09. April 2019 / 08:26 Uhr

Dynamo Dresdens Atik: "Wenn ich Drecksarbeit machen muss, mache ich das"

Dynamo Dresdens Atik: "Wenn ich Drecksarbeit machen muss, mache ich das"

Caroline Grossmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Mit einem Haken versucht Dynamos Baris Atik (l.), sich am Unioner Ken Reichel vorbeizumogeln.
Mit einem Haken versucht Dynamos Baris Atik (l.), sich am Unioner Ken Reichel vorbeizumogeln. © Dennis Hetzschold
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Dynamo Dresdens Baris Atik lebt von der Leidenschaft auf dem Spielfeld. Sein Trainer Cristian Fiel kann sich nur zu gut in ihn hineinversetzen und schenkt ihm sein vollstes Vertrauen. Der offensive Mittelfeldspieler erweist sich in den letzten Wochen als Konstante im Spiel der Elbstädter.

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Dresden. Auch wenn er längst nicht immer an seinen Gegenspielern vorbeikam: Baris Atik war am Sonntag bei Dynamo Dresdens torlosem Unentschieden im Zweitliga-Heimspiel gegen Union Berlin einer der auffälligsten Akteure der Schwarz-Gelben auf dem Rasen des Rudolf-Harbig-Stadions. Er rannte, dribbelte, diskutierte, lamentierte. Und er hat einen Stein im Brett bei Trainer Cristian Fiel. In vier der bisher fünf Spiele unter dem 39-Jährigen stand der Deutsch-Türke in der Startelf. Beim 0:0 in Fürth am vergangenen Donnerstag erhielt er zunächst eine Verschnaufpause, war jedoch in der 51. Minute die erste Wechseloption von „Fielo“. Atiks Konkurrenten im Mittelfeld haben derzeit das Nachsehen: Aias Aosman macht seit Wochen nur jedes zweite Spiel, Rico Benatelli hat unter dem neuen Coach einen schweren Stand, fehlte in den beiden letzten Partien im Kader.

Atiks Einstellung jedenfalls dürfte dem Trainer gefallen: „Ich nehme die Zweikämpfe an, ich kann laufen. Wenn der Trainer mich in der Innenverteidigung haben will, dann spiele ich in der Innenverteidigung. Und wenn ich Drecksarbeit machen muss, mache ich das auch. Dafür bin ich mir nicht zu schade“, erklärt der ehemalige Hoffenheimer, der sich aber natürlich am liebsten im zentralen offensiven Mittelfeld sieht. „Weil ich da öfter den Ball habe. Ich brauche den Ball, bin ja auch ballverliebt“, gibt der einstige türkische Juniorenauswahlspieler zu.

DURCHKLICKEN: Baris Atik bei der SG Dynamo Dresden

03. Juli 2018: Neuzugang Baris Atik beim Nachmittagstraining. Zur Galerie
03. Juli 2018: Neuzugang Baris Atik beim Nachmittagstraining. ©

„Wir müssen noch kaltschnäuziger sein“

Und wenn er mal nicht den Ball hat, dann sieht man ihn nicht selten reklamierend im Kleinkrieg mit den Unparteiischen. „Ich brauche meine Emotionen im Spiel, liebe die Fans. Das ist ein emotionaler Verein. Ich kann nicht bei einem Verein spielen, der emotionslos ist“, erklärt Baris Atik und ergänzt: „Ohne meine Emotionen spiele ich vielleicht ein bisschen schlechter, aber ich habe noch nie ausprobiert, sie wegzulassen.“ Rein von der Leidenschaft dürfte er mit seinem Coach jedenfalls auf einer Wellenlänge liegen. „Viele Trainer von mir haben sich auch gewünscht, dass ich nicht so viel mit dem Schiedsrichter diskutiere. Das hat seine Zeit gebraucht, bis ich klar war in der Birne und gemerkt habe, dass es sowieso nichts bringt. Das wird der Junge auch noch lernen“, meint Cristian Fiel über seinen Schützling.

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Auch beim nächsten Gegner SV Sandhausen, wo Dynamo Dresden am Sonnabend gastiert, wünscht sich Baris Atik eine leidenschaftliche Partie. „Wir haben einige emotionale Spieler, die das auch zeigen müssen, und dann überträgt sich das automatisch auf die Mannschaft. Es geht einfach darum, dass du in Sandhausen die Emotionen zeigst, von Anfang an Gas gibst und dann sehe ich keine Probleme“, ist der gebürtige Frankenthaler vorm Gastspiel in seiner heimatlichen Rhein-Neckar-Region überzeugt.

Auswärts waren die Dresdner zuletzt erfolgreich. Cristian Fiel fuhr mit seinem Team gegen Fürth und beim 3:1 in Aue vier von sechs möglichen Punkten ein. Daran will er bei den Kurpfälzern anknüpfen. Doch nach zwei torlosen Remis in Folge gegen Fürth und Union mögen die Schwarz-Gelben defensiv zwar gut aufgestellt sein, vorn aber würden nun mal wieder paar Tore gut tun. „Wir müssen noch kaltschnäuziger sein, weiter hart daran arbeiten und dann wird das schon“, glaubt Baris Atik, der selbst zuletzt am 3. März ein Tor zum 2:2 gegen Bochum beigesteuert hat, an eine baldige Besserung der Chancenverwertung. Gegen Sandhausen will er vor allem eins: Gewinnen. Und vielleicht gehört Atik dort trotz seiner 1,69 Meter auch wieder zu den Auffälligsten.