08. Juni 2021 / 20:55 Uhr

Dynamo Dresden wartet auf ersten echten Zugang: Sercan Sararer soll kommen

Dynamo Dresden wartet auf ersten echten Zugang: Sercan Sararer soll kommen

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Im Januar traf Sercan Sararer (vorn) mit Türkgücü München auf Dynamo Dresden, das ihn nun verpflichten möchte. Auf dem Foto setzt sich der offensive Allrounder gegen Julius Kade durch.
Im Januar traf Sercan Sararer (vorn) mit Türkgücü München auf Dynamo Dresden, das ihn nun verpflichten möchte. Auf dem Foto setzt sich der offensive Allrounder gegen Julius Kade durch. © imago images/kolbert-press
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Sercan Sararer hatte in der vergangenen Saison bei Türkgücü München mit zehn Toren und zwölf Vorlagen überzeugt. Jetzt hoffen die Dresdner, dass der offensive Allrounder ablösefrei an die Elbe kommt. Der Wechsel könnte sich vielleicht noch in dieser Woche entscheiden.

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Dresden. Noch müssen sich die Fans von Dynamo Dresden ein wenig gedulden, bis sie den ersten Neuzugang für die kommende Spielzeit serviert bekommen. Zwar wird seit Tagen heftig über eine Verpflichtung von Offensiv-Allrounder Sercan Sararer diskutiert, doch mit dem Vollzug des Transfers wird es mindestens noch ein bisschen dauern. Denn der 31-Jährige und sein Berater Michael Ruhnau streiten offenbar nach wie vor mit Sararers aktuellem Arbeitgeber Türkgücü München um die Gültigkeit einer vereinsseitigen Option, dank der die Münchner Sararers Vertrag um ein Jahr bis zum 30. Juni 2022 verlängerten.

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Zehn Treffer für Türkgücü München

Ruhnau verwies jüngst gegenüber dem „kicker“ darauf, dass derartige, einseitige Klauseln in Verträgen nicht mehr gültig seien. Der Bayerische Fußball-Verband sehe das auch so, habe die Registrierung Sararers fürs kommende Spieljahr abgelehnt, erklärte Ruhnau, der auch Kevin Kampl von RB Leipzig berät. Für Ruhnau und Sararer ist klar, dass der umworbene Spieler ablösefrei wechseln kann.

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Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2021/22 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader von Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2021/22 stehen bereits fest. ©

Doch das sehen die Verantwortlichen von Türkgücü ganz anders. Sie beharren darauf, dass ihr Kapitän einen über die zu Ende gegangene Saison hinauslaufenden Vertrag habe. Sararers Noch-Verein hatte seine einseitige Option bereits am 22. März gezogen, „nachdem Sercan mit teilweise exzellenten Leistungen überzeugen konnte“, wie der Sportliche Leiter Roman Plesche erklärte. Mit zehn Toren und zwölf Vorlagen in 28 Spielen hatte der gebürtige Franke, der einen türkischen Vater und eine spanische Mutter hat, bis dahin in der Tat positiv auf sich aufmerksam gemacht. Der in Nürnberg geborene Sararer, der beim 1. FC Röthenbach mit dem Fußball begann, ab der C-Jugend dann bei der Spielvereinigung Greuther Fürth ausgebildet wurde und es dort bis in die Bundesliga schaffte, erklärte aber seine Wechselwilligkeit. Ob er ablösefrei wechseln darf, wird am kommenden Freitag vor dem Arbeitsgericht München verhandelt.



Dynamo würde den quirligen und torgefährlichen Kicker, der 35 Bundesliga-Spiele für Fürth und den VfB Stuttgart absolvierte und zwölf A-Länderspiele für die Türkei bestritt, gern verpflichten. Trainer Alexander Schmidt betreute Sararer schon in München, hatte Anteil am Wiedererstarken des Linksbeiners. Für Schmidt ist Sararer „einer der besten, vielleicht der beste Spieler in der 3. Liga“ gewesen. Man konnte Schmidt anmerken, wie froh er war, dass Sararer im Rückspiel bei Dynamo nicht für Türkgücü auflaufen konnte. Wadenprobleme hatten den 1,80 Meter großen Routinier ausgebremst, so konnte er am 16. Mai beim 4:0-Sieg der Dresdner deren Aufstiegsfeier nicht durchkreuzen. Vielleicht war ihm das auch ganz recht, der Gedanke an eine erneute Zusammenarbeit mit Schmidt da bereits weit entwickelt.

Sararer soll Dynamo sportlich helfen

Dynamos Sport-Geschäftsführer Ralf Becker, der sich jüngst schon mit Sararer getroffen haben soll, kennt den türkisch-spanischen Kicker auch schon eine Weile. Als Sararer 2013 aus Fürth zum VfB Stuttgart wechselte, war Becker dort Leiter der Scouting-Abteilung. Er weiß sicher viel über Sararers Stärken und Schwächen, kann sich erinnern, warum der in Stuttgart in zwei Jahren nur auf 13 Erstliga-Einsätze kam und mehr in der 2. Mannschaft spielte als im Oberhaus, wohin er 2021 mit Fürth aufgestiegen war.

Sararer, der später in Düsseldorf und Karlsruhe auch keine wirklich gute Zeit hatte und durch Autobahn-Raserei und die Verwicklung in eine Schlägerei für Schlagzeilen sorgte, könnte Dynamo sportlich sicher weiterhelfen, dürfte mit zunehmendem Alter auch menschlich gereift sein.

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Ob die Schwarz-Gelben aber bereit wären, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für einen 31-Jährigen eine hohe Ablöse zu bezahlen, das werden sie sich zweimal überlegen. Sollte die Sararer-Seite das juristische Tauziehen mit Türkgücü gewinnen, dann sollte dem Transfer nach Dresden nichts mehr im Wege stehen. Zum Trainingsauftakt könnte der von seinen Wadenproblemen genesene Profi, der am letzten Spieltag seinen 29. Einsatz hatte, pünktlich erscheinen.