13. Juli 2020 / 19:20 Uhr

Erster Neuzugang: Dynamo Dresden verpflichtet Tim Knipping

Erster Neuzugang: Dynamo Dresden verpflichtet Tim Knipping

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Bei Sandhausens denkwürdigem 4:0-Sieg im Rudolf-Harbig-Stadion im August 2017 war zumindest schon mal Tim Knippings Schuhwerk identisch mit jenem von Florian Ballas. Künftig trägt der 27-jährige Knipping nun auch das schwarz-gelbe Dynamo-Trikot.
Abwehrspieler Tim Knipping möchte helfen den Traditionsverein wieder dahin zu bringen, wo er hingehört. © Getty Images
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Tim Knipping wechselt von Regensburg nach Dresden. Der 27-jährige bekommt einen Zweijahresvertrag mit einer Option auf Verlängerung. Über die Ablöse wurde Stillschweigen vereinbart.

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Dresden. Die bisherigen Berührungspunkte mit Dynamo Dresden sind überschaubar: Zweimal stand Tim Knipping gegen die Schwarz-Gelben auf dem Rasen. Und beide Partien in der Saison 2017/18 gewann er mit dem SV Sandhausen. Am 3. Spieltag hatte er mit einer Torvorlage Anteil daran, dass Uwe Neuhaus einen seiner schwärzesten Tage als Trainer im Rudolf-Harbig-Stadion erlebte. Doch die drei Jahre zurückliegende 0:4-Heimpleite werden Dresdens Fans Tim Knipping wohl nicht mehr nachtragen.

"Qualität und Mentalität"

Am Montag unterschrieb der Innenverteidiger, der zuletzt bei Jahn Regensburg in Lohn und Brot stand, im nagelneuen Trainingszentrum am Messering einen Zweijahresvertrag bei der SGD – mit Option auf Verlängerung. Zuvor hatte er den Medizincheck in der Uniklinik erfolgreich absolviert. Am Abend vermeldete Dynamo den Wechsel. Damit ist er der erste Neuzugang nach dem Abstieg – und gleich ein ganz wichtiger. Denn als Ergänzungsspieler ist der zweitligaerfahrene Akteur, der Jannis Nikolaou ersetzen soll und gleich auch dessen Rückennummer 4 übernimmt, gewiss nicht eingeplant.

„Tim Knipping bringt als moderner Verteidiger sowohl Qualität als auch Mentalität mit und hat sich in den vergangenen Jahren in der 2. Bundesliga stets weiterentwickelt. Tim hat sich von Beginn unserer Gespräche an zu 100 Prozent mit unseren Zielen identifiziert und ist ein Mensch, der auf sowie neben dem Platz vorangeht und Verantwortung übernimmt. Er verkörpert damit genau die Eigenschaften, die wir von unseren Spielern einfordern“, erklärte Dynamos Sport-Geschäftsführer Ralf Becker.

Verletzungsbedingt zwei Seuchenjahre

Der 27-Jährige, der das Fußball-ABC in seiner Heimatstadt bei Hessen Kassel erlernt hat und dort auch zu einem Regionalliga-Stammspieler reifte, war über die Stationen 1. FC Saarbrücken (2012–2014) und Borussia Mönchengladbach II (2014 –2016) vor vier Jahren zum SV Sandhausen gekommen. Bei den Kurpfälzern entwickelte er sich zu einem Leistungsträger und kam für sie zu 57 Zweitliga-Einsätzen.

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Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2020/21 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2020/21 stehen bereits fest. ©

Die zwei zurückliegenden Spielzeiten – auch das gehört zur Wahrheit bei dieser Neuverpflichtung – können in Knippings Fall jedoch absolut unabhängig von Corona getrost als Seuchenjahre bezeichnet werden. Erst warf ihn ein kurz vor Saisonende im Mai 2018 erlittener Schienbeinbruch weit zurück. Dazu gesellte sich noch eine Innenbandverletzung. Erst Anfang 2019 stand er wieder auf dem Feld, büßte nach durchwachsenen Leistungen aber im März 2019 seinen Stammplatz ein. Nur ein Kurzeinsatz am letzten Spieltag gegen Jahn Regensburg folgte. Zu den Oberpfälzern zog es ihn dann im vergangenen Sommer – mit Aussicht auf eine neue Chance.

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Doch die konnte er nicht so recht nutzen, brachte es nur auf 15 Einsätze, davon fünf über die komplette Spielzeit. Ein Bandscheibenvorfall warf ihn gleich zu Saisonbeginn zurück. Dann war am Innenverteidiger-Stammduo Marcel Correia und Sebastian Nachreiner für ihn kein Vorbeikommen mehr. „Sowohl Tim als auch der SSV Jahn hatten andere Erwartungen an die sportliche Zusammenarbeit in 2019/20“, bilanzierte dann am Montag auch sein ehemaliger Arbeitgeber, bei dem Knippings Kontrakt eigentlich noch bis 2021 lief. Doch Steine legten die Regensburger dem mannschaftsdienlichen Abwehrkanten nicht in den Weg und ließen ihn an die Elbe ziehen. Zur Ablösesumme vereinbarten die Vereine Stillschweigen.

Bei Dynamo will es Knipping nun aber wissen. Sein Neustart eine Liga tiefer könnte nicht nur aufgrund seiner Körpergröße von 1,90 Metern eine Erfolgsgeschichte werden. Er ist kopfballstark und bringt das nötige Selbstvertrauen mit, um zu einer der Galionsfiguren im Kampf um den Wiederaufstieg zu werden.