02. Juli 2017 / 17:30 Uhr

Dynamo Dresden spielt nur 1:1 gegen Altglienicke 

Dynamo Dresden spielt nur 1:1 gegen Altglienicke 

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
SG Dynamo Dresden - VSG Altglienicke (1-1) (Steffen Manig) (13)
Das konnte er früher nicht: Torsten Mattuschka von der VSG Altglienicke im Kopfballduell mit Dynamos Patrick Möschl. © Steffen Manig
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Neuzugang Patrick Möschl brachte die Elbestädter in Führung - Augleich durch Ex-Unioner Mattuschka.

Pirna. Torsten Mattuschka legt sich den Ball nahe der linken Außenlinie für einen Freistoß zurecht, tritt an – und trifft ins kurze Eck. Dynamo Dresdens B-Jugend-Torwart Mika Schneider, der am Freitag 17 Jahre alt geworden war, ist bei seinem Debüt für die Profis der Schwarz-Gelben geschlagen – allerdings zum einzigen Mal. Der Treffer in der 79. Minute ist der verdiente Ausgleich zum 1:1-Endstand im Testspiel zwischen dem Zweitligisten und dem Oberliga-Aufsteiger VSG Altglienicke am Sonntagnachmittag in Pirna.

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Die 2853 Zuschauer im Copitzer Willy-Tröger-Stadion sehen eine Partie, in der SGD-Cheftrainer Uwe Neuhaus für die in knapp vier Wochen beginnende Saison ein neues, etwas defensiveres 3-4-3-Spielsystem testet. Klar, dass da auf Anhieb nicht alles klappen kann. „Wir haben bewusst Fehler in Kauf genommen, das hab ich der Mannschaft vorm Spiel gesagt“, berichtet Neuhaus. Personell steht es bei Dynamo allerdings nicht zum Besten. Seit Freitag konnte Neuhaus nicht mehr elf gegen elf spielen lassen, weil zu viele Spieler fehlen – unter anderem Aias Aosman mit Adduktorenproblemen. Die Dresdner, erstmals mit frisch beklebtem Mannschaftsbus angereist und in neuen Auswärtstrikots angetreten, suchen vorn eine Lücke im Abwehrverbund der Berliner, bieten ihnen im eigenen defensiven Dreierverbund aber fünf gute Chancen in Halbzeit eins.

Erst kurz vor der Pause, als es mal ganz schnell geht, gelingt den Schwarz-Gelben die Führung. Patrick Wiegers findet mit seinem Abschlag Sascha Horvath. Der österreichische Neuzugang macht die nötigen Meter an Boden gut und setzt mit feinem Pass seinen Landsmann Patrick Möschl in Szene, der frei vor VSG-Hüter Tim Jarzombek zum 1:0 vollendet.

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In der Halbzeitpause wechselt Neuhaus bis auf den Torschützen sowie Marc Wachs und Noah Awassi alle Akteure aus, darunter auch den blass gebliebenen Mittelstürmer Pascal Testroet. Der für ihn eingewechselte Lucas Röser scheitert nach Möschls Vorarbeit äußerst knapp an der Lattenunterkante (54.). Aber auch auf der Gegenseite scheppert es. Altglienickes Patrick Kroll (64.) und Michael Czyborra (77.) treffen mit ihren Schüssen nur den Pfosten.

Kurz darauf aber jagt Mattuschka den Ball doch noch in die Maschen. Der mittlerweile 36-Jährige hatte von 2005 bis 2014 beim 1. FC Union Berlin als Leitwolf und Stratege fungiert, seit 2007 sieben Jahre lang unter Unions damaligem Trainer Uwe Neuhaus. Der weiß ganz genau: „Altglienicke darf man nicht unterschätzen, die haben alte Haudegen drin, die wissen, wie Fußball funktioniert.“

SG Dynamo Dresden - VSG Altglienicke (1-1) (Steffen Manig) (9) Zur Galerie
SG Dynamo Dresden - VSG Altglienicke (1-1) (Steffen Manig) (9) © Steffen Manig

Allen voran Mattuschka – welche starken Pässe der spielt und Freistöße schießt, ist Neuhaus schon lange klar. „Das sind Dinge, die er kann. Das kann man auch nicht verlernen, das sind seine Gene“, so der Lehrmeister über seinen einstigen Schützling, den es 2014 zunächst zu seinem Stammverein Energie Cottbus und vor einem Jahr schließlich nach Altglienicke zog – gelegen in der Mitte zwischen Unions Stadion An der Alten Försterei und dem Flughafen Schönefeld.

„Schön, dass es dafür noch reicht. Viel mehr geht ja auch nicht mehr“, freut sich „Tusche“ augenzwinkernd über seinen gelungenen Geniestreich zum 1:1. Dass er noch mal gegen einen Zweitligisten spielen darf und nicht verliert, freut ihn. Neuhaus ist dagegen weniger angetan: „Ich bin nicht zufrieden, ist ja klar. Und zwar nicht aufgrund des Ergebnisses. In der zweiten Halbzeit sind wir nicht richtig in Tritt gekommen. Altglienicke hat es uns schon schwer gemacht. Trotzdem liegt es an uns“, ärgert er sich.

Dabei haben die Berliner ein Spiel vom Vortag in den Knochen. In Schiebock bezwangen sie Oberligist Bischofswerdaer FV mit 6:3. VSG-Kapitän Torsten Mattuschka steht als Doppeltorschütze im Spielberichtsbogen. Spätestens, als am Sonntag bei seiner Auswechslung in der 90. Minute spontaner Applaus der Dresdner Fans aufbrandet, ist klar: Für „Tusche“ und seine Altglienicker hat sich der Betriebsausflug nach Sachsen gelohnt.

Dynamo 1. Halbzeit: Wiegers (C) – Wachs, Gonther, Awassi, Kreuzer – Benatelli, Konrad, Horvath – Hilßner, Testroet, Möschl.
Dynamo 2. Halbzeit: Schneider (U19) – Wachs, J. Müller, Awassi, F. Müller – Hartmann (C) – Lambertz, Hauptmann – Berko, Röser, Möschl