02. Oktober 2020 / 20:58 Uhr

Dynamo Dresden verliert bei den Bayern-Bubis klar mit 0:3

Dynamo Dresden verliert bei den Bayern-Bubis klar mit 0:3

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Bei der zweiten Mannschaft von Bayern München war nichts zu holen: Dynamo Dresden verliert 0:3 an der Grünwalder Straße. © PICTURE POINT/Gabor Krieg
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Die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski wollte nach dem Besuch im altehrwürdigen Stadion an der Grünwalder Straße in München ungeschlagen bleiben. Am Ende ist die zweite Garde des FC Bayern zu stark für Dynamo Dresden.

München. Dynamo Dresden hat seine erste Saisonniederlage kassiert. Bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern München setzte es am Freitagabend zum Auftakt des 3. Spieltags in der 3. Liga eine deftige 0:3 (0:2)-Schlappe. Arp per direktem Freistoß (22.) und Dajaku (28.) sorgten mit ihrem Doppelschlag im Stadion an der Grünwalder Straße für eine komfortable Pausenführung.

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Kühn schoss mit der letzten Aktion der Partie zum Endstand ein. Zuvor hatte Schlussmann Kevin Broll die Schwarz-Gelben mit einem gehaltenen Elfmeter kurz vor der Pause vor einer höheren Pleite bewahrt. Bitter: Tim Knipping flog kurz vor Schluss mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz.

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Keine Chance an der Grünwalder Straße: Dynamo Dresden kommt beim Drittligameister FC Bayern München II mit 0:3 unter die Räder. Zur Galerie
Keine Chance an der Grünwalder Straße: Dynamo Dresden kommt beim Drittligameister FC Bayern München II mit 0:3 unter die Räder. ©

Im Vergleich zum mühsam erkämpften 1:1-Remis aus der Vorwoche gegen Waldhof Mannheim veränderte Cheftrainer Markus Kauczinski seine Startelf auf einer Position: Paul Will nahm nach Ablauf seiner Gelb-Rot-Sperre wieder seinen Platz im defensiven Mittelfeld ein und verdrängte Sascha Horvath dadurch auf die Bank.

Die Begegnung begann schleppend. Die Bayern waren nicht gewillt, die Gäste aus Sachsen ins Spiel kommen zu lassen, und hatten zunächst etwas mehr von der Partie. Dynamo versuchte erst mal, das Geschehen zu beruhigen, bis sich vorn die Lücke auftut, und schob sich hinten die Bälle hin und her.

Kühns Schuss als Initialzündung

Paul Will, neben Patrick Weihrauch einer von zwei Ex-Bayern in der Dresdner Startelf, überraschte dann mal im Vorwärtsgang mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler Malik Leon Tillman, der dabei im Rasen hängen blieb und sich am Knie verletzte (10.). Der 18-Jährige versuchte es nach kurzer Behandlungspause noch mal, musste drei Minuten später aber vom Feld. Zaiser kam für ihn (13.).

Der frühe Wechsel schien das Konzept der Gastgeber jedoch keineswegs zu beeinträchtigen. Zwar holte sich Kapitän Welzmüller eine Gelbe Karte ab, als er Agyemang Diawusie am Strafraumeck stoppte (14.), und der folgende Freistoß brachte nichts ein, weil SGD-Kapitän Sebastian Mai den zweiten Ball am Tor vorbeiköpfte. Danach entwickelte sich das Spiel aber immer mehr in Richtung Dresdner Gehäuse.


Den ersten ernstzunehmenden Warnschuss auf Kevin Brolls Tor feuerte Nicolas-Gerrit Kühn ab, als er Angelo Stillers Steilpass im Strafraum direkt nahm, aus halblinker Position aber knapp über die Querlatte schoss (20.). Für den amtierenden Drittliga-Meister, der wie die SGD einen personellen Umbruch im Sommer hinter sich hat, war das eine Art Initialzündung.

Denn schon eine Minute später rollte die nächste Angriffswelle auf Dynamos Defensive zu. Diesmal wusste sich Rechtsverteidiger Max Kulke nur mit einem Foulspiel gegen Jann-Fiete Arp zu helfen und sah dafür den gelben Karton. Der gefoulte Ex-Hamburger legte sich den folgenden Freistoß zurecht und traf direkt ins obere linke Eck zur 1:0-Führung für die Bayern (22.). Broll war noch dran, musste den strammen Versuch aber passieren lassen.

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(1) Kevin Broll: In der 22. Spielminute bei Arps Freistoß von der Strafraumgrenze zwar noch mit der Hand am Ball, aber kriegt ihn nicht geklärt. Das 1:0 für die „kleinen Bayern“ war zwar sehr straff und platziert geschossen, erschien aber nicht unhaltbar. Macht beim 0:2 durch Leon Dajaku in der 28. Minute ebenfalls keine gute Figur, als ihm dessen scharfe Hereingabe vom Fuß unglücklich in den eigenen Kasten rutscht. Macht seine Fehler in der 42. Minute wieder gut, indem er einen von Mai verschuldeten und von Stiller geschossenen Elfmeter hält. In der 69. Minute hält er gut gegen Zaiser. Muss in der 90. Minute erneut hinter sich greifen, als Kühn zum 0:3-Endstand einschiebt.  Note: 3,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: In der 22. Spielminute bei Arps Freistoß von der Strafraumgrenze zwar noch mit der Hand am Ball, aber kriegt ihn nicht geklärt. Das 1:0 für die „kleinen Bayern“ war zwar sehr straff und platziert geschossen, erschien aber nicht unhaltbar. Macht beim 0:2 durch Leon Dajaku in der 28. Minute ebenfalls keine gute Figur, als ihm dessen scharfe Hereingabe vom Fuß unglücklich in den eigenen Kasten rutscht. Macht seine Fehler in der 42. Minute wieder gut, indem er einen von Mai verschuldeten und von Stiller geschossenen Elfmeter hält. In der 69. Minute hält er gut gegen Zaiser. Muss in der 90. Minute erneut hinter sich greifen, als Kühn zum 0:3-Endstand einschiebt.  Note: 3,5 ©

Broll pariert Elfmeter

Und es kam noch schlimmer aus Gästesicht: Kühn trug wenige Minuten später den Ball nach vorn, Mai konnte mit seiner Grätsche den Pass auf Leon Dajaku nicht verhindern. Der wollte von links aus spitzem Winkel eigentlich eine scharfe Hereingabe in Richtung Torlinie spielen, konnte aber plötzlich sein 2:0 bejubeln. Denn Broll ließ den Ball irgendwie passieren, fälschte ihn mit dem eigenen Fuß in seinen Kasten ab (28.).

Das war eine schwere Hypothek für die Schwarz-Gelben, zumal die Bayern noch nicht genug hatten. Knipping musste am Mittelkreis ein taktisches Foul gegen Welzmüller ziehen. Damit war der zweite Akteur der SGD-Viererkette verwarnt (33.). In der Folge versuchte es Dynamo mit ein paar Flanken und schnellen Vorstößen, doch Chris Löwe fand sein Ziel nicht und Agyemang Diawusie verzettelte sich gegen Lawrence (34.).

Mehr zur SGD

Als dann Bayern mal wieder gefährlich wurde, kreuzte Mai Kühns Bahn im Strafraum. Bayerns Offensivmann fiel dadurch und Schiedsrichter Martin Speckner zeigte bei seinem Drittliga-Debüt korrekterweise auf den Elfmeterpunkt. Bei Stillers Foulstrafstoß ins linke untere Eck hatte Broll jedoch den Braten gerochen. Mit seiner starken Parade verhinderte er Bayerns 3:0 und betrieb Wiedergutmachung für seinen vorangegangenen Fehler.

Dynamo rennt an - vergebens

Unnötig nur die Gelbe Karte, die sich Yannick Stark fürs Ballwegschlagen nach dem fälligen Strafstoßpfiff einfing (42.). Bis zur Pause blieb Dynamo kaum Zeit, noch mal anzurucken. Und so lag die Kauczinski-Truppe nach der ersten Halbzeit mit 0:2 hinten. Der Trainer versuchte, für den zweiten Durchgang neuen Schwung in die Offensive zu bringen. Der blasse Vlachodimos blieb in der Kabine, Königsdörffer kam für ihn (46.).

Und tatsächlich ging gleich mehr nach vorn. Max Kulkes Hereingabe konnte Christoph Daferner am zweiten Pfosten nicht veredeln, weil er den Ball nicht richtig traf (47.). Doch Dynamo drängte weiter auf den Anschluss. In der 54. Minute fasste sich Diawusie ein Herz, drang von rechts in den Strafraum ein und schoss aufs lange Eck. Diesmal flog der Ball nur zehn Zentimeter am Pfosten vorbei.

DURCHKLICKEN: Das sagen Spieler und Trainer

Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): Glückwunsch zum verdienten Sieg. Die erste Halbzeit war natürlich sehr schlecht, da haben wir nicht ins Spiel gefunden, weder spielerisch noch von der Mentalität – auch wenn wir hier und da gute Ansätze hatten, aber die haben wir am Ende verstolpert. Folgerichtig liegen wir zurück. In der zweiten Halbzeit sind wir direkt gut rausgekommen, haben Chancen für fünf Tore, machen diese Tore aber nicht. Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt und haben dann das gemacht, was wir von Anfang an wollten. Aber am Ende hat es nicht gereicht, weil wir die erste Halbzeit verpennt haben, zwei Tore kassiert haben, hinterhergerannt sind. Es wird noch ein langer Weg, wir stehen immer noch am Anfang und müssen uns noch finden. Das wurde jetzt bestraft. Zur Galerie
Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): "Glückwunsch zum verdienten Sieg. Die erste Halbzeit war natürlich sehr schlecht, da haben wir nicht ins Spiel gefunden, weder spielerisch noch von der Mentalität – auch wenn wir hier und da gute Ansätze hatten, aber die haben wir am Ende verstolpert. Folgerichtig liegen wir zurück. In der zweiten Halbzeit sind wir direkt gut rausgekommen, haben Chancen für fünf Tore, machen diese Tore aber nicht. Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt und haben dann das gemacht, was wir von Anfang an wollten. Aber am Ende hat es nicht gereicht, weil wir die erste Halbzeit verpennt haben, zwei Tore kassiert haben, hinterhergerannt sind. Es wird noch ein langer Weg, wir stehen immer noch am Anfang und müssen uns noch finden. Das wurde jetzt bestraft." ©

Gut für Dynamo, dass der Unparteiische bei Mais Zweikampf gegen Arp (59.), als der Dresdner Kapitän mit seinem Arm schob, weiterlaufen ließ. Danach setzte Kauczinski noch mehr auf Offensive. Er nahm mit Paul Will einen defensiven Mittelfeldmann raus und brachte in Philipp Hosiner für die letzte halbe Stunde einen zweiten Stürmer (62.).

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Dämpfer im Aufstiegskampf

Dynamo rannte weiter an, doch die Bayern-Amateure verteidigten gut. Diawusie (64.), Hosiner (70.) und Stark (71.) blieben jedoch bei ihren Versuchen allesamt ohne Fortune. Auf der Gegenseite hätte die eigene offensive Ausrichtung für die Schwarz-Gelben beinahe negative Folgen gehabt, doch Broll hielt stark gegen Zaiser (68.). Eine Viertelstunde vor Schluss hatte Torschütze Arp dann Feierabend. Mit Lenny Borges kam ein zusätzlicher Verteidiger ins Spiel und die Botschaft war klar: Trainer Holger Seitz wollte den Vorsprung unbedingt ins Ziel bringen. Und das gelang auch, weil Dynamo vorn weiterhin nicht zwingend genug agierte und Keeper Hoffmann bei den mehrfach zu zentralen Abschlüssen keine Mühe hatte, den Ball festzuhalten.

Nach 82 Minuten spielte Kauczinski seinen letzten Trumpf, brachte für Yannick Stark den kopfballstarken Verteidiger Kevin Ehlers, der sich sofort auch in die Offensive einschalten sollte. Doch das ging nach hinten los. Knipping blieb im gegnerischen Strafraum an „Ehle“ hängen und forderte einen Elfmeter, sah vom Schiedsrichter aber seine zweite Gelbe Karte des Tages, wohl für eine Schwalbe (83.).

Damit war Dynamos Schicksal besiegelt. Hosiner und Mai holten sich noch Gelbe Karten ab. In der 90. Minute traf Kühn dann nach Fehler von Mai zum Endstand. Spätestens damit sind die Schwarz-Gelben im harten Drittliga-Alltag angelangt und erhielten einen wirklich empfindlichen Dämpfer im Kampf um den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga.