14. September 2021 / 09:33 Uhr

Dynamo Dresden zahlt Lehrgeld in der 2. Bundesliga

Dynamo Dresden zahlt Lehrgeld in der 2. Bundesliga

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Dynamo-Coach Schmidt ist sich sicher, dass die Mannschaft die Kurve kriegt. © dpa
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Die SG Dynamo Dresden hat nun zweimal in Folge verloren, aber dabei nicht enttäuscht. Die Schwarz-Gelben befinden sich in einem Lernprozess. Trainer Alexander Schmidt ist von seiner Mannschaft überzeugt, stellt aber auch Forderungen.

Heidenheim/Dresden. Es war sicher keine Glanztat, die der 1. FC Heidenheim am Sonntag gegen Aufsteiger Dynamo Dresden vollbrachte. Und doch reichte eine Drangphase zum Schluss, um in der 90. Minute noch das 2:1-Siegtor zu schießen und die drei Punkte auf der Ostalb zu behalten. Seit 2014 haben die Württemberger ihre Erfahrungen in der 2. Bundesliga gesammelt. Erfahrungen, die die Spieler der Schwarz-Gelben – überwiegend Neulinge im deutschen Fußball-Unterhaus – erst noch sammeln müssen.

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„Die Jungs haben alles gegeben, man kann ihnen keinen Vorwurf machen. Natürlich waren wir in Situationen unkonzentriert, in denen Gegentore fallen. Aber wir haben fünf bis sieben Spieler auf dem Feld, die bis jetzt noch keine zweite Liga gespielt haben. Da muss man einfach auch mal Fehler akzeptieren. Wichtig ist, dass wir jetzt die nötigen Schlüsse daraus ziehen“, sagte SGD-Cheftrainer Alexander Schmidt am späten Montagabend in der Sport1-Sendung „Doppelpass“.

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Dynamo Dresden kassierte am Sonntag die zweite Niederlage in Folge. Beim 1. FC Heidenheim verlor der Aufsteiger äußerst unglücklich trotz großen Kampfes mit 1:2 (0:1). Zur Galerie
Dynamo Dresden kassierte am Sonntag die zweite Niederlage in Folge. Beim 1. FC Heidenheim verlor der Aufsteiger äußerst unglücklich trotz großen Kampfes mit 1:2 (0:1). ©

Seiner Mannschaft unterliefen zwei Fehler, die zu Gegentreffern führten – den ersten hatte Kapitän Sebastian Mai auf seine Kappe genommen, dessen Querpass vorm Tor abgefangen wurde. „Das war ein Abspielfehler, der vielleicht in der 3. Liga nicht bestraft wird. In der 2. Liga wird er bestraft. Ich bin sicher, dass er aus der Szene lernt“, sagte der 52-Jährige und nahm seinen Abwehrchef in Schutz: „,Basti‘ hat noch nicht so die Spielpraxis, das war sein erstes Spiel von Beginn an. Er braucht auch erst mal einen Rhythmus.“

Schmidt zuversichtlich

Auch das zweite Gegentor kurz vor Schluss wurde durch eine Aktion eines Zweitliga-Neulings begünstigt. Der eingewechselte Antonis Aidonis, der aufgrund einer Platzwunde mit Kopfverband spielen musste, hatte den Gastgebern den Ball vor die Füße geköpft. „Den muss er anders abwehren“, machte Schmidt klar, sah daran aber auch Positives: „Er lernt. Das macht an der Mannschaft so viel Spaß. Es sind einfach junge Spieler – die sind wissbegierig und lernen schnell dazu.“

Nach einem guten Start mit zehn Punkten aus den ersten vier Spielen hat die Zweitliga-Realität die Dynamos nun eingeholt und der 0:3-Heimpleite gegen Paderborn folgte die zweite Niederlage in Serie. „Wir hatten vorher eine gute Serie. Jetzt haben wir zweimal Lehrgeld gezahlt, ohne zu enttäuschen“, schätzte der Cheftrainer ein und begründete: „Wir haben im Vergleich zu Anderen nicht die beste Mannschaft und die erfahrensten Spieler. Aber wir müssen Strategien entwickeln, dass wir das ausgleichen.“

Auch seine Mannschaft habe in dieser Saison schon mal das nötige Spielglück gehabt, erinnerte Schmidt ans Pokalspiel gegen Paderborn, als Dynamo eine gegnerische Großchance abwehrte und seinerseits mit dem 2:1-Siegtor beantwortete. Allerdings könne man sich nun nicht mehr leisten, auch nur eine Minute lang unkonzentriert zu sein. Doch Schmidt zeigte sich zuversichtlich: „Wir sind eine eingeschweißte Truppe und ich bin mir ganz sicher, dass wir jetzt wieder die Kurve bekommen."


Mai fordert mehr Mut

Dabei weiß er auch um die Unterstützung der SGD-Anhänger: „Dresden ist unfassbar mit den Fans. Diese Wucht, das Stadion, die ganze Stadt. Das ist brutal, ich genieße das.“ Dabei sei ihm durchaus bewusst, dass die Stimmung auch kippen könne. „Ich glaube aber, dass wir immer noch einen Bonus haben aufgrund der Spielweise der jungen Mannschaft, die einfach in jedem Spiel alles raushaut. Das sehen die Fans, das honorieren die Fans.“

Routinier Chris Löwe pflichtet dem Trainer bei: „Ich glaube, dass wir alles, was wir hatten, irgendwie auf dem Platz gelassen haben. Am Ende ist es das, was uns alle zuversichtlich stimmt, dass wir wieder Spiele gewinnen.“ Sebastian Mai will aber auch wieder mehr Mut von seinen Mitspielern sehen, „denn wir sind echt gut am Ball und können es.“ Genau das wollen die Dresdner am nächsten Sonntag im Gastspiel beim SV Darmstadt 98 zeigen, was auch Alexander Schmidt fordert: „In Darmstadt wollen wir schon anders auftreten. Da sollte die Null wieder mal stehen!“