04. Oktober 2021 / 20:00 Uhr

Dynamo Dresdens Stark nach Pauli-Pleite: „Waren gefühlt immer einen Schritt zu spät“

Dynamo Dresdens Stark nach Pauli-Pleite: „Waren gefühlt immer einen Schritt zu spät“

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Den Ball hat ein Ex-Dynamo, nämlich St. Paulis Rico Benatelli. Dresdens Kapitän Yannick Stark (l.) nimmt die Verfolgung auf.
Den Ball hat ein Ex-Dynamo, nämlich St. Paulis Rico Benatelli. Dresdens Kapitän Yannick Stark (l.) nimmt die Verfolgung auf. © PICTURE POINT/Gabor Krieg
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Der Kapitän war nach der herben 0:3-Niederlage der Schwarz-Gelben beim FC St. Pauli frustriert. Nun ist erst mal Länderspielpause. Und die will die Sportgemeinschaft nutzen.

Hamburg/Dresden. Dem gefeierten 3:0-Sieg gegen Werder Bremen ließ Dynamo Dresden eine ebenso klare Niederlage beim FC St. Pauli folgen. Yannick Stark, der in Vertretung von Sebastian Mai die Kapitänsbinde der Schwarz-Gelben trug, musste das bittere 0:3 auf dem Kiez dann auch noch kommentieren. Zwar sei man darauf vorbereitet gewesen, dass die Gastgeber mit dem eigenen Publikum im Rücken „von Anfang an ein Feuerwerk abbrennen werden“, meldete sich der 30-Jährige während der Rückreise aus dem Mannschaftsbus zu Wort. Aber: „Wir haben relativ schlafmützig agiert, waren nicht präsent in den Zweikämpfen, sind gefühlt immer einen Schritt zu spät gekommen.“

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„Freuen uns auf das nächste Heimspiel gegen Nürnberg“

Die Folge war der frühe Gegentreffer in der ersten Minute. Zwar erhielten die Hausherren bei ihren Gästen aus Sachsen noch lange die Hoffnung auf wenigstens einen Punkt am Leben, doch die mussten sie mit dem zweiten Gegentor schließlich vollends begraben. Vorausgegangen war eine Strafstoßentscheidung, die nach einem Eingriff des Videoassistenten (VAR) fiel. Schiedsrichter Bastian Dankert hatte zunächst weiterlaufen lassen. „Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, ob sich der VAR da einschalten muss, ob da eine klare Fehlentscheidung vorliegt. Das ist eine bittere Entscheidung gegen uns“, ärgerte sich Yannick Stark.

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Dynamo Dresden lief fast das ganze Spiel einem Rückstand hinterher. Zwingende Chancen hatten die Schwarz-Gelben nicht und verloren am Ende beim FC St. Pauli mit 0:3. Zur Galerie
Dynamo Dresden lief fast das ganze Spiel einem Rückstand hinterher. Zwingende Chancen hatten die Schwarz-Gelben nicht und verloren am Ende beim FC St. Pauli mit 0:3. ©

Und Trainer Alexander Schmidt musste bilanzieren: „Natürlich wäre danach noch genügend Zeit gewesen, aber wer St. Pauli gesehen hat mit diesem Selbstverständnis, der hat gespürt, dass es schwierig sein würde, dieses Spiel zu drehen. Aus meiner Sicht war das der stärkste Gegner bisher. Der Aufstieg in die Bundesliga über St. Pauli“, lobte der 52-Jährige die Hamburger.

Nun ist erst mal Länderspielpause. Dynamo testet am Donnerstag in der heimischen Walter-Fritzsch-Akademie gegen Drittligist Viktoria Berlin. Dabei wird Schmidt sicher Manches ausprobieren, aber vor allem zusehen, dass seine erste Garnitur im Spielrhythmus bleibt. Denn schon am 17. Oktober geht es wieder um Punkte. „Wir werden uns in der Länderspielpause schütteln und freuen uns auf das nächste Heimspiel gegen Nürnberg. Da wollen wir es wieder besser machen“, kündigte Yannick Stark an.

Baldige Revanche?

Gegen Viktoria Berlin nicht dabei ist auf jeden Fall Guram Giorbelidze. Der Außenverteidiger wurde erneut in die georgische Nationalmannschaft berufen. Mit ihr bestreitet er die beiden WM-Qualifikationsspiele am 9. Oktober gegen Griechenland und am 12. Oktober gegen den Kosovo. Erst gegen St. Pauli hatte der Neuzugang für die Dynamos debütiert, als er in der 68. Minute eingewechselt wurde. „Er bringt im Training immer seine Leistung zu 100 Prozent, hat aber einen sehr starken Chris Löwe vor sich“, thematisiert Chefcoach Schmidt die starke Konkurrenzsituation auf dieser Position und erklärt: „Wir haben dann einfach mal umgestellt, den Chris ins Mittelfeld beordert und mit Guram und seiner Power versucht, über die linke Seite den einen oder anderen Akzent zu setzen. Für sein erstes Spiel hat er es ganz ordentlich gemacht“, attestiert ihm der Trainer.

Mit Jong-min Seo gab es in der gleichen Spielminute noch einen weiteren schwarz-gelben Debütanten. „In jedem Training ist er sehr engagiert und technisch beschlagen. Das war ein Bauchgefühl, ich habe ihn reingeworfen. Auch er hat es ganz gut gemacht. In der einen oder anderen Situation hat er den Ball etwas zu lange gehalten, aber er wird lernen und sich weiterentwickeln“, sagt Alexander Schmidt, der in seinem Team gute Alternativen hat. Und seine beste Elf soll es beim nächsten Mal dann wieder richten. Übrigens hat sie am 27. Oktober die Gelegenheit, die jüngste Scharte auszuwetzen – beim Pokalspiel im heimischen Rudolf-Harbig-Stadion gibt es in diesem Monat nämlich noch einen zweiten Versuch gegen die Paulianer.