24. Januar 2020 / 15:51 Uhr

Dynamo Dresden verliert Generalprobe beim VfB Stuttgart

Dynamo Dresden verliert Generalprobe beim VfB Stuttgart

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo-Neuzugang Marco Terrazzino behauptet den Ball gegen einen VfB-Profi.
Dynamo-Neuzugang Marco Terrazzino behauptet den Ball gegen einen VfB-Profi. © Pressefoto Rudel
Anzeige

Trotz früher Führung durch Patrick Ebert verliert Dynamo das Testspiel in Stuttgart mit 1:3. Zwar blieb ein Erfolgserlebnis aus, dennoch haben sich die Dresdner gut verkauft.

Anzeige

Stuttgart. Dynamo Dresden hat sein Testspiel beim Zweitliga-Kontrahenten VfB Stuttgart am Freitagnachmittag mit 1:3 (1:0) verloren. Im Robert-Schlienz-Stadion, gleich neben der Mercedes-Benz-Arena, besorgte Patrick Ebert (6.) das frühe 1:0 für die Gäste aus Sachsen. Mario Gomez glich aus (67.), Al Ghaddioui besorgte die Führung für die Gastgeber per Elfmeter (78). Mit dem Schlusspfiff machte Lilian Niclas Egloff das 1:3. Bei der Generalprobe fünf Tage vorm Start der Restrückrunde am kommenden Mittwoch im Rudolf-Harbig-Stadion gegen den Karlsruher SC haben die Schwarz-Gelben damit zwar kein weiteres Erfolgserlebnis gefeiert, das ihnen Auftrieb für den schwierigen Kampf um den Klassenerhalt geben kann. Aber sie haben sich ordentlich verkauft.

Anzeige

Florian Ballas Kapitän, Patrick Ebert Vize

Vorm Spiel gab es erst mal keine guten Nachrichten von den Dynamos. Denn Abwehrtalent Kevin Ehlers hat sich im Trainingslager in Mijas (Spanien), aus dem sie am Montag zurückgekehrt waren, einen Außenbandteilriss und eine Überdehnung des vorderen Syndesmosebandes im rechten Sprunggelenk zugezogen. Das habe eine MRT-Untersuchung im Dresdner Uniklinikum ergeben. Damit wird der 19-Jährige mehrere Wochen lang ausfallen.

Dynamo testet in Stuttgart.
Dynamo testet in Stuttgart. © Caroline Grossmann

Neben Florian Ballas, der vorm Spiel vom Mannschaftsrat zum Kapitän gewählt worden war, agierte Jannis Nikolaou als zweiter Innenverteidiger. In Abwesenheit von Neuzugang Josef Husbauer, der wegen eines Infekts fehlte, spielten Dzenis Burnic und René Klingenburg nebeneinander um den zweiten Platz im zentralen defensiven Mittelfeld. An Husbauer führe dort laut Trainer Markus Kauczinski schließlich kein Weg vorbei. Wann der Tscheche wieder ins Training einsteigt, werde Anfang kommender Woche entschieden.

Patrick Schmidt bildete die einzige Spitze und vorn links spielte mit Marco Terrazzino ein zweiter Neuzugang von Beginn an. Dieses Duo dürfte wohl ebenfalls gesetzt sein. Auf dem rechten offensiven Flügel begann diesmal Sascha Horvath. Routinier Patrick Ebert, Dynamos neuer Vizekapitän, begann im zentralen offensiven Mittelfeld, Baris Atik saß auf der Bank. Außenverteidiger waren Brian Hamalainen und Linus Wahlqvist, allerdings sind diese Positionen noch am ehesten umkämpft. Das Tor hütete erwartungsgemäß Kevin Broll.


Erster gefährlicher Vorstoß führte zum 1:0

Dass das Tabellenschlusslicht der 2. Fußball-Bundesliga bei einem Aufstiegskandidaten spielte, war der Begegnung nicht anzumerken. Beflügelt durch ihre Testspielsiege im südspanischen Trainingslager (1:0 gegen Dinamo Bukarest und 3:0 gegen Jeonbuk aus Südkorea), waren die Schwarz-Gelben von der ersten Sekunde an hellwach. Die Rechnung, die Schwaben vom eigenen Gehäuse fernzuhalten, ging über weite Strecken der ersten Halbzeit auf. Zwar hatten sie mehr Ballbesitz, aber in Durchgang eins kaum erfolgversprechende Offensivaktionen.

