30. Januar 2019 / 22:28 Uhr

Dynamo Dresden verliert Torspektakel beim Neuhaus-Wiedersehen

Dynamo Dresden verliert Torspektakel beim Neuhaus-Wiedersehen

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
30.01.2019, Sachsen, Dresden: Fußball: 2. Bundesliga, Dynamo Dresden - Arminia Bielefeld, 19. Spieltag, im Rudolf-Harbig-Stadion. Bielefelds Manuel Prietl (l) im Zweikampf mit Dynamos Osman Atilgan. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++
Bielefelds Manuel Prietl im Zweikampf mit Dynamo Dresdens Osman Atilgan © dpa
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Das Team von Trainer Maik Walpurgis verlor das Mittelfeldduell der 2. Bundesliga gegen Arminia Bielefeld trotz einer 3:1-Führung noch mit 3:4. 

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Dresden. Ein wahres Torspektakel mit schlechtem Ende aus schwarz-gelber Sicht gab es am Mittwochabend zum Auftakt der Restrückrunde. Dynamo Dresden verlor nach 3:1-Führung zur Halbzeitpause im Rudolf-Harbig-Stadion noch mit 3:4 gegen Arminia Bielefeld. Startelfdebütant Osman Atilgan, Brian Hamalainen und Moussa Koné sowie ein unglückliches Eigentor von Baris Atik sorgten für das zwischenzeitliche 3:1, bevor in Durchgang zwei Edmundsson, Klos und Börner das Spiel zugunsten der Gäste von der „Alm“ drehten. Zu allem Übel gab es eine rote Karte für SGD-Kapitän Marco Hartmann, der dadurch am Sonnabend beim Dresdner Gastspiel in Heidenheim gesperrt ist.

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Bitter: Die SG Dynamo Dresden verlor ihr Heimspiel gegen Arminia BIelefeld trotz 3:1-Halbzeitführung noch mit 3:4. Zur Galerie
Bitter: Die SG Dynamo Dresden verlor ihr Heimspiel gegen Arminia BIelefeld trotz 3:1-Halbzeitführung noch mit 3:4. ©
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Das Dresdner Publikum weiß die Verdienste von Uwe Neuhaus wie den Zweitligaaufstieg der Schwarz-Gelben 2016 zu würdigen und empfing den Gästetrainer bei seinem ersten Auftritt im Rudolf-Harbig-Stadion nach seiner Beurlaubung mit Applaus. Dann galt es aber, die eigene Elf zu unterstützen. Denn die Anfangsphase der Partie gehörte den rotgekleideten Gästen, die Dynamo unter Druck setzten, ohne dabei jedoch gute Einschusschancen herauszuspielen. Nach elf Minuten tauchte Erich Berko, der gemeinsam mit Baris Atik die Dresdner Flügelzange bildete, erstmals gefährlich am Strafraum auf, brachte aber den Ball nicht unter Kontrolle.

Frühe 2:0-Führung gibt keine Sicherheit

Dynamo wurde nun stärker, traute sich nach vorn mehr zu. Und die erste Großchance des Spiels saß: Mittelfeldmann Jannis Nikolaou passte schön auf den freien Osman Atilgan an der Strafraumgrenze. Der 19-jährige Deutsch-Türke, der bei den personell geschwächten Dynamos zu seinem Startelfdebüt kam und statt Lucas Röser im Sturm spielte, machte es abgezockt und ließ Bielefelds Schlussmann Ortega keine Abwehrchance. Das 1:0 (19.) war Atilgans erstes Pflichtspieltor im Profibereich. Ein Traumdebüt.

Und die Gastgeber ließen nicht locker. Bielefelds Brian Behrendt konnte den durchstartenden und pfeilschnellen Moussa Koné im Strafraum nur regelwidrig bremsen. Schiedsrichter Robert Kampka zeigte sofort auf den Punkt und dem Übeltäter die Gelbe Karte. Dessen Namensvetter Brian Hamalainen, neu im SGD-Mannschaftsrat, übernahm auch hier Verantwortung und verwandelte den Elfmeter mit platziertem Schuss ins rechte Eck zum 2:0 (27.). Kurz darauf fast das dritte Tor, doch Atiks Freistoß ging hauchdünn links vorbei (28.).

DURCHKLICKEN: Die Noten für die Dynamo-Elf

(1) Markus Schubert: Sein erster Auftritt vor vollem Haus nach Aufkommen der Wechselgerüchte wurde mit Spannung erwartet. Der 20-Jährige hielt dem Druck aber stand, fand gut in die Partie und rettete in der 29. Minute ganz stark per Fußabwehr gegen Voglsammer. Gut reagierte er auch gegen den eingewechselten Yabo (58.). Beim Elfmeter von Klos hatte er keine Chance, denn der war zu platziert ins Eck geschossen. Note: 3 Zur Galerie
(1) Markus Schubert: Sein erster Auftritt vor vollem Haus nach Aufkommen der Wechselgerüchte wurde mit Spannung erwartet. Der 20-Jährige hielt dem Druck aber stand, fand gut in die Partie und rettete in der 29. Minute ganz stark per Fußabwehr gegen Voglsammer. Gut reagierte er auch gegen den eingewechselten Yabo (58.). Beim Elfmeter von Klos hatte er keine Chance, denn der war zu platziert ins Eck geschossen. Note: 3 ©

Nun wurden die Ostwestfalen etwas aktiver. Andreas Voglsammer prüfte Markus Schubert aus kürzester Distanz (29.). Doch der Dresdner Torwart, der mit einem Wechsel in die Bundesliga liebäugelt und deshalb unter besonderer Beobachtung der Fans stand, wehrte den Ball mit tollem Reflex per Fuß ab. Dann wurde es vogelwild: Erneut Voglsammer mit gutem Angriff, Hamalainen wollte klären, schoss dabei aber ohne Not Baris Atik ab, von dem aus der Ball ins Tor abprallt. Ein Slapstick-Eigentor zum 2:1 (34.).

