13. November 2019 / 18:51 Uhr

Dynamo Dresdens Chris Löwe: „Ich habe dem Chemnitzer FC viel zu verdanken"

Dynamo Dresdens Chris Löwe: „Ich habe dem Chemnitzer FC viel zu verdanken"

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Chris Löwe kommt zum Test gegen den CFC nur als Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion.
Chris Löwe kommt zum Test gegen den CFC nur als Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion. © Jochen Leimert
Anzeige

Der Linksverteidiger der Schwarz-Gelben kann am Donnerstag beim Testspiel gegen die Himmelblauen nicht mitspielen, aber er kommt trotzdem vorbei, um alte Bekannte zu treffen.

Anzeige
Anzeige

Dresden. Neun Jahre lang trug Chris Löwe das Trikot des Chemnitzer FC, ehe der Plauener 2011 zu Borussia Dortmund in die Bundesliga wechselte. Seit diesem Sