11. April 2021 / 15:55 Uhr

Dynamo Dresden stolpert böse beim Schlusslicht: 0:2 in Unterhaching

Dynamo Dresden stolpert böse beim Schlusslicht: 0:2 in Unterhaching

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Unterhaching, 11.04.2021, Fussball, Sportpark Unterhaching, 3.Liga, 31.Spieltag ,  SpVgg Unterhaching vs. SG Dynamo Dresden  , 
Im Bild von links: Marvin Stefaniak (13, Dresden), TorhŸter Jo Coppens (48, Unterhaching). der ball geht knapp am tor vorbei. , 
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Kanns nicht fassen: Marvin Stefaniak hätte Dynamo Dresden in der 15. Minute in Führung bringen können. Coppens im Tor der Hachinger reagierte aber blitzschnell. © Picture Point
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Das war gar nichts: Der Tabellenführer aus Dresden kann die Patzer der Aufstiegskonkurrenten nicht nutzen und verliert das wichtige Auswärtsspiel in Unterhaching mit 0:2.

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Unterhaching. Dynamo Dresden ist bei der SpVgg Unterhaching böse gestolpert und verpasste im Zweitliga-Aufstiegskampf einen Bigpoint. Nachdem am Vortag die Konkurrenten aus Rostock und Ingolstadt nicht siegreich waren, taten es ihnen die Sachsen gleich und verloren beim Schlusslicht verdient mit 0:2. Stephan Hain hatte die Gastgeber per Kopfball in Führung gebracht (40.). Christoph Greger besorgte per Strafstoß (57.) den Endstand.

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Stefaniak lässt zwei Mal liegen

Vier Änderungen in der Anfangsformation nahm SGD-Chefcoach Markus Kauczinski im Vergleich zum torlosen Remis gegen Hansa Rostock vor. Für Paul Will, Heinz Mörschel, Philipp Hosiner (jeweils auf der Bank) und Jonathan Meier (muskuläre Probleme) begannen Julius Kade, Marvin Stefaniak, Agyemang Diawusie und Niklas Kreuzer – für die drei letzteren Akteure waren es die ersten Startelf-Einsätze seit Wochen bzw. Monaten.

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Die SG Dynamo Dresden verliert beim Tabellenletzten in Unterhaching mit 2:0. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden verliert beim Tabellenletzten in Unterhaching mit 2:0. ©

Früh in der Partie näherten sich die Gäste dem Tor der Schützlinge von Trainer Arie van Lent an, ohne klare Torchancen herauszuspielen. Stefaniak wurde beim ersten Vorstoß (4.) wegen Abseits zurückgepfiffen, Tim Knippings Kopfball wurde zur Ecke abgefälscht. Den ersten Torschuss gab dann Hachings Moritz Heinrich aus der Distanz ab, doch Kevin Broll im Dresdner Tor machte sich lang und hielt (8.).

Den ersten Riesen hatte Marvin Stefaniak auf dem Fuß, als er frei auf Jo Coppens zulief, Hachings Torwart aber den Abschluss aus kurzer Distanz zur Ecke abfälschte (15.). Die Heimelf befand sich zumeist in der Defensive, konnte sich aber gelegentlich befreien. In der 19. Minute musste Broll zum zweiten Mal eingreifen, entschärfte Hains Schuss aber problemlos. Auf der Gegenseite scheiterte erneut Stefaniak an Coppens (22.).

Schock vor dem Halbzeitpfiff

Mitte des ersten Durchgangs hatten sich die Oberbayern gefangen, bekamen nun mehr Sicherheit in ihrem Spiel nach vorn und dadurch auch zu mehr Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte. Etwas im Glück waren die Gäste nach 29 Minuten, als Anspach frei vor Broll in eine Hereingabe rutschte, aber nicht genug Druck hinter den Ball bekam. Dynamo hatte nun weniger klare Aktionen nach vorn, lief sich einige Male fest und verlor im Aufbauspiel den Ball zu schnell.

Wie ein Spiel des Tabellenersten gegen den Letzten sah das spätestens jetzt nicht mehr aus. Die Quittung folgte prompt: Bei einer Flanke von Kapitän Markus Schwabl, den Kreuzer außer Acht gelassen hatte, stieg Stephan Hain in der Mitte am höchsten, Broll hatte bei dem platzierten Kopfball ins Eck keine Chance. Dass sich der 1,78 Meter große Angreifer im Luftduell durchsetzen konnte, spricht nicht unbedingt für Dynamos 1,90-m-Abwehrkanten. Der Ball flog über Kapitän Mai, Ehlers stand nicht nah genug am Mann, der zurückgeeilte Stark kam beim Rettungsversuch zu spät.

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(1) Kevin Broll: Muss sich in der 8. Minute erstmals langmachen, als er einen Schuss von Moritz Heinrich klärt. Beim platzierten Kopfball zum 0:1 ins lange Eck durch Stephan Hain in der 40. Minute chancenlos. In der 57. Minute beim Elfmeter von Christoph Greger ist er auf dem Weg in die richtige Ecke, kann das 0:2 aber nicht verhindern. Am enttäuschenden Ergebnis ohne Aktie. Note: 3 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Muss sich in der 8. Minute erstmals langmachen, als er einen Schuss von Moritz Heinrich klärt. Beim platzierten Kopfball zum 0:1 ins lange Eck durch Stephan Hain in der 40. Minute chancenlos. In der 57. Minute beim Elfmeter von Christoph Greger ist er auf dem Weg in die richtige Ecke, kann das 0:2 aber nicht verhindern. Am enttäuschenden Ergebnis ohne Aktie. Note: 3 ©

Ein herber Schlag ins Kontor der Schwarz-Gelben, die sich bis zur Pause auch nicht mehr davon erholten. Mit Beginn der zweiten Halbzeit brachte Kauczinski zwei neue Stürmer. Daferner blieb ebenso in der Kabine wie Diawusie, der viele falsche Entscheidungen getroffen hatte und seine erste Startelf-Bewährungschance seit Dezember ungenutzt verstreichen ließ. Pascal Sohm und Luka Stor bildeten das neue Angriffsduo.

