27. Juli 2019 / 15:01 Uhr

Dynamo Dresden verliert Auftakt gegen den 1. FC Nürnberg mit 0:1

Dynamo Dresden verliert Auftakt gegen den 1. FC Nürnberg mit 0:1

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
2. Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und 1. FC Nürnberg im Rudolf-Harbig-Stadion: Nürnbergs Nikola Dovedan (links) erzielt gegen Dynamos Niklas Kreuzer, Torwart Kevin Broll und Linus Wahlqvist das Tor zum 0:1.
2. Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und 1. FC Nürnberg im Rudolf-Harbig-Stadion: Nürnbergs Nikola Dovedan (links) erzielt gegen Dynamos Niklas Kreuzer, Torwart Kevin Broll und Linus Wahlqvist das Tor zum 0:1. © dpa
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Dynamo Dresden hat das Saisonauftaktspiel in der 2. Bundesliga gegen den 1. FC Nürnberg mit 0:1 Toren verloren. Nach einer starken ersten Halbzeit hatte Dovedan den Favoriten in der 53. Minute in Führung gebracht. Diesen Wirkungstreffer konnten die Sachsen im nahezu ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion nicht mehr egalisieren.

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Dresden. Die SG Dynamo Dresden hat ihr Saisonauftaktspiel in der 2. Bundesliga gegen den 1. FC Nürnberg trotz guter Leistung mit 0:1 verloren. Nach einer starken ersten Halbzeit der Schwarz-Gelben brachte Nikola Dovedan den Club am Sonnabend zu einem frühen Zeitpunkt in Durchgang zwei in Führung (53.). Die konnten die Sachsen vor 29753 Zuschauern im nahezu ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion nicht mehr egalisieren.

Trainer Cristian Fiel hatte vor der Partie das Geheimnis gelüftet, wer neuer Stammtorwart bei den Schwarz-Gelben wird. Kevin Broll machte das Rennen, Tim Boss saß als Nummer zwei auf der Bank. Mit Chris Löwe auf der linken Außenbahn stellte Fiel einen weiteren Neuzugang von Beginn an auf.

Koné holte früh einen Eckball raus

Dynamo kam gut in die Partie. Der junge Innenverteidiger Kevin Ehlers, aus Dresdens U19 zu den Profis aufgerückt, präsentierte sich in den ersten Situationen gegen Nürnbergs Stürmer Mikael Ishak abgezockt. Anfangsnervosität? Übergroßer Respekt vorm Club? Fehlanzeige. Allerdings waren auch Torchancen vorerst Mangelware, auch wenn Moussa Koné schon früh (3.) den ersten Eckball rausholte.

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2. Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und 1. FC Nürnberg im Rudolf-Harbig-Stadion: Dynamos ehemaliger Spieler Michael Hefele zeigt von der Tribüne aus ein Herz mit seinen Händen. Zur Galerie
2. Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und 1. FC Nürnberg im Rudolf-Harbig-Stadion: Dynamos ehemaliger Spieler Michael Hefele zeigt von der Tribüne aus ein Herz mit seinen Händen. ©

Nach zehn Minuten merkten die Dynamos, dass gegen den FCN was geht. Der aus dem defensiven Mittelfeld aufgerückte Dzenis Burnic kam nach neuerlicher Ecke an den zweiten Ball und fasste sich ein Herz. Sein aus 30 Metern abgefeuerter Strahl ging aber über das Tor (12.).

Deutlich gefährlicher wurde es schon zwei Minuten später, als Rechtsverteidiger Linus Wahlqvist nicht energisch genug von Lukas Jäger angegriffen wurde und aus 25 Metern halbrechte Position abzog. Nürnbergs Torwart Christian Mathenia musste sich dort schon ordentlich strecken, um den halbhohen Ball zur Ecke zu klären (14.). Wenig Schwierigkeiten hatte er bei einem weiteren Abschluss von Burnic – aus zwölf Metern halblinks, allerdings im Fallen.

Zwayer ließ eine Trinkpause machen

Von den Nürnbergern war kaum etwas zu sehen, sie kamen kaum in die gegnerische Spielhälfte. Die SGD machte dagegen einfach weiter. Als Moussa Koné wieder gefährlich vorm Tor auftauchte, klärte Patrick Erras nach 22 Minuten die Hereingabe zu einer weiteren Ecke. Kurz darauf bat Schiedsrichter Felix Zwayer aber erst mal zu einer einminütigen Trinkpause. Das Thermometer zeigte 30 °C im Schatten, die Mannschaften auf dem Rasen duellierten sich aber im prallen Sonnenschein.

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Kevin Broll – Der Neuzugang aus Großaspach hat das Rennen um den Platz im Tor vorerst gewonnen. Bei seinem Punktspiel-Debüt im Dynamo-Trikot war ihm die Nervosität anzumerken. Er agierte nicht immer souverän, leistete sich in der 39. Minute einen gefährlichen Fehlpass. Im Herauslaufen gegen Ishak war er kurz vor der Pause auch nicht konsequent genug und hatte Glück, dass Nürnbergs Torjäger nicht mehr aus der Situation machte. Note 4 Zur Galerie
Kevin Broll – Der Neuzugang aus Großaspach hat das Rennen um den Platz im Tor vorerst gewonnen. Bei seinem Punktspiel-Debüt im Dynamo-Trikot war ihm die Nervosität anzumerken. Er agierte nicht immer souverän, leistete sich in der 39. Minute einen gefährlichen Fehlpass. Im Herauslaufen gegen Ishak war er kurz vor der Pause auch nicht konsequent genug und hatte Glück, dass Nürnbergs Torjäger nicht mehr aus der Situation machte. Note 4 ©

Der Dynamo lief allerdings nicht zu heiß, sondern richtig rund. Der bis dahin schönste Angriff lief über Kreuzer und Horvath, die mit herrlicher Passstafette an der Strafraumgrenze die Nürnberger richtig alt aussehen ließen. Jannis Nikolaou bekam letztlich im Sechzehner den Ball auf dem Silbertablett serviert, jagte ihn aber übers Tor (32.).

Ihre vorerst beste Chance hatten die Franken in der 38. Minute, als Tim Handwerker auf der linken Außenseite durchgebrochen war. Seine Hereingabe wurde zunächst abgewehrt, den zweiten Ball drückte Ishak dann per Kopf übers Tor von Kevin Broll. Der Club wurde nun etwas stärker. Dynamo hatte Glück, dass der heranstürmende Nikola Dovedan freistehend am zweiten Pfosten die Flanke von Asger Sörensen knapp verpasste (42.). Ebenfalls in dieser Phase sah Nikolaou nach einem Foul Dynamos erste Gelbe Karte dieser Saison (39.).

Dann kam der Nackenschlag für die SGD

Auch in der zweiten von drei Nachspielminuten der ersten Halbzeit wurde es noch mal brenzlig, als Kevin Broll sich von Mikael Ishak austricksen ließ, doch der Nürnberger Stürmer brauchte anschließend zu lange für den Abschluss – und der ging auch noch deutlich daneben. Kurz danach ertönte dann Zwayers Pausenpfiff. Die erste Halbzeit der neuen Saison hatte Dynamo positiv und überzeugend hinter sich gebracht.

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Cristian Fiel, Trainer Dynamo Dresden: Ich habe das Gefühl, dass ich hier nach einer sehr unverdienten Niederlage sitze. Die Mannschaft hat komplett umgesetzt, was wir wollten. Wir haben uns immer wieder durchgespielt. Uns hat dann aber das letzte Quäntchen gefehlt, um das Tor zu erzielen. Wir machen einmal den Laufweg in die Tiefe nicht mit, dann kommt der Kopfball und wir liegen hinten. Danach war es natürlich sehr schwer gegen Nürnberg. Letzten Endes zählen die Punkte: Nürnberg hat drei, wir haben null. Deshalb bin ich sehr enttäuscht. Zur Galerie
Cristian Fiel, Trainer Dynamo Dresden: Ich habe das Gefühl, dass ich hier nach einer sehr unverdienten Niederlage sitze. Die Mannschaft hat komplett umgesetzt, was wir wollten. Wir haben uns immer wieder durchgespielt. Uns hat dann aber das letzte Quäntchen gefehlt, um das Tor zu erzielen. Wir machen einmal den Laufweg in die Tiefe nicht mit, dann kommt der Kopfball und wir liegen hinten. Danach war es natürlich sehr schwer gegen Nürnberg. Letzten Endes zählen die Punkte: Nürnberg hat drei, wir haben null. Deshalb bin ich sehr enttäuscht. ©

Der Club hatte sich in Pflichtspiel eins nach dem Abstieg und mit neuem Trainer Damir Canadi hingegen noch nicht gefunden. Zur Pause wechselte er, brachte Oliver Sorg für Enrico Valentini. Durchgang zwei begann mit einer Gelben Karte gegen SGD-Innenverteidiger Jannik Müller, der gegen Robin Hack mit dem Ellenbogen zu Werke gegangen war (46.). Kurz darauf war Moussa Koné durch und umkurvte Mathenia, traf aus extrem spitzem Winkel aber nur an den kurzen Außenpfosten. Doch das Schiedsrichtergespann entschied korrekterweise auf Abseits.

