03. Februar 2019 / 20:31 Uhr

Dynamo Dresden vermasselt Restrundenstart: "Nicht in Krise reinreden"

Dynamo Dresden vermasselt Restrundenstart: "Nicht in Krise reinreden"

Jens Maßlich
Dresdner Neueste Nachrichten
Florian Ballas (l) und Moussa Kone von Dresden sind enttäuscht.
Florian Ballas (l) und Moussa Kone von Dresden sind enttäuscht. © dpa
Anzeige

Der Start in die Restrückrunde ist mit zwei Niederlagen deutlich missglückt, von einer großen Krise will Dresdens Abwehrspieler Sören Gonther aber nicht sprechen. Aber ausgerechnet jetzt kommt der Tabellenführer.

Anzeige
Anzeige

Heidenheim/Dresden. Zwei Spiele, null Punkte: Den Start nach der Winterpause hat die SG Dynamo Dresden ordentlich vermasselt. Zwar rangiert das Team von Maik Walpurgis weiterhin auf Platz zehn in der 2. Fußball-Bundesliga, doch der Blick richtet sich wieder in Richtung Tabellenkeller.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur Niederlage in Heidenheim

1. FC Heidenheim - Dynamo Dresden 0:1 Zur Galerie
1. FC Heidenheim - Dynamo Dresden 0:1 ©
Anzeige

"Ich denke, wir sollten die Saison abbrechen. Es macht keinen Sinn mehr, weiter zu spielen", sagte Sören Gonther nach der 0:1-Niederlage in Heidenheim sarkastisch. "Ich bin kein Freund von Ab- und Aufstiegskampf-Gerede. Wir wissen alle, dass noch niemand mit 25 Punkten in der Liga geblieben ist, das ist klar. Wir brauchen uns aber nicht wegen zwei Spielen, die wir beide nicht hätten verlieren müssen, in eine große Krise reinreden." Fakt aber ist, die Kritik an Spielern und Trainer wird größer, von fehlendem Einsatz und fehlender Leidenschaft ist von Seiten einiger Fans immer wieder die Rede. "Ich stelle mich zu einhundert Prozent vor die Mannschaft und lasse mir von keinem einreden, dass hier einer dabei war, der nicht alles gegeben hat", erwiderte Gonther. "Wir wollen euch kämpfen sehen" ist einfach nicht angebracht, denn das war eine einwandfreie Einstellung. Hier haben alle alles reingeworfen."

DURCHKLICKEN: Dynamo in Heidenheim in der Einzelkritik

Markus Schubert: 2
In der 10. Minute erstmals gefordert, als er einen Freistoß von Norman Theuerkauf auf der Linie zur Seite abwehrt. Beim 0:1 durch Nikola Dovedan in der 35. Spielminute ohne Chance. Insgesamt ohne viel Arbeit im ersten Durchgang. In der 66. Minute beim Abschluss von Robert Glatzel gut zur Stelle. Auch gegen Dovedan in der 80. Spielminute aus kurzer Distanz reaktionsschnell. 
Zur Galerie
Markus Schubert: 2 In der 10. Minute erstmals gefordert, als er einen Freistoß von Norman Theuerkauf auf der Linie zur Seite abwehrt. Beim 0:1 durch Nikola Dovedan in der 35. Spielminute ohne Chance. Insgesamt ohne viel Arbeit im ersten Durchgang. In der 66. Minute beim Abschluss von Robert Glatzel gut zur Stelle. Auch gegen Dovedan in der 80. Spielminute aus kurzer Distanz reaktionsschnell. ©

