27. November 2021 / 12:01 Uhr

Dynamo Dresdens 1:3 in Regensburg: Schmidts Umstellungen gehen nicht auf

Dynamo Dresdens 1:3 in Regensburg: Schmidts Umstellungen gehen nicht auf

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
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Dynamo Dresden musste sich bei Jahn Regensburg geschlagen geben. © Getty Images
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Bei der 1:3-Niederlage in Regensburg kann Trainer Alexander Schmidt mit einigen Personalentscheidungen im Nachhinein nicht wirklich glücklich sein. Es war nicht der Tag der Dresdner.

Regensburg. Das glückliche Händchen – es ist des Trainers bester Freund. Doch leider kann sich selbst der beste Coach der Welt nicht immer darauf verlassen. Es sucht sich manchmal den Trainer selbst aus, wie auch am Freitagabend in Regensburg. Während Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic in der Schlussphase die wuchtigen Kaan Caliskaner und Haralambos Makridis einwechselte, die mit ihren Jokertoren (80., 82.) beim 3:1 gegen Dynamo Dresden das Spiel entschieden, hatte Selimbegovics Kollege Alexander Schmidt an diesem Tag weniger Glück mit seinen Personalentscheidungen.

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Schmidt verteidigt schwachen Aidonis

„Hinterher ist man immer schlauer“, gab Dynamos Übungsleiter nach der sechsten Auswärtsniederlage leicht genervt zu. Der 53-Jährige konnte im Nachhinein nicht wirklich zufrieden mit seiner Startaufstellung sein, die er wegen der am Donnerstag kurzfristig aufgeploppten Corona-Ausfälle von Kevin Ehlers und Luca Herrmann zwangsweise hatte umbauen müssen. Der Augsburger überraschte jedoch damit, dass er mehr änderte, als man erwarten konnte. So zog er Robin Becker in der Abwehr von der rechten Außenposition nach innen auf den Platz von Ehlers, schickte Antonis Aidonis auf Beckers angestammte Position, obwohl der Deutsch-Grieche Innenverteidiger ist. Und links spielte Guram Giorbelidze erstmals von Beginn an, obwohl Michael Akoto dort schon mehrfach für den noch von Corona geschwächten Chris Löwe ausgeholfen hatte. Das Experiment ging nicht wirklich auf, besonders Aidonis „schwamm“ in der ersten Halbzeit, musste in der Pause auch folgerichtig raus. Er war gegen den schnellen Neuseeländer Sarpreet Singh, den der Jahn von Bayern München ausgeliehen hat, nicht zurechtgekommen.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur 1:3-Niederlage der Schwarz-Gelben!

Die SG Dynamo Dresden kann nichts zählbares aus Niederbayern mitbringen: Die Partie beim SSV Jahn Regensburg geht mit 1:3 verloren. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden kann nichts zählbares aus Niederbayern mitbringen: Die Partie beim SSV Jahn Regensburg geht mit 1:3 verloren. ©

Schmidt nahm den Stuttgarter Leihspieler hinterher in Schutz, meinte, der 20-Jährige habe nicht schlecht gespielt, doch das stimmte nicht. Dass er in der Abwehr so überraschend aufgestellt hatte, erklärte der Coach so: „Robin Becker hat in Braunschweig oft innen gespielt, ist von der Ausstrahlung und vom Zweikampfverhalten ein guter Mann, der unser vollstes Vertrauen hat.“ Im Falle von Aidonis ergänzte er: „Es gibt auch Trainingseindrücke. ,Toni' war nach dem Kiel-Spiel sehr nachdenklich, hat dann eine top Reaktion gezeigt. Michael ist auch gut, aber es war ein Bauchgefühl, weil ,Toni' die ganze Woche über einen Tick stabiler trainiert hat.“ Dass er dann Akoto in der Halbzeitpause für Aidonis brachte, habe nicht an dessen schlechtem Defensivspiel gelegen, sondern weil Dynamo nun in Rückstand gelegen habe und „weil Michael auch nach vorn den einen oder anderen Akzent setzen kann“, so Schmidt. Am liebsten hätte er aber von Beginn an anders spielen lassen, gab Dresdens Trainer zu: „Natürlich ist es nicht schön, wenn ich die Kette ständig umstellen muss. Das macht keinen Spaß.“ Aber gegen Corona- und Verletzungsausfälle könne man nichts tun.


Schröter wirkungsvoller als Will

Nicht so glücklich war aber auch seine Entscheidung, im Mittelfeld auf Morris Schröter zu verzichten, Paul Will den Vorzug zu geben. Will konnte auf ungewohnter Position nicht glänzen, Schröter an seiner Stelle in der zweiten Halbzeit mehr bewegen, vor allem das 1:1-Ausgleichstor von Christoph Daferner (47.) auflegen. Aber auch Will habe im Training zuvor mehr überzeugt, sich den Einsatz in der Startelf mehr verdient als der Ex-Zwickauer, erklärte Schmidt. „Wir haben über 20 Mann. Wer die ganze Woche über im Training auffällig ist, wer griffig ist, der kann dann eben die Nase vor dem anderen haben. So ist das“, fügte der Cheftrainer an.

Dass er vor den beiden Jokertoren auch kein Glück beim Wechsel hatte, hatte aber andere Gründe. Eigentlich wollte er schon Pascal Sohm reinbringen, der mit seiner Größe von 1,87 Metern mehr Präsenz gegen die von Selimbegovic zugewechselten Caliskaner, Markrids und Joel Zwarts bringen sollte. Doch dann musste Giorbelidze in der 79. Minute angeschlagen raus, „ich musste eins zu eins wechseln und Chris Löwe bringen“. Der 1,76 Meter große Vogtländer war dann beim gleich folgenden Eckball von Jan-Niklas Beste und dem Kopfballtor von Caliskaner keine große Hilfe. Sohm konnte nicht mehr kommen, da das Wechselkontingent der Dresdner zu diesem Zeitpunkt schon voll ausgeschöpft war. Es kam eines zum anderen – und Dynamo hatte anders als noch gegen die Fortuna aus Düsseldorf diesmal kein Fortune.