20. September 2017 / 20:33 Uhr

Dynamo Dresden unterliegt cleverer Arminia aus Bielefeld mit 0:2

Dynamo Dresden unterliegt cleverer Arminia aus Bielefeld mit 0:2

Jens Maßlich
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo Dresden empfing Arminia Bielefeld im heimischen DDV-Stadion (4) (dpa)
Dynamo Dresden (weiß) kassiert gegen Arminia Bielefeld eine schmerzhafte 0:2-Heimpleite. © dpa
Anzeige

Lange Zeit passierte nichts vor beiden Toren. Während Dresden im ersten Durchgang kleinere Chancen nicht nutzen konnte, schlugen die Gäste im zweiten Durchgang zweimal eiskalt zu.

Dresden. Die Achterbahnfahrt der SG Dynamo Dresden in der 2. Fußball-Bundesliga hält weiter an. Drei Tage nach dem Auswärtserfolg gegen Jahn Regensburg kassierten die Sachsen am Mittwochabend eine 0:2 (0:0)-Niederlage gegen Arminia Bielefeld und blieben damit bereits das dritte Mal in sieben Spielen ohne eigenen Punktgewinn. Exakt 50 Jahre nach dem ersten Europapokal-Spiel Dynamo Dresdens sahen 26.864 Zuschauer im DDV-Stadion eine ereignisarme Partie, bei der Andreas Voglsammer (80.) und Patrick Weihrauch (90.+2) die Treffer erzielten.

Anzeige

Durchklicken: Die Bilder vom 0:2 in Dresden

Dynamo Dresden empfing Arminia Bielefeld im heimischen DDV-Stadion (27) (Imago) Zur Galerie
Dynamo Dresden empfing Arminia Bielefeld im heimischen DDV-Stadion (27) (Imago) ©

Dynamos Cheftrainer Uwe Neuhaus nahm – entgegen seiner Ankündigung – gleich vier Wechsel im Vergleich zum Regensburg-Spiel vor. Sören Gonther rückte nach überstandener Außenbanddehnung im linken Knie wieder in die Innenverteidigung, Rico Benatelli sowie erstmals in dieser Saison Niklas Hauptmann ins zentrale Mittelfeld. Lucas Röser ersetzte Peniel Mlapa als einzige Sturmspitze. Doch wie bereits drei Tage zuvor brauchte Dynamo, das dem Anlass entsprechend mit einem Sondertrikot auflief, viel Geduld, um vor das Gäste-Tor zu gelangen. Bielefeld störte das Dresdner Aufbauspiel früh, agierte mit zwei Viererketten und machte dadurch die Räume eng.

Wenig Zwingendes auf beiden Seiten

So waren ein Fernschuss von Haris Duljevic (16.) in die Arme von DSC-Keeper Stefan Ortega und ein abgeblockter Schuss von Benatelli (18.) aus zwölf Metern für lange Zeit das Gefährlichste, was die Sachsen zustande brachten. Auf der Gegenseite scheiterte Voglsammer (21.) aus spitzem Winkel an Dynamo-Keeper Marvin Schwäbe. Nach rund einer halben Stunde fanden die Hausherren erstmals größere Lücken im Bielefelder Defensivverbund und vergaben durch Röser (27./28./30.) die größten Gelegenheiten des ersten Durchgangs. Doch der 23-Jährige scheiterte zweimal per Kopf und mit einem Schuss aus spitzem Winkel an Ortega bzw. an sich selbst.

Anzeige

Jetzt Durchklicken: Dynamo in der Einzelkritik!

