11. Januar 2021 / 20:56 Uhr

Dynamo Dresden verpatzt Jahresauftakt: 0:1-Pleite bei Türkgücü München

Dynamo Dresden verpatzt Jahresauftakt: 0:1-Pleite bei Türkgücü München

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Die Spieler von Türkgücü bejubeln Sercan Sararers Siegtreffer gegen Dynamo Dresden. © Picture Point
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Dynamo Dresdens Trainer Markus Kauczinski warnte schon vor der Partie vor Sercan Sararer: Bei eisigen Temperaturen in München sorgte der Türkgücü-Stürmer mit seinem Treffer für die Jahresauftakt-Niederlage der Sachsen.

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München. Fehlstart ins Fußballjahr 2021 für Dynamo Dresden: Der Drittliga-Tabellenführer verlor am Montagabend bei Aufsteiger Türkgücü München mit 0:1. Türkgücü-Kapitän Sercan Sararer besorgte das Tor des Tages (32.). Im Stadion an der Grünwalder Straße waren die Dresdner vorm gegnerischen Tor einfach zu harmlos, bleiben aber an der Spitze des Klassements.

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Ballbesitz und frühes Pressing von Dynamo

Im Vergleich zu den letzten beiden Pflichtspielen der SGD, die diesmal in ihrer weinroten Auswärtskluft antrat, stellte Trainer Markus Kauczinski seine Startelf auf zwei Positionen um: Marvin Stefaniak begann für Patrick Weihrauch, der mit Sprunggelenk ausfiel. Pascal Sohm, im letzten Punktspiel bei Viktoria Köln zweifacher Torschütze, verdrängte Christoph Daferner auf die Bank.

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Dynamo Dresden verliert das Auswärtsspiel bei Türkgücü München mit 0:1. Zur Galerie
Dynamo Dresden verliert das Auswärtsspiel bei Türkgücü München mit 0:1. ©

Bei eisigen Temperaturen von -8 °C startete Dynamo in der sechsten Minute den ersten Angriff, bei dem Pascal Sohm einen Eckball rausholte. Den trat Stefaniak und Tim Knipping bedrängte Türkgücü-Keeper René Vollath, der sich erst im Nachfassen die Kugel sichern konnte. In Minute elf fand Stefaniak mit seiner Flanke Sohm, der dem herauseilenden Vollath zuvorkam, seinen Kopfball aber zu hoch ansetzte.

Die bis dahin beste Chance hatte Stefaniak selbst, als er im Strafraum von Hosiner aufgelegt bekam und stramm abschloss, aber klar verzog (17.). Die Gastgeber hatten vorn zwar ballsichere Akteure, doch die Schwarz-Gelben verrschafften sich nach und nach Vorteile in dieser Begegnung. Viel spielte sich in der Hälfte der Oberbayern ab, oft hatten die Sachsen den Ball. Und wenn nicht, pressten sie früh.

Hosiner-Fallrückzieher zu ungenau

Glück für Türkgücü, dass Königsdörffer knapp im Abseits stand, bevor Zorba ihn an der Strafraumgrenze fällte. So gab es zwar eine Gelbe Karte für den Übeltäter, aber Freistoß für die Münchner (24.). Kapitän Sararer schoss auf der Gegenseite weit übers Tor (26.), auch Julius Kade verzog mit seiner Volleyabnahme nach Meier-Flanke (31.).

Was dann folgte, muss man schon als eiskalte Dusche bezeichnen. Sercan Sararer, der sehr stark am Ball ist, hatte etwas zu viel Raum. Robin Becker und Tim Knipping konnten ihn nicht stellen und so guckte sich Sararer seelenruhig die lange Ecke aus, in die er den Ball zum überraschenden 1:0 für Türkgücü schlenzte (32.). Kevin Broll konnte nur noch hinterherschauen. Dynamo schüttelte sich kurz und spielte sofort munter weiter. Nach Stefaniaks Freistoß nur zwei Minuten später köpfte Hosiner vorbei. Doch meist stand die Abwehr der Heimelf stabil. Nach vorn mangelte es der SGD an Durchschlagskraft. Weil auch Kade zu hoch abschloss (43.), ging es für die Dresdner mit einem knappen Rückstand in die Kabine.