Elfmeter für Haching - 0:2

Die Hachinger hatten sich auch ihre Chancen ausgerechnet. Da sie nun zur Pause in Führung lagen, wollten sie ihren Vorsprung natürlich verteidigen und kämpften entschlossen. In dieser Form hatten das die Dresdner wohl nur bedingt erwartet und fanden auch diesmal nicht die geeigneten Mittel auf dem Weg nach vorn. Starks Schuss aus der zweiten Reihe in die Wolken war eine der wenigen Offensivaktionen, ansonsten gab es viel Krampf und Kampf.

Dann der Schock für die Gäste: Jannis Turtschan drang in den Strafraum ein und Königsdörffer traf ihn dort am Fuß. Schiedsrichter Tobias Schultes legte sich sofort auf Strafstoß fest. Christoph Greger verwandelte den Foulelfmeter. Kevin Broll ahnte die Ecke und war wohl am halbhohen Ball dran, konnte das 2:0 (57.) aber nicht verhindern. Die rund 100 Zuschauer im Stadion feierten den Außenseiter.

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Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): Wir werden analysieren, was falsch gelaufen ist. Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen. Statt so weiter zu spielen, sind wir immer nervöser geworden. Die Kontrolle, die wir eigentlich hatten, haben wir aus der Hand gegeben. Das darf uns so nicht passieren. Wir haben die Möglichkeiten gehabt, haben bis zum Sechzehner gut gespielt. Unterhaching hat heute sehr gut verzeichnet. Wir packen uns nicht in Watte, nach dem letzten Spiel gegen Rostock war ich nicht zufrieden. Deswegen habe ich anderen Jungs eine Chance gegeben. Zur Galerie
Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): "Wir werden analysieren, was falsch gelaufen ist. Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen. Statt so weiter zu spielen, sind wir immer nervöser geworden. Die Kontrolle, die wir eigentlich hatten, haben wir aus der Hand gegeben. Das darf uns so nicht passieren. Wir haben die Möglichkeiten gehabt, haben bis zum Sechzehner gut gespielt. Unterhaching hat heute sehr gut verzeichnet. Wir packen uns nicht in Watte, nach dem letzten Spiel gegen Rostock war ich nicht zufrieden. Deswegen habe ich anderen Jungs eine Chance gegeben." ©

Spätestens jetzt hatten die Hachinger natürlich Oberwasser. Kauczinski reagierte mit einem weiteren Doppelwechsel, Will und Mörschel kamen für Stark und Stefaniak (63.). Nach vorn ging aber weiterhin wenig. Ehlers‘ Flankenversuch (67.) landete ebenso beim Gegner wie der Konter über Königsdörffer, der sich festlief (70.). Stor kam in der 76. Minute zentral vorm Tor gar nicht erst zum Abschluss, weil er zugestellt war und den Ball verlor.

Dynamo muss liefern

Den dadurch entstandenen Konter stoppte Knipping per Foul. Wenig später hatte Patrick Hasenhüttl mit seiner Direktabnahme sogar die Chance auf das 3:0, doch der Ball flog über Brolls Kasten (78.). In den letzten Spielminuten versuchte Kauczinski noch mal was: Stürmer Philipp Hosiner kam für Innenverteidiger Kevin Ehlers (85.) und holte sich eine Minute später gleich mal eine Gelbe Karte ab. Die Gastgeber agierten weiterhin geschickt und hielten die insgesamt enttäuschenden Dynamos auch in der Schlussphase vom eigenen Kasten fern.

Mehr zur SGD

Es bleibt dabei: In Oberbayern kann Dynamo einfach nicht gewinnen – in den fünf Auswärtspartien in Haching, Ingolstadt und dreimal in München stehen null Punkte und 0:8 Tore zu Buche. Eine verheerende Bilanz für einen Tabellenführer, dessen Torlos-Phase weiterhin anhält. In den vergangenen drei Partien konnten die Schwarz-Gelben keinen Treffer mehr bejubeln. Zu allem Überfluss sah Sebastian Mai die fünfte Gelbe Karte und fehlt damit nächstes Wochenende beim Heimspiel gegen den MSV Duisburg.

Es war eine verdiente Pleite beim Tabellenletzten! Wollen die Dynamos auch nächste Woche an der Drittliga-Spitze thronen, müssen sie mehrere Zähne zulegen. Insbesondere der Offensive ist in den vergangenen Partien merklich die Puste ausgegangen. Noch sitzen die Dresdner im Aufstiegszug in Richtung Liga zwei. Doch machen sie so weiter, dürfte sich das bald ändern. Die Hausherren erhalten sich durch den überraschend ungefährdeten Sieg ihre Chancen auf den Klassenerhalt und machen im Abstiegskampf etwas Boden gut.