachzulassen: „Wir sind froh, wie sich das entwickelt hat und wie wir jetzt dastehen, aber wir wissen, es wird eine brutal harte Rückrunde. Da werden wir wieder Gas geben und tolle Tage zusammen feiern, vielleicht auch mal einen traurigen Tag haben vom Ergebnis her. Aber am Ende wollen wir unser Ziel erreichen. Daran werden wir hart arbeiten“, verspricht er, alles für den Klassenerhalt zu geben.

Im Mai gelang Dynamo Dresden der direkte Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. 
Im Mai gelang Dynamo Dresden der direkte Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga.  © Steffen Manig

Der sportliche Erfolg steht über Allem, betont das Duo, doch Jürgen Wehlend macht auch klar, welche tragenden Rollen der wirtschaftliche und der emotionale Erfolg spielen. „In diesen Zeiten ist besonders schwierig, sicherzustellen, dass wir die Fans nicht verlieren, dass die Verbindung bestehen bleibt.“ Schon das Spiel gegen Düsseldorf mit Zuschauerbeschränkungen sei ein Einschnitt gewesen, danach durften keine Fans mehr ins Stadion. „Jetzt ist das wie ein Deja-vu. Das haut uns aber nicht um. Wir definieren hier bei Dynamo Krise als produktiven Zustand, wollen an den Themen arbeiten“, so Wehlend.

Sportlich sehen die Bosse Dynamo für die Rückrunde aber schon gut aufgestellt. „Die Leute, die wir dazugeholt haben, waren eher Spieler, die nicht jeder gekannt hat. Aber man muss sagen, dass fast alle eine anständige Rolle spielen“, freut sich Ralf Becker und fährt im Hinblick auf das sich im Januar öffnende Transferfenster fort: „Jetzt werden wir noch mal analysieren und vielleicht feststellen, dass es auf der einen oder anderen Position einer Veränderung bedarf. Wenn wir davon überzeugt sind, werden wir das auch machen.“ Damit Dynamo auch 2022 für seine Ziele kämpfen kann.