Dennoch hatten die Sachsen mehr vom Spiel. Nach 39 Minuten verlängerte Koné einen Freistoß von Hamalainen per Kopf gefährlich aufs Tor. Ortega klärte auf der Linie zur Ecke. Eine Minute später war es dann aber wieder soweit: Eine weitere Hamalainen-Flanke nutzte Nikolaou zu einem Kopfball, den Ortega genau vor die Füße von Koné abwehrte. Der SGD-Topstürmer ließ sich nicht zweimal bitten und zog sofort zum 3:1 ab (40.). Nach dem neunten Saisontor des Senegalesen ging es mit einer verdienten Führung in die Halbzeitpause.

Dynamo steht in der zweiten Halbzeit unter Druck

Ohne personelle Wechsel begann Durchgang zwei. Erneut hatte die Arminia den etwas besseren Start und wusste ihn diesmal auch zu nutzen: Fabian Klos gewann ein Kopfballduell gegen Dynamo-Kapitän Marco Hartmann und verlängerte einen weiten Ball auf Jóan Símun Edmundsson. Jannik Müller kam zu spät und der färöische Nationalspieler, der schon bei Bielefelds 2:1-Hinrundensieg gegen die Dynamos getroffen hatte, netzte zum 3:2-Anschluss ein (53.). Koné vergab kurz darauf die gute Möglichkeit, erneut zwei Tore davonzuziehen. Auf der Gegenseite hatte der kurz zuvor eingewechselte Reinhold Yabo die Riesenchance zum 3:3, doch Schubert klärte zur Ecke. Die trat Edmundsson auf Voglsammer, dessen Kopfball an den Pfosten klatschte (59.). Riesenglück für die SGD, die nun merklich unter Druck stand.

DURCHKLICKEN: Das sagen Trainer und Spieler

Marco Hartmann (Dynamo Dresden): In der ersten Halbzeit haben wir die Bielefelder kontrolliert, weil sie durch das Mittelfeld kombinieren wollten, es aber nicht hinbekommen haben und nur über diagonale Bälle gekommen sind. In der zweiten Halbzeit haben sie sehr schnell und einfach lang geschlagen, haben uns aufstehen lassen. Und damit sind wir überhaupt nicht zurechtgekommen. Wir haben Kopfballduelle hinten verloren, die Tiefe nicht gesichert und uns individuelle Fehler geleistet. Da war ich auch ein-, zweimal dabei. Dann verlierst du so ein Spiel auch. Zur Galerie
Marco Hartmann (Dynamo Dresden): "In der ersten Halbzeit haben wir die Bielefelder kontrolliert, weil sie durch das Mittelfeld kombinieren wollten, es aber nicht hinbekommen haben und nur über diagonale Bälle gekommen sind. In der zweiten Halbzeit haben sie sehr schnell und einfach lang geschlagen, haben uns aufstehen lassen. Und damit sind wir überhaupt nicht zurechtgekommen. Wir haben Kopfballduelle hinten verloren, die Tiefe nicht gesichert und uns individuelle Fehler geleistet. Da war ich auch ein-, zweimal dabei. Dann verlierst du so ein Spiel auch." ©

In der 65. Minute reagierte Maik Walpurgis und brachte für Baris Atik den erfahrenen Patrick Ebert, der seine Fußblessur aus dem Türkei-Trainingslager überstanden hat und wieder nun für mehr Ballsicherheit sorgen sollte. Doch erneut war Bielefeld am Zug. Ein weiter Ball auf Fabian Klos offenbarte einen Stellungsfehler in der Dresdner Abwehr. Klos drang in den Strafraum ein, Marco Hartmann arbeitete mit dem Arm an Klos und der ließ sich sofort fallen. Erneut gab es Elfmeter, diesmal für Bielefeld. Und der Gefoulte verwandelte sicher zum 3:3-Ausgleich (69.).

Rote Karte für Kapitän Hartmann

Lange Gesichter bei Dynamo, Jubel bei Uwe Neuhaus. Das Spiel war nun wieder völlig offen. Und es war noch nicht das letzte Kapitel dieser wilden Partie. In der 70. Minute kam zunächst Linus Wahlqvist für Sören Gonther. Die Abwehr wurde dadurch aber auch nicht stabiler. Erneut leistete sich die Dresdner Defensive einen Stellungsfehler. Klos war wieder frei durch, Hartmann verfolgte ihn, hielt ihn kurz fest und brachte ihn dadurch aus dem Tritt. Schiedsrichter Kampka gab glatt Rot für dieses Vergehen. Der Kapitän ging von Bord, peitschte seine Mannschaftskameraden und die Fans aber noch mal auf. Doch es half nichts.

Zwar brachte SGD-Coach Walpurgis sofort für Atilgan in Dario Dumic einen neuen Innenverteidiger, doch der Freistoß nach dem Platzverweis brachte sofort das 3:4 für die Gäste. Edmundssons Hereingabe verlängerte Klos per Kopf auf den freistehenden Julian Börner, der per Kopf zur Bielefelder Führung traf. Spiel zehn Minuten vor Schluss gedreht. In Unterzahl probierte Dynamo noch mal alles, allerdings ohne Erfolg. Nach vielversprechendem Beginn fand ein phasenweise chaotisches Spiel ein negatives Ende für die Dresdner. Uwe Neuhaus kann doch noch einen zweiten Saisonsieg im Rudolf-Harbig-Stadion feiern. Seine einstigen Schützlinge aus Dresden werden an dieser Pleite wohl noch etwas zu knabbern haben.

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