20. Oktober 2020 / 21:03 Uhr

Dynamo Dresden verliert Sachsen-Derby gegen Zwickau mit 1:2

Dynamo Dresden verliert Sachsen-Derby gegen Zwickau mit 1:2

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Ein geknickter Yannick Stark: Die SG Dynamo Dresden verliert das Sachsenderby gegen den FSV Zwickau mit 1:2.
Ein geknickter Yannick Stark: Die SG Dynamo Dresden verliert das Sachsenderby gegen den FSV Zwickau mit 1:2. © PICTURE POINT
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Das erste Duell der Saison geht an die Westsachsen: Die SG Dynamo Dresden muss sich am Dienstagabend den Freunden und Gästen des FSV aus Zwickau geschlagen geben.

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Dresden. Dynamo Dresdens Siegesserie ist gerissen. Das Sachsenderby vor 999 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion gegen den FSV Zwickau ging am Dienstagabend mit 1:2 (1:2) verloren. Dem frühen Führungstor durch Hosiner (2.) folgte der prompte Ausgleich für Zwickau durch Schikora (4.). Jensen drehte die von einer schweren Verletzung von Chris Löwe (15.) überschattete Partie zugunsten der Zwickauer (30.). In Halbzeit zwei bestimmten bis auf gelegentliche FSV-Konter die Schwarz-Gelben das Geschehen, hatten vorn aber keinen Erfolg. Kapitän Sebastian Mai vergab in der Nachspielzeit die Chance auf den Ausgleich, als er bei einem direkten Freistoß nur den Außenpfosten traf. Dadurch zieht Zwickau an Dynamo vorbei auf Tabellenplatz sechs der 3. Fußball-Liga. Die SGD ist nun siebenter.

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SGD-Cheftrainer Markus Kauczinski ließ in der englischen Woche, nur drei Tage nach dem Auswärtssieg in Lübeck, auf zwei Positionen rotieren: Der nach seinem Muskelfaserriss wieder einsatzbereite Robin Becker war für Max Kulke als Rechtsverteidiger im Startaufgebot. Zudem ersetzte Panagiotis Vlachodimos den jungen Ransford Königsdörffer auf dem linken offensiven Flügel.

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Die SG Dynamo Dresden verliert das freundschaftliche Derby gegen den FSV Zwickau mit 1:2. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden verliert das freundschaftliche Derby gegen den FSV Zwickau mit 1:2. ©

Beide Mannschaften beschnupperten sich nicht, sondern legten gleich richtig los. Becker eroberte in der Zwickauer Hälfte den Ball und nahm Agyemang Diawusie mit, dessen Hereingabe auf halblinks bei Vlachodimos landete. Und der spielte vorn ins Zentrum zu Philipp Hosiner, der gleich mit dem ersten Angriff der Partie Zwickaus Kapitän und Torwart Johannes Brinkies überwand. Nach exakt 100 Sekunden stand es 1:0 für Dynamo durch eine starke Kombination der Offensive.

Löwe wird vom Spielfeld getragen

Doch der Jubel war noch gar nicht verhallt, da fiel der Ausgleich. Keine zwei Minuten später hielt Marco Schikora bei einem Eckstoß von Maximilian Wolfram am ersten Pfosten einfach mal den Fuß an den Ball und fälschte ihn in Richtung Tor ab. Gegenspieler Robin Becker und Kevin Broll waren verdutzt, denn plötzlich stand es durch diese gelungene Aktion 1:1 (4.). Zwickau blieb weiter mutig. Einen weiten Drinkuth-Einwurf verlängerte Ronny König in die Spitze, doch Chris Löwe klärte – Glück für Dynamo, dass es da keinen Elfmeter gab, denn der Routinier war mit der Hand dran (10.).

Kurz darauf stand er erneut im Blickpunkt, als Zwickaus Reinhardt an der Seitenlinie brutal in ihn reinrauschte. Nur die Gelbe Karte für den Übeltäter – das hätte ein Platzverweis sein müssen. Für Löwe ging es nicht weiter, er hat sich wohl schwer am Knie verletzt. Per Trage wurde er vom Rasen gebracht – und danach gleich weiter ins Krankenhaus. Jonathan Meier kam für ihn (15.).

Dynamos Bälle an Freund und Feind vorbei

Dynamo wirkte danach etwas geschockt und ließ den FSV immer mehr in die Partie kommen. Als nächstes versuchte sich Ronny König, doch sein Schuss strich knapp rechts am Pfosten des Dresdner Tors vorbei (18.). Gefährlich blieb es aber auch in den Zweikämpfen. Zuerst langte Davy Frick gegen Torschütze Hosiner zu (21.), eine Minute später fällte Vlachodimos einen Zwickauer – für beide Fouls zückte Schiedsrichter Alexander Sather die Gelbe Karte. Die Gäste aus Westsachsen hatten etwas mehr vom Spiel. Dynamo war zunächst im Glück, dass König nicht mehr aus seiner guten Chance machte (28.), kurz darauf musste Broll aber erneut hinter sich greifen: Manfred Starke passte mit Auge auf den in der Mitte einlaufenden Leon Jensen, der mit trockenem Schuss ins Eck die Partie drehte. Weihrauch und Stark grätschten vorm 1:2 vergeblich nach dem Ball (30.).

Das hatten sich die minimalistischen Dynamos, denen bislang ein Tor immer zum Punktgewinn genügte, sicher anders vorgestellt. Nach vorn taten sie sich weiter schwer. Diawusies Pässe kamen nun weniger genau – auch der auf den einschussbereiten Hosiner (35.) wurde im letzten Moment abgefangen. Nach 39 Minuten schon wieder eine Gelbe – diesmal für Zwickaus Starke, der Will gefoult hatte. Weihrauch schoss den fälligen Freistoß aus 25 Metern aber klar drüber. In der ersten von drei Nachspielminuten der ersten Hälfte hatten die Schwarz-Gelben dann noch eine aussichtsreiche Konterchance über Hosiner und Diawusie, doch auch diesmal ging dessen flache Hereingabe im Strafraum an Freund und Feind vorbei. Kurz darauf ging es in die Pause.