Dynamo Dresden testet in Stuttgart.
Dynamo Dresden testet in Stuttgart. © Caroline Grossmann

Der erste gefährliche Dresdner Vorstoß war dann auch gleich von Erfolg gekrönt: Linus Wahlqvist schickte auf der rechten Seite mit weitem Pass Patrick Schmidt, der grätschend und mit letztem Einsatz vor der Grundlinie noch den Ball nach innen bringt. Dort läuft Ebert goldrichtig ein und hat wenig Mühe, den Ball mit der Innenseite aus 14 Metern halbhoch zum 1:0 ins Tor zu schießen (6.) – VfB-Schlussmann Gregor Kobel hatte keine Abwehrchance. Und Fußball kann so einfach sein.

Erst in der 27. Minute kam Stuttgart zum ersten wirklichen Torschuss. Philipp Förster zog aus 20 Metern flach ab. Kevin Broll machte sich lang und hatte die Kugel sicher. In der Folge kam der VfB dem gegnerischen Tor etwas näher, doch Broll war immer auf dem Posten. Von der SGD waren in dieser Phase nur noch gelegentliche Vorstöße zu sehen – der beste war ein Alleingang von Patrick Ebert kurz vor der Ende der ersten Hälfte; sein Schlenzer ging jedoch deutlich links über den Kasten. Unmittelbar darauf erschallte der Pausenpfiff von Schiedsrichter Tobias Reichel.

Ausgleich nach Sechsfach-Wechsel

Dass es mit dem Seitenwechsel bei den Dresdnern keinerlei Wechsel gab, konnte man schon als Fingerzeig des Trainers im Hinblick auf mögliche Kandidaten für die Dresdner Stammelf werten. Und die hielten sich trotz Temperaturen im Schwabenland nur knapp über dem Gefrierpunkt weiterhin wacker. Zwar musste Linus Wahlqvist bei einem Stuttgarter Kopfball auf der Linie retten (52.) und der zweite Ball ging dann knapp drüber, dennoch stemmte sich Dynamo weiter gut dagegen.

Nach einer reichlichen Stunde Spielzeit kam dann der Sechsfach-Wechsel bei den Dresdnern. Wahlqvist, Ballas, Hamalainen, Ebert, Terrazzino und Schmidt verließen den Rasen, dafür kamen Kreuzer, Müller, Atik, Jeremejeff, Neuzugang Godsway Donyoh und Chris Löwe, der die Kapitänsbinde übernahm. Die neue Verteidigerkette brauchte Zeit, sich zu finden. Der eingewechselte deutsche Ex-Nationalspieler Mario Gomez wusste das zu nutzen, als er mit Nebenmann Al Ghaddioui frei vor Kevin Broll auftauchte und keine Mühe hatte, den Ball zum Ausgleich ins Tor zu schieben (67.).

Mehr zu Dynamo

Später bekamen dann bei Dynamo auch noch Patrick Wiegers (72., für Kevin Broll), Max Kulke (72., für René Klingenburg), Patrick Möschl (72., für Sascha Horvath) und Justin Löwe (77., für Dzenis Burnic) ihre Einsatzzeit. Godsway Donyohs Einstand bei den Dresdnern misslang aber – in der 78. Minute foulte er im Zweikampf um den Ball Roberto Massimo am Strafraumeck. Sofort ertönte der Elfmeterpfiff. Patrick Wiegers machte sich beim Strafstoß von Hamadi Al Ghaddioui lang und kam an den Ball, konnte das wuchtige Geschoss aber nicht entscheidend ablenken – 1:2 aus Dresdner Sicht. Zwar hatte Niklas Kreuzer (86.) noch mal den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber an Gregor Kobel. Dafür besorgte Lilian Niclas Egloff den 1:3-Endstand (90.)

Diesmal ging es noch nicht um Punkte. Anders ist das bei den nächsten Duellen gegen baden-württembergische Clubs am Mittwoch daheim gegen Karlsruhe und am Sonntag nächster Woche in Heidenheim.

Dynamo: Kevin Broll (72. Patrick Wiegers) – Linus Wahlqvist (61. Niklas Kreuzer), Florian Ballas (C, 61. Jannik Müller), Jannis Nikolaou, Brian Hamalainen (61. Chris Löwe) – René Klingenburg (72. Max Kulke), Dzenis Burnic (77. Justin Löwe) – Sascha Horvath (72. Patrick Möschl), Patrick Ebert (61. Baris Atik), Marco Terrazzino (61. Godsway Donyoh) – Patrick Schmidt (61. Alexander Jeremejeff)

Caroline Grossmann und Stefan Schramm