Dann gab es den Nackenschlag für die SGD: Aus dem Halbfeld flankte der eingewechselte Sorg auf Dovedan, der per Kopf aus zehn Metern ins linke Eck zum überraschenden 0:1 einköpfte und Broll keine Chance ließ (53.). Linus Wahlqvist und Niklas Kreuzer waren sich da wohl nicht komplett einig, wer diesen Ball verteidigen soll, letztlich kam Kreuzer zu spät. Diesen Rückstand hatten sich die Sachsen so nicht verdient.

Moussa Koné schoss Abseitstor

Dynamo antwortete mit einer Ablage von Baris Atik im Strafraum auf Jannis Nikolaou, der parallel zur Grundlinie lief und dann abschloss. Den abgefälschten Schuss lenkte Mathenia aber noch um den Pfosten – zur mittlerweile sechsten Ecke für die Schwarz-Gelben, die jedoch nichts einbrachte (56.). Nun lief die Zeit gegen die Dresdner, die zwar spielfreudig blieben, aber vergeblich anrannten. Der Club hingegen änderte sein Konzept, nahm Stürmer Ishak raus und brachte in Ondrej Petrak einen frischen Defensivmann (62.).

Fünf Minuten später erhöhte Cristian Fiel dann das Risiko bei Dynamo, wechselte den defensiv-zentralen Burnic aus und brachte mit Lucas Röser einen zweiten Stürmer. Röser hatte in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils Dynamos erstes Saisontor am ersten Spieltag erzielt – damals hieß der Gegner allerdings beide Male MSV Duisburg.

In der 69. Minute jubelten die Fans, als Koné in die Maschen getroffen hatte, doch erneut wurde er wegen Abseits zurückgepfiffen – nichts war’s mit dem ersehnten Ausgleich. Stattdessen gab es wieder eine Trinkpause. Mit deren Ende wechselte Cristian Fiel zum zweiten Mal. Für den Österreicher Sascha Horvath kam dessen Landsmann Matthäus Taferner ins Spiel – und zu seinem Pflichtspieldebüt für die SGD (71.), die in dieser Phase aus dem Spiel heraus für immer weniger Gefahr sorgte.

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Stattdessen gab es in der 74. Minute schon den neunten Eckball für die Dresdner – der Club hatte weiterhin null –, die aber mangels langer Kerls in keiner Standardsituation ernsthaft gefährlich wurden. Wenig später forderte Atik einen Strafstoßpfiff, doch Schiedsrichter Zwayer stand beim Zweikampf mit Erras günstig (77.).

Dann ließ Taferner sein Können aufblitzen, als er von der halblinken Seite aus 35 Metern aufs Tor schlenzte, doch der Ball verfehlte letztlich das rechte obere Eck (79.). Anschließend machte Chris Löwe Platz für Neuzugang René Klingenburg, der das zentrale offensive Mittelfeld verstärkte (79.). Es war Cristian Fiels letzter Wechsel.

Unverdiente Auftaktniederlage

Doch zunächst meldete sich mal wieder der Club. Dovedans Fernschuss ging drüber. Der Franken-Stürmer monierte, Broll sei noch mit den Fingerspitzen drangewesen, und beschwerte sich über den ausgebliebenen Eckball zu heftig. Er sah dafür die Gelbe Karte (81.). In der 86. Minute bot sich Moussa Koné die Riesenchance auf den Ausgleich, doch er konnte Kreuzers Vorlage nicht nutzen. Mathenia kratzte den Ball mit einer starken Parade aus der Gefahrenzone.

Auch fünf Minuten Nachspielzeit brachten den Schwarz-Gelben nichts mehr ein. Stattdessen hatte Nürnbergs Lukas Mühl noch eine Kopfballchance nach Freistoß für Nürnberg, doch der Ball ging knapp drüber. So steht eine unverdiente Auftaktniederlage für die SGD zu Buche.

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