Nur 26 Saisontore bisher

Dass Leidenschaft vorhanden ist, zeigte nach dem Schlusspfiff auch die Reaktion von Jungprofi Osman Atilgan. Der 19 Jahre alte Angreifer weinte bittere Tränen, musste von Kollegen und Trainer getröstet werden.Dennoch: Vier der letzten fünf Saisonspiele gingen verloren. Ausgerechnet beim Liga-Primus Hamburger SV soll und muss nun kommende Woche die Wende eingeläutet werden. In der aktuellen Verfassung trauen das Dynamo wohl die wenigsten zu. "Wir fahren da nicht nur hin, um das Stadion zu besichtigen", kündigte Gonther an. Für den früheren St. Paulianer wird es eine besondere Partie. "Deswegen ist es wichtig, dass wir die Woche gut arbeiten. Und dann haben wir in einem richtig geilen Spiel die Chance, drei Punkte zu holen", sagte er.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel

Maik Walpurgis, Trainer Dynamo Dresden
Wir haben ein ausgeglichenes Spiel gesehen mit einem Tor mehr für Heidenheim. In der ersten Halbzeit hatten wir auch zwei Dosenöffnersituationen von Moussa Koné. Er macht das sehr gut, steht frei vorm Tor, die lange Ecke ist offen. Ich hab damit gerechnet, dass wir damit in Führung gehen. Dann bekommen wir in einer Situation, wo das Spiel beruhigt ist, das 0:1. Wir haben dann auf das 1:1 gedrängt, hatten die eine oder andere gute Möglichkeit. Letztlich wäre für uns ein Punkt verdient gewesen, denn die spielerische, kämpferische und leidenschaftliche Leistung hätte das hergegeben. Aber es war eine Woche, in der wir kein Glück hatten. Im Gegenteil. Ich glaube, dass jeder von unseren Fans gesehen hat, dass jeder auf dem Feld sich zerrissen und alles gegeben hat. Zur Galerie
Maik Walpurgis, Trainer Dynamo Dresden Wir haben ein ausgeglichenes Spiel gesehen mit einem Tor mehr für Heidenheim. In der ersten Halbzeit hatten wir auch zwei Dosenöffnersituationen von Moussa Koné. Er macht das sehr gut, steht frei vorm Tor, die lange Ecke ist offen. Ich hab damit gerechnet, dass wir damit in Führung gehen. Dann bekommen wir in einer Situation, wo das Spiel beruhigt ist, das 0:1. Wir haben dann auf das 1:1 gedrängt, hatten die eine oder andere gute Möglichkeit. Letztlich wäre für uns ein Punkt verdient gewesen, denn die spielerische, kämpferische und leidenschaftliche Leistung hätte das hergegeben. Aber es war eine Woche, in der wir kein Glück hatten. Im Gegenteil. Ich glaube, dass jeder von unseren Fans gesehen hat, dass jeder auf dem Feld sich zerrissen und alles gegeben hat. ©
LESENSWERT

Im Hinspiel waren die Sachsen nah an der Überraschung dran, doch auch im September zeigte sich Dresdens großes Problem: die Chancenverwertung. Nur 26 Saisontore hat die Walpurgis-Elf bis dato erzielt. Immerhin zwölf verschiedene Torschützen haben sich in die Torjägerliste eingetragen – nur Paderborn (14) hat mehr. Doch letztendlich ist die Mannschaft zu sehr von Top-Torjäger Moussa Koné abhängig, seine Quote liegt bei über 50 Prozent. An 14 Toren war der Senegalese beteiligt, schoss neun selbst und bereitete fünf weitere vor. Erschwerend kommt hinzu: Treffen die Sachsen doch, wie vergangenen Mittwoch gegen Arminia Bielefeld gleich dreimal, treten plötzlich unerklärliche Fehler im Defensiv-Verbund auf. Es stimmt noch nicht, das große Ganze, es fehlt an der richtigen Balance zwischen Offensive und Defensive. "Wir haben im Kopf so ein paar Baustellen. Da müssen wir versuchen, das in dieser langen Woche aufzuarbeiten. Wichtig ist, dass wir ruhig bleiben", meinte Innenverteidiger Florian Ballas.

ANZEIGE: 50% auf Trainingsset! Der Deal of the week im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Dresden
Sport aus aller Welt