14. April 2022 / 17:22 Uhr

Dynamo Dresden sehnt sich nach dem Gefühl zu siegen

Dynamo Dresden sehnt sich nach dem Gefühl zu siegen

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Trainer Guerino Capretti (r.) möchte am Sonnabend Kampf und Leidenschaft sehen - und am Ende drei Punkte auf der Habenseite.
Trainer Guerino Capretti (r.) möchte am Sonnabend Kampf und Leidenschaft sehen - und am Ende drei Punkte auf der Habenseite. © Jochen Leimert
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Die Mannschaft von Trainer Guerino Capretti will am Sonnabend in der 2. Fußball-Bundesliga gegen Holstein Kiel endlich raus aus dem Tal der Tränen und sich bei den Fans rehabilitieren.

Dresden. Die ersten Tage nach der bitteren 1:2-Pleite am vergangenen Sonntag beim SV Sandhausen waren nicht einfach für Dynamo Dresden und seinen Trainer. Da musste Guerino Capretti seine Fähigkeiten als Psychologe und Motivator unter Beweis stellen, denn seine Mannschaft war schlichtweg down. “Das war eine große Herausforderung. Nach dem Sandhausen-Spiel waren wir alle enttäuscht, die Köpfe waren unten. Da musste ich viele Gespräche führen”, blickte der SGD-Coach am Donnerstag noch einmal auf den Wochenbeginn zurück. Der 40-Jährige hat aber schnell seine Zuversicht wiedergewonnen, dass die Mannschaft sich nicht hängen lässt und am Sonnabend (13.30 Uhr) im Harbig-Stadion gegen Holstein Kiel mutig auftritt: “Ich habe das Gefühl, dass die letzten Trainingstage wieder positiv waren.” Die Truppe sei auf Rehabilitation für die ersten 60 Minuten in Sandhausen aus, werde die Fans nicht enttäuschen, glaubt Capretti: “Wir wollen den Zuschauern zeigen, dass wir kämpfen können.” Seine Spieler hätten nichts als Wiedergutmachung und den ersten Sieg im Jahr 2022 im Sinn: “Das Spiel in Sandhausen wollen wir wettmachen. Wir wollen zeigen, dass wir rennen können, rennen wollen!”

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Dass Dynamo (28 Punkte) als 16. nun sechs Zähler Rückstand auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz hat und in den letzten fünf Spielen nur mit viel Glück noch nach oben rutschen kann, das bedauert Capretti, doch die Tabellenkonstellation ist nicht das, was zuallererst durch seinen Kopf spukt. Für den Deutsch-Italiener sind Rechenspiele, was in den letzten fünf Partien noch möglich ist und was nicht, zweitrangig. Für ihn gibt es Wichtigeres: “In der aktuellen Situation kann es nur um eines gehen - endlich wieder ein Spiel zu gewinnen!” Da soll es für die Kieler, die in Dresden die berühmten 40 Punkte voll machen können, nichts zu holen geben. Man brauche selbst mehr denn je das Gefühl, wie es ist zu siegen, die Gewissheit: Ja, wir sind in der Lage Spiele zu gewinnen! Capretti ist klar: Ohne Selbstvertrauen aus gewonnenen Spielen wird es unmöglich sein, noch was zum Positiven am Tabellenstand zu ändern oder auch nur die Relegation erfolgreich zu bestreiten.

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Gegen die Kieler “Störche” hofft er besonders auf seine Angreifer Christoph Daferner und Ransford-Yeboah Königsdörffer, die in Sandhausen nach Corona- bzw. Verletzungspause noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Mittlerweile sehe es bei ihrem Fitnesszustand deutlich besser aus: “Wir haben die Trainingswoche genutzt, damit Spieler wie ,Daffi’ und ,Ransy’ an Spritzigkeit gewinnen”, so Capretti, der in den letzten Tagen viel am Zweikampfverhalten gearbeitet, aber auch Laufeinheiten ins Trainingsprogramm integriert hat. Die Mannschaft habe gut mitgezogen, sich auch kritisch mit den Fehlern in Sandhausen auseinandergesetzt. Sie wolle vor heimischer Kulisse ein anderes Gesicht zeigen, ist sich Capretti sicher: “Wir wollen richtig einen raushauen!” Abwehrspieler Michael Sollbauer versprach: “Wir wollen unsere Stärken auf den Platz bringen: Kampf- und Laufstärke.” Niemand könne behaupten, dass Dynamo nicht genug laufe, da sprächen die Werte eine deutliche Sprache. Er hofft, dass die Fans das auch registrieren - und die Mannschaft im Bemühen um Wiedergutmachung für die in Sandhausen versiebte große Chance im Abstiegskampf unterstützen.

Vom Personal her wird Capretti gegen die Holsteiner mit den gleichen Möglichkeiten auskommen müssen, die sich ihm schon in Sandhausen boten. Er schloss allerdings Änderungen in der Startelf nicht aus. Sie sind sogar wahrscheinlich: “Ich habe da definitiv ein paar Dinge im Kopf”, so der Coach, der natürlich nicht näher auf seine Gedankenspiele eingehen wollte. Er hofft, dass seine Mannschaft die Norddeutschen ein wenig überraschen kann - wenn schon nicht durch die Aufstellung, dann aber allemal durch beherztes Spiel, ohne Scheu vorm Duell Mann gegen Mann.

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