(25) Marvin Schwäbe: Der Keeper spielte wie immer gut mit dem Fuß mit, sonst hatte er wenig Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Den Rückpass von Gonther konnte er nicht erlaufen, wurde dann von Voglsammer eiskalt überlupft. Note 3. (@ Imago) Zur Galerie
(25) Marvin Schwäbe: Der Keeper spielte wie immer gut mit dem Fuß mit, sonst hatte er wenig Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Den Rückpass von Gonther konnte er nicht erlaufen, wurde dann von Voglsammer eiskalt überlupft. Note 3. (@ Imago) ©

Voglsammer nutzt Fehler von Gonther

Auch im zweiten Durchgang neutralisierten sich beide Teams lange Zeit. Nach rund einer Stunde, in einer Phase in der die Gäste durch etwas mehr Präzision von Fabian Klos (58./59.60.) hätten in Führung gehen können, reagierte Neuhaus und brachte in Mlapa für Duljevic einen zweiten Stürmer. Am Spielverlauf änderte sich jedoch nichts. Zwar hatte Dresden durch Mlapa (73.) und den ebenfalls eingewechselten Möschl (76.) die Gelegenheit zum Führungstreffer, kassierte diesen aber wiederum durch eine missglückte Kopfball-Rückgabe von Gonther. Voglsammer ließ sich die Chance allein vor Schwäbe nicht mehr nehmen. In der Nachspielzeit traf Weihrauch aus 35 Metern ins leere Dresdner Tor zum Endstand.

Stimmen zum Spiel:

Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus: Das ist bitter. Wir hatten uns ganz andere Dinge vorgenommen. Ich glaube, in der ersten Halbzeit hatten wir leichte Feldvorteile. Bielefeld hat viel Wert auf Ordnung, auf Disziplin, auf enge Abstände gelegt. Wir haben uns richtig schwer getan, uns Chancen herauszuspielen. Der Knackpunkt für uns war rund um die 60. Minute. Da wollten wir mit Mlapa frische Impulse bringen. Als er auf dem Platz stand, sind zwei Mann runter. Sascha Horvath war verletzt, auch bei Niklas Hauptmann ging es nicht mehr weiter - da waren wir nach 68 Minuten schon zu drei Wechseln gewzungen, konnten in keiner Form mehr reagieren. Und trotzdem war es ein typisches 0:0-Spiel. Auf beiden Seiten gab es keine brandgefährlichen Aktionen, dann unterlief uns der dicke Patzer. Nach dem 0:1 haben wir dann natürlich immer die falschen Mittel gewählt.

Bielefelds Coach Jeff Saibene: Die drei Punkte geben ein bisschen Ruhe und auch Selbstvertrauen. Ich bin froh, denn in Darmstadt haben wir ein super Spiel gemacht und trotzdem verloren, sind unter Wert geschlagen worden. Ich bin froh, dass wir das heute zurechtbiegen konnten.

Dynamo-Stürmer Lucas Röser: Bielefeld hat gut verteidigt. Wir wussten, dass sie alles reinwerfen hier, aber trotzdem hatten wir in der ersten Halbzeit ein paar gute Aktionen, wo wir gut vors Tor gekommen sind. Es ist uns leider nicht gelungen, 1:0 in Führung zu gehen und dann das 0:0 zu halten.

Dynamo-Verteidiger Paul Seguin: In der ersten Halbzeit hatten wir zwei, drei Chancen. Da müssen wir eine machen, dann sieht es anders aus. Es tut mir leid für den ,Gonni'. Am Ende sieht es natürlich mit 0:2 auch scheiße aus. Ich denke, ein Unentschieden wäre gerecht gewesen.

Dynamo-Kapitän Marco Hartmann: Das Spiel hat gezeigt, dass wir uns so ein bisschen neutralisiert haben. Ich fand, die erste Halbzeit war noch besser von uns. Da sind wir noch häufiger in gefährliche Räume gekommen, weil die Qualität in dem, was wir uns vorgenommen hatten, höher war. Wir haben aber nicht die große Torgefahr ausgestrahlt, Bielefeld war jedoch auch nicht gefährlich. In der zweiten Halbzeit ging das so weiter - mit dem Unterschied, dass uns dann die Qualität fehlte. Dann plätscherte das Spiel so hin. Wir machen Fehler, kriegen Konter, aber es passiert nichts. Und dann kommt so ein Fehler, der im Fußball immer mal wieder passiert, was mir für den Sören sehr leidtut. Er hat ein paar Spiele nicht gespielt. Wenn du so einsteigst, ist das natürlich Mist.


Klick: Bewertet jetzt die Leistung der Dynamo-Elf!