15. Oktober 2020 / 13:59 Uhr

Dynamo Dresden verschärft den Infektionsschutz

Dynamo Dresden verschärft den Infektionsschutz

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Chris Löwe schränkt derzeit private Kontakte ein, wenn sie nicht unbedingt notwendig sind.
Chris Löwe schränkt derzeit private Kontakte ein, wenn sie nicht unbedingt notwendig sind. © Jochen Leimert
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Die Sportgemeinschaft reagiert auf das Ansteigen der Corona-Fallzahlen mit höherer Testfrequenz und strengeren Vorsichtsmaßnahmen.

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Dresden. Das sich wieder rasant in eine bedrohliche Richtung entwickelnde Corona-Infektionsgeschehen hat auch den Fußball-Drittligisten Dynamo Dresden dazu veranlasst, schärfere Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus zu ergreifen. So hat Dynamos Hygienebeauftragter, der Mannschaftsarzt Dr. Onays Al-Sadi, angeordnet, die Testfrequenz für Spieler und Betreuer wieder zu erhöhen. Statt wie bisher einmal die Woche werden die Dynamo-Kicker, die Trainer und Masseure nun wieder zweimal innerhalb von sieben Tagen auf das Virus getestet. Zudem wurde den Spielern nahegelegt, noch achtsamer zu sein, um Infektionen zu vermeiden: “Wir sensibilisieren die Spieler dafür, Begegnungen in geschlossenen Räumen, beim Einkaufen außer Haus auf ein Minimum zu beschränken”, sagte Trainer Markus Kauczinski. Zwar werde man in der kommenden Woche die Testfrequenz wieder erhöhen, “aber viel wichtiger ist das Verhalten”, so der 50-Jährige. Es gelte, die bekannten Regeln strikt einzuhalten, “denn es wäre nicht schön, wenn wieder Spiele ausfallen”.

Dass das durchaus passieren kann, zeigen beispielsweise positive Tests beim Zweitligisten VfL Osnabrück, in der italienischen Seria A oder im Nachbarland Tschechien, wo sogar der Spielbetrieb in den beiden höchsten Ligen eingestellt wurde. Umso konsequenter will Dynamo nun handeln und untersagte auch im neuen Trainingszentrum nicht notwendige Treffs in Gemeinschaftsräumen und Sitzecken im Haus. Man wolle das Risiko bestmöglich minimieren, so Kauczinski.

Dynamo Dresdens Trainer Markus Kauczinski über das Spiel gegen den VfB Lübeck

Bei den Profis stößt das schärfere Vorgehen auf Verständnis. Routinier Chris Löwe berichtete: “Wir haben diese Wochen von Onays noch einmal einen kleinen Vortrag gehabt, was vor allem die Handhygiene angeht. Es wird jetzt auch wieder darauf hinauslaufen, dass die privaten Kontakte auf ein Minimum beschränkt werden. Die Fallzahlen zeigen, dass die Infektionsgefahr im privaten Raum am größten ist.” Er selbst gebe sich große Mühe, auf Risiken zu achten, sie zu meiden. Ganz ausschließen könne man die Gefahr aber nicht, sein Sohn könne das Virus auch jeden Tag aus dem Kindergarten mit nach Hause bringen. Man werde aber in der Freizeit alles tun, um eine Ansteckung zu vermeiden und das Virus nicht weiter zu tragen. Er wolle vor allem seine Eltern und Großeltern - so geht es geht - schützen.

Das Spiel der Dresdner am Sonnabend (14 Uhr) beim VfB Lübeck kann derweil voraussichtlich vor 1860 Zuschauern an der Lohmühle stattfinden, da die örtliche Corona-Ampel an der Ostsee noch nicht im roten Bereich angekommen ist. Eine hundertprozentige Sicherheit, ob alles wie geplant stattfinden kann, gibt es aber in diesen Tagen nicht. Erste Voraussetzung für die Austragung der Auswärtspartie ist, dass die heute bei Dynamo vorgenommenen Abstriche allesamt negative Ergebnisse bringen. Die Auswertung der am Morgen genommenen Proben soll an diesem Nachmittag vorliegen.