07. Oktober 2021 / 10:45 Uhr

Dynamo Dresden verlängert mit Sportchef Becker um drei Jahre

Dynamo Dresden verlängert mit Sportchef Becker um drei Jahre

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Ralf Becker (re.) und Trainer Schmidt bejubeln Dynamo Dresdens Aufstieg in die 2. Bundesliga.
Ralf Becker (re.) und Trainer Schmidt bejubeln Dynamo Dresdens Aufstieg in die 2. Bundesliga. © Getty Images
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Die SG Dynamo Dresden hat den im Sommer 2022 auslaufenden Vertrag mit Ralf Becker um weitere drei Jahre bis zum 30. Juni 2025 verlängert. Der Geschäftsführer Sport ist seit dem 1. Juli 2020 für die Schwarz-Gelben tätig.

Dresden. Als er vor gut 15 Monaten sein neues Amt übernahm, da waren die in ihn gesetzten Erwartungen groß. Der in Sachsen vergleichsweise wenig bekannte Schwabe Ralf Becker trat schließlich in Dresden nicht irgendeinen Posten an, sondern den des Sport-Geschäftsführers bei Dynamo und wurde damit Nachfolger von Vereinsidol Ralf Minge. Obendrein musste der Leonberger Becker in einer Krisensituation Verantwortung übernehmen, denn der schwarz-gelbe Traditionsclub war nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit gerade wieder abgestiegen, sportlich wie finanziell von der Corona-Pandemie gebeutelt. Die knifflige Bewährungsprobe hat Becker aber gemeistert, seinen Job so gut erledigt, dass Dynamo jetzt seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2025 verlängerte.

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Becker freut sich über das Vertrauen

Nachdem Becker die Mannschaft fast völlig neu zusammengestellt hatte und dieser unter dem sechs Spieltage vor dem Saisonende von ihm geholten Trainer Alexander Schmidt die sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga gelungen war, sahen die Mitglieder des Aufsichtsrates Handlungsbedarf. Sie wollten Fakten schaffen, ehe andere Vereine den anerkannten Fachmann in dessen zweiten Vertragsjahr abzuwerben beginnen konnten.

Aufsichtsratschef Jens Heinig äußerte sich in einer Pressemitteilung des Vereins: „Die Vertragsverlängerung mit Ralf Becker ist eine absolute Überzeugungstat. Er hat nicht nur in kürzester Zeit einen Kader zusammengestellt, mit dem die schnellstmögliche Rückkehr in die 2. Bundesliga gelang, sondern schafft mit seinem Team auch moderne Strukturen im sportlichen Bereich und sorgt für eine enge Verzahnung mit der ‚Nachwuchs Akademie‘. Mit der Vertragsverlängerung ermöglichen wir eine frühzeitige Planungssicherheit, die allen Seiten helfen wird, den eingeschlagenen Weg kontinuierlich fortzusetzen und die nächsten Ziele im sportlichen Bereich zu erreichen.“

Becker freut sich über das Vertrauen und gibt sich hochmotiviert, mit Dynamo den Klassenerhalt zu schaffen. Der 51-Jährige sagt: „Wir können, glaube ich, mit den letzten 15 Monaten sehr zufrieden sein, aber das hört ja nie auf im Fußball – es geht ja immer weiter. Das Ziel ist einfach, sich Schritt für Schritt in den nächsten Jahren so weiterzuentwickeln, dass wir in allen Bereichen – ob das im sportlichen oder im wirtschaftlichen Bereich ist – vorankommen.“ Die Möglichkeiten in Dresden seien gut, im Team von Dynamo fühle er sich wohl. Jedem sei klar, speziell seinem Geschäftsführerkollegen Jürgen Wehlend und ihm, dass man zwar für den Moment gut aufgestellt ist, „aber dass wir uns immer wieder hinterfragen müssen“, so Becker. Er habe nach dem Aufstieg und dem damit vorzeitigen Erfüllen des Zweijahresplans das Gespräch mit dem Aufsichtsrat gesucht: „Mir persönlich war es auch wichtig, schnell mit den Verantwortlichen zusammenzusitzen und zu klären: Jetzt sind wir hier, aber wo wollen wir hin?“

Traoré kommt nicht

Dabei habe man festgestellt, dass nach dem Klassenerhalt in diesem Spieljahr eine Entwicklung im kommenden zu sehen sein muss. Im Jahr 2025 „sollten wir schon den Anspruch haben, uns mindestens im einstelligen Tabellenbereich zu bewegen – mit Richtung erstes Drittel zweite Liga“, so Becker. Jetzt über mehr zu sprechen, sei schwer. „Wenn Hamburg, Bremen und Schalke in drei Jahren auch noch in der zweiten Liga sind, dann beeinflusst das natürlich für alle anderen Vereine eine vernünftige Zielsetzung“, glaubt Becker.

Seine Frau, die mit den Kindern noch in Stuttgart wohnt, habe sich gefreut, dass Dynamo weiter auf ihren Mann setzt, versichert der Ex-Profi, der schon Chefscout beim VfB Stuttgart, Sportchef bei Holstein Kiel und beim Hamburger SV war: „Meine Familie, meine Frau steht immer hinter mir. Sie freut sich, dass es so gut läuft, dass ich mir hier so wohlfühle.“


Der Ex-Gladbacher Ibrahima Traoré (33) wird nicht verpflichtet. Laut Becker ist der Bundesliga-Routinier einfach zu teuer.