09. Mai 2021 / 12:27 Uhr

Dynamo Dresden und die Emotionen: Tim Knipping bricht in Tränen aus

Dynamo Dresden und die Emotionen: Tim Knipping bricht in Tränen aus

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Nach der Partie gegen Viktoria Köln ließ Dynamo Dresden Tim Knipping (li.) alles raus.
Nach der Partie gegen Viktoria Köln ließ Dynamo Dresden Tim Knipping (li.) alles raus. © dpa-Zentralbild
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Ein Fußballjahr mit Höhen und Tiefen steht für die Schwarz-Gelben vor einem positiven Ende. Sie können nicht nur aufsteigen, sondern auch noch einen Pokal holen.

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Dresden. Nach dem 2:0-Sieg gegen Viktoria Köln ließ Tim Knipping seinen Tränen freien Lauf, kauerte auf dem Rasen des Rudolf-Harbig-Stadions und heulte wie ein Schlosshund. Unter anderem Linksverteidiger Chris Löwe und Athletiktrainer Matthias Grahé versuchten, Dynamo Dresdens Abwehrhünen zu trösten. Den genauen Grund für den Gefühlsausbruch des 28-Jährigen hellte der Verein anschließend nicht auf, auch private Dinge könnten eine Rolle gespielt haben. Trainer Alexander Schmidt sagte: „Emotionen sind da, er lebt es für Dynamo. Er ist ein herausragender Sportsmann. Ich habe ihn nicht nach dem Grund gefragt, aber es macht ihn natürlich sympathisch, wenn er sein Herz so für Dynamo trägt.“

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Seine Emotionen im Griff hatte dagegen Torwart Kevin Broll. Der 25-Jährige ist gegen die Rheinländer zum 17. Mal in dieser Saison ohne Gegentor geblieben und liegt damit in der Weiße-Weste-Wertung uneinholbar vorn – nachdem es in der vorangegangenen Spielzeit, die mit dem Abstieg in die 3. Liga endete, für ihn und die Schwarz-Gelben überhaupt nicht lief. „Bis zum Schluss haben wir damals gekämpft. Jetzt stehen wir da und können wieder zurück in die 2. Liga. Ich habe es am Anfang der Saison gesagt: Wer tief fällt, kommt vielleicht noch stärker aus der Sache wieder raus. Das ist uns gelungen mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit. Vor zehn Monaten heulst du hier noch und jetzt stehst du auf Platz eins und kannst aufsteigen. Das ist geil, das ist der Fußball, deswegen lieben wir ihn so“, sagte der 25-Jährige.

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Dynamo Dresden kommt nach dem 2:0-Erfolg gegen Viktoria Köln dem Ziel Aufstieg immer näher. Zur Galerie
Dynamo Dresden kommt nach dem 2:0-Erfolg gegen Viktoria Köln dem Ziel Aufstieg immer näher. ©

Eine gewisse Anspannung scheint von den SGD-Profis schon abgefallen zu sein, wo sie jetzt doch wissen, dass ihnen zumindest Platz drei kaum mehr zu nehmen ist. „Ich bin megahappy, die Jungs gehen gerade gut ab“, sagte Heinz Mörschel, während die anderen Spieler ihren Sieg einmal mehr mit dem „Bibi & Tina“-Song feierten, doch er mahnt auch: „Diesen positiven Schwung muss man jetzt mitnehmen ins nächste Spiel. Es ist noch nichts gewonnen.“ Erst ein Sieg gegen Türkgücü München bedeutet automatisch den direkten Aufstieg – egal, was die Kontrahenten machen. „Die Mannschaft hat einen guten Charakter, wird mit Vollgas ins Spiel gehen“, ist Alexander Schmidt überzeugt, der nun bis zum Sonnabend eine ganze Woche Vorbereitungszeit hat.



In die Quere kommt ihm dabei nur das Sachsenpokal-Viertelfinale am Mittwochabend gegen den Bischofswerdaer FV. Gut möglich, dass er dann die zweite Reihe und einige A-Junioren auf den Rasen schickt, um seine Stammelf zu schonen. Da Dynamo sicher unter den ersten vier Mannschaften der 3. Liga und damit bereits für den DFB-Pokal qualifiziert ist, hat das Sachsenpokalspiel noch mehr an Bedeutung verloren. Einfach herschenken möchte Schmidt die Partie aber nicht. „Das ist nicht bedeutungslos. Wenn man für Dynamo Dresden auf dem Platz steht, dann will man kein Spiel verlieren. Wir werden das Spiel ernstnehmen und eine schlagkräftige Mannschaft auf dem Platz haben“, verspricht der 52-Jährige. Denn auch ein Sieg im Pokal kann ganz viele Emotionen freisetzen.