Mais Freistoß an den Pfosten

Zu Beginn von Durchgang zwei kam Marvin Stefaniak positionsgetreu für den gelbverwarnten Vlachodimos ins Spiel – und hatte gleich eine gute Kopfballchance (52.), doch der Ball ging rechts am Kasten von Brinkies vorbei. Auf der Gegenseite hätte Zwickau fast erhöht, doch Wolframs Ecke ging nur ans Torgestänge (53.). Alles andere als optimal dann Dynamos Konter nach 60 Minuten Spielzeit, als Hosiner sich trotz anfänglichen Vorsprungs noch von Stanic ablaufen ließ und auch nicht quer auf den mitgelaufenen Stefaniak legte. Da war viel mehr drin! Verstärkung erhielt Hosiner vorn in der 67. Minute durch die Einwechslung des zweiten Stürmers Christoph Daferner. Robin Becker ging dafür vom Feld, Dynamo stellte nun hinten auf Dreierkette um und blieb offensiv am Drücker, auch wenn der FSV hin und wieder vorn Nadelstiche setzen konnte.

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(1) Kevin Broll: Der Keeper hat eine Aktie am frühen 1:1-Ausgleich (4.), denn der Ball geht ins kurze Eck. Beim 1:2 durch Jensens sehr platzierten Abschluss ohne Abwehrchance. Dagegen bei Reinhardts Kopfball zu spät (35.) und im Glück, dass es nicht erneut einschlägt. Entschärft unter anderem Drinkuths Abschluss (87.). Note: 4 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Der Keeper hat eine Aktie am frühen 1:1-Ausgleich (4.), denn der Ball geht ins kurze Eck. Beim 1:2 durch Jensens sehr platzierten Abschluss ohne Abwehrchance. Dagegen bei Reinhardts Kopfball zu spät (35.) und im Glück, dass es nicht erneut einschlägt. Entschärft unter anderem Drinkuths Abschluss (87.). Note: 4 ©

In der 75. Minute hatten die Gäste eine gute Chance durch den eingewechselten Yannik Möker. Er war einer von drei frischen Kräften, die FSV-Coach Joe Enochs zwischen der 67. und 80. Spielminute brachte. Entlastend wirkte sich das aber kaum aus, denn gegen Ende spielte fast nur noch Dynamo. Ernsthaft eingreifen musste FSV-Keeper Brinkies jedoch so gut wie gar nicht. Häufig erledigten seine Vorderleute ihre Aufgabe solide. Offensiv war das von Dynamo insgesamt einfach zu wenig gefährlich.

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Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): Das war ein verdienter Sieg für Zwickau. Sie haben nach unserer Führung das Tor gemacht, wir haben postwendend den Ausgleich kassiert. Danach haben wir völlig den Faden verloren, vor allem in der ersten Halbzeit. Wir haben so gut wie gar nicht stattgefunden, auch in den Zweikämpfen, in diesen Momenten, wir haben Kopfbälle verloren und waren nicht so da, wie man es in so einem Spiel sein sollte. Dann kassieren wir das 2:1. In der zweiten Halbzeit war es dann ein ausgeglichenes Spiel mit Momenten auf der einen und der anderen Seite. Wir haben den Kampf angenommen, aber es war auf beiden Seiten zerfahren. Am Ende haben wir noch die Möglichkeit, durch „Basti“ vielleicht den Ausgleich zu machen. Aber unter dem Strich hätten wir das heute nicht verdient gehabt. Wir haben nicht das eingesetzt, was man einsetzen muss, um so ein Spiel zu gewinnen und dann geht man auch verdient als Verlierer vom Platz. Zur Galerie
Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): "Das war ein verdienter Sieg für Zwickau. Sie haben nach unserer Führung das Tor gemacht, wir haben postwendend den Ausgleich kassiert. Danach haben wir völlig den Faden verloren, vor allem in der ersten Halbzeit. Wir haben so gut wie gar nicht stattgefunden, auch in den Zweikämpfen, in diesen Momenten, wir haben Kopfbälle verloren und waren nicht so da, wie man es in so einem Spiel sein sollte. Dann kassieren wir das 2:1. In der zweiten Halbzeit war es dann ein ausgeglichenes Spiel mit Momenten auf der einen und der anderen Seite. Wir haben den Kampf angenommen, aber es war auf beiden Seiten zerfahren. Am Ende haben wir noch die Möglichkeit, durch „Basti“ vielleicht den Ausgleich zu machen. Aber unter dem Strich hätten wir das heute nicht verdient gehabt. Wir haben nicht das eingesetzt, was man einsetzen muss, um so ein Spiel zu gewinnen und dann geht man auch verdient als Verlierer vom Platz." ©

Dafür war bei einem FSV-Konter auf der Gegenseite Kevin Broll gefordert, hielt Drinkuths Abschluss aber fest (87.). Dennoch: Der Dresdner Ausgleich wäre mittlerweile auch aufgrund der Spielanteile nicht unverdient gewesen. In der Nachspielzeit (90.+1) hatte ihn Kapitän Sebastian Mai sogar auf dem Schlappen, doch sein direkter Freistoß klatschte nur an den linken Außenpfosten. Wenig später war Schluss. Dynamo steht in vier Tagen schon die nächste Aufgabe bevor: am Sonnabend beim FC Ingolstadt.