03. Oktober 2021 / 15:32 Uhr

Dynamo Dresden verliert beim neuen Tabellenführer FC St. Pauli

Dynamo Dresden verliert beim neuen Tabellenführer FC St. Pauli

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
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Guido Burgstaller verwandelte sicher per Elfmeter zum 2:0. Dresdens Schlussmann hatte keine Chance. © dpa
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Am Sonntagnachmittag stand für Dynamo Dresden die schwere Auswärts-Partie beim FC St. Pauli an. Schon nach wenigen Sekunden klingelte es im Kasten von Kevin Broll. So wirklich gefährlich waren die Schwarz-Gelben an diesem Spieltag nicht und verloren gegen souveräne Hamburger mit 0:3.

Hamburg. In Hamburg nichts Neues: Dynamo Dresden kann einfach nicht in der Hansestadt gewinnen. Beim FC St. Pauli machte die Truppe von Trainer Alexander Schmidt zwar vor 14.773 Zuschauern kein so schlechtes Spiel, doch am Ende verloren die Schwarz-Gelben am Millerntor klar mit 0:3 (0:1).

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Besonders ärgerlich aus Dresdner Sicht war, dass die Sachsen von der ersten Minute an einem Rückstand hinterherlaufen mussten, der Matchplan von Schmidt war beim neuen Tabellenführer schnell nichts mehr wert. Da die Gäste offensiv zu wenig Druck entfalten und nur wenige Torchancen herausarbeiten konnten, ging der Sieg für die Kiezkicker am Ende völlig in Ordnung.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur Dresdner Niederlage in Hamburg

Dynamo Dresden lief fast das ganze Spiel einem Rückstand hinterher. Zwingende Chancen hatten die Schwarz-Gelben nicht und verloren am Ende beim FC St. Pauli mit 0:3. Zur Galerie
Dynamo Dresden lief fast das ganze Spiel einem Rückstand hinterher. Zwingende Chancen hatten die Schwarz-Gelben nicht und verloren am Ende beim FC St. Pauli mit 0:3. ©

Die Gäste von der Oberelbe begannen an der Unterelbe mit nur einer Änderung in ihrer Startelf: Julius Kade ersetzte nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre Paul Will im Mittelfeld, ansonsten spielte das siegreiche Anfangsteam vom 3:0 gegen Bremen. Die Gastgeber nahmen auch nur eine Änderung vor: Trainer Timo Schultz brachte Christopher Buchtmann für Maximilian Dittgen, der beim 3:1 in Karlsruhe noch begonnen hatte.


Wenig Höhepunkte

Die Maßnahme von Schultz machte sich sofort bezahlt, denn Buchtmann sorgte gleich in der Anfangsminute für einen Paukenschlag. Der 29-Jährige zog sofort ab, als Daniel-Kofi Kyereh im Duell mit Michael Sollbauer den Ball per Hacke ablegte – unhaltbar für Kevin Broll schlug die Kugel links oben im Dynamo-Tor ein (1.). Ein Start nach Maß für die Hamburger, ein arger Dämpfer für die Dresdner.

Die Gäste brauchten einige Minuten, um den Nackenschlag zu verdauen und sich etwas zu befreien. Ransford-Yeboah Königsdörffer hatte in der 11. Minute die erste Chance, als er sich gegen Paulis Kapitän Philipp Ziereis durchsetzte und aus der Drehung über das Tor schoss. Einen Kopfball nach Vorarbeit von Morris Schröter bekam Königsdörffer nicht optimal auf die Stirn, so flog das Spielgerät vorbei (14.).

Die Gastgeber hatten aber auch nur wenige klare Szenen im Angriff zu bieten, erst in der 21. Minute hatte Paulis Top-Torjäger Guido Burgstaller seinen siebenten Saisontreffer auf dem Fuß, als er freistehend abziehen konnte, aber Broll noch die Finger an den Ball bekam und ihn ins Aus lenkte. Danach blieben Höhepunkte rar, beiden Mannschaften fehlte es an Präzision im Zusammenspiel. Erst kurz vor der Halbzeit kam Afeez Aremu, der an diesem Tag 22 Jahre alt wurde, noch einmal zum Schuss, doch der Ball zischte zentral über die Querlatte des Dresdner Tores (44.).

Sollbauer verursacht Elfmeter

Nach dem Wiederanpfiff wurde Dynamo stärker, den Hamburgern gelang es nicht mehr, Dauerdruck zu entfachen. SGD-Coach Schmidt hatte Agyemang Diawusie für Kade gebracht, die Gäste kamen nun besser ins Spiel. Schröter hatte in der 61. Minute das 1:1 auf dem Fuß, schoss aber flach am langen Eck vorbei.

Nachdem die Hausherren Ex-Dynamo Rico Benatelli für Buchtmann einwechselten (65.), beorderte Schmidt Jong-Min Seo und Guram Giobelidze für Schröter und Königsdörffer auf den Rasen (68.). Doch statt den Ausgleich zu erzwingen, brachten sich die Dresdner weiter ins Hintertreffen, als Sollbauer Marcel Hartel im Strafraum das Bein stellte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Burgstaller, als er den Ball an die Unterkante der Latte donnerte, von wo er ins Netz sprang (73.). Wieder hatte Broll keine Abwehrchance.

DURCHKLICKEN: Die Noten zum Spiel

(1) Kevin Broll: Bei Buchtmanns frühem 1:0 nach einer Minute chancenlos: streckt sich vergebens, als der Ball im Winkel einschlägt. Dafür klärt er bei Burgstallers Schuss (22.) mit starker Parade zur Ecke. Danach in den wesentlichen Situationen immer auf dem Posten. Machtlos auch bei Burgstallers platziertem Foulelfmeter (73.). Beim 3:0 in der Nachspielzeit des kurz zuvor eingewechselten Marcel Beifus ist er nah dran an einer Parade, doch der Ball geht ins Netz. Note: 3 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Bei Buchtmanns frühem 1:0 nach einer Minute chancenlos: streckt sich vergebens, als der Ball im Winkel einschlägt. Dafür klärt er bei Burgstallers Schuss (22.) mit starker Parade zur Ecke. Danach in den wesentlichen Situationen immer auf dem Posten. Machtlos auch bei Burgstallers platziertem Foulelfmeter (73.). Beim 3:0 in der Nachspielzeit des kurz zuvor eingewechselten Marcel Beifus ist er nah dran an einer Parade, doch der Ball geht ins Netz. Note: 3 ©

Zwar schickte Schmidt nochmals zwei frische Profis in die Partie – Paul Will und Antonis Aidonis kamen für Chris Löwe und Robin Becker -, doch den Gästen gelang es nicht mehr ansatzweise, den Anschluss herzustellen. Im Gegenteil: St. Pauli legte in der Nachspielzeit noch das 3:0 nach, als der eben eingewechselte Joker Marcel Beifus stach. Broll war noch am Ball, doch konnte er ihn nicht mehr entscheidend ablenken (90.+4). So feierten die Hamburger Fans am Ende drei Punkte und den Sprung ihrer Mannschaft an die Tabellenspitze.