DURCHKLICKEN: Das sind Noten für die Dynamo-Elf

(1) Kevin Broll: Bislang siebenmal in dieser Drittligasaison bewahrte der Dresdner Schlussmann eine weiße Weste, diesmal nicht. Beim 1:0 von Sararer (32.) war er machtlos und schaute bei dem platzierten Schlenzer ins Eck nur verdutzt dem Ball nach. Die anderen Abschlüsse der Gäste gingen entweder weit an seinem Kasten vorbei oder waren kein Problem für ihn. Note 3 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Bislang siebenmal in dieser Drittligasaison bewahrte der Dresdner Schlussmann eine weiße Weste, diesmal nicht. Beim 1:0 von Sararer (32.) war er machtlos und schaute bei dem platzierten Schlenzer ins Eck nur verdutzt dem Ball nach. Die anderen Abschlüsse der Gäste gingen entweder weit an seinem Kasten vorbei oder waren kein Problem für ihn. Note 3 ©

Fast hätte sich Dynamo mit einem Traumtor in Halbzeit zwei zurückgemeldet, doch Hosiners perfekt getimter Fallrückzieher landete exakt in den Armen von René Vollath (48.). Die nächste gute Gelegenheit ließ sich Königsdörffer entgehen, als er zentral vorm Tor nach Sohm-Vorarbeit am Ball vorbeischlug (51.). Doch auch hinten musste Dynamo weiter Acht geben. Nach Kades Fehlpass fälschte Knipping Sararers Schuss noch entscheidend ab. Das hätte auch das 0:2 sein können (53.). Vorn dagegen mangelte es weiter an Fortune, als Königsdörffers straffer Schuss knapp rechts neben das Tor ging (56.).

Nächster Brocken: Mit-Absteiger Wehen-Wiesbaden

Nun musste Kauczinski frischen Wind in die Offensive bringen. Christoph Daferner ersetzte Pascal Sohm (66.). Doch die Defensive der Gastgeber präsentierte sich weiterhin hellwach und agierte geschickt. Sämtliche Dresdner Torschüsse, darunter der von Daferner (79.), blieben zu harmlos. Türkgücü igelte sich jedoch keineswegs hinten ein, sondern zeigte mitunter auch recht hohes Pressing und machte den Gäste damit das Leben schwer.

DURCHKLICKEN: Das sagen Spieler und Trainer

Markus Kauczinski (SG Dynamo Dresden): Einen Punkt hätten wir verdient gehabt. Wir hatten vor allem am Anfang der zweiten Halbzeit drei, vier Hochkaräter, die wir liegen lassen. Beim Gegentor waren wir unachtsam und mussten dann gegen einen tief stehenden Gegner hinterherrennen. Das war sehr schwer. Wir hatten eigentlich die Kontrolle übers ganze Spiel, aber die Präzision nach vorn hat leider gefehlt. Zur Galerie
Markus Kauczinski (SG Dynamo Dresden): "Einen Punkt hätten wir verdient gehabt. Wir hatten vor allem am Anfang der zweiten Halbzeit drei, vier Hochkaräter, die wir liegen lassen. Beim Gegentor waren wir unachtsam und mussten dann gegen einen tief stehenden Gegner hinterherrennen. Das war sehr schwer. Wir hatten eigentlich die Kontrolle übers ganze Spiel, aber die Präzision nach vorn hat leider gefehlt." ©

Bei den Schwarz-Gelben fehlten erstens die Ideen und zweitens auch weiter die Durchschlagskraft. Das änderte sich auch nicht, als Vlachodimos für die letzten zehn Minuten für Königsdörffer in die Partie kam (80.). Hosiners frecher Abschluss per Hacke, auch eher aus der Not heraus geboren, landete wieder in Vollaths Armen (88.). Maximilian Großer wurde noch für Stefaniak eingewechselt, doch auch in drei Minuten Nachspielzeit ging für Dynamo nichts mehr.

Nun heißt es für die Dresdner: Mund abputzen. Schon am Sonnabend erwarten sie Mitabsteiger Wehen Wiesbaden zum letzten Hinrundenspiel im Rudolf-Harbig-Stadion, bevor es nahtlos mit der Rückrunde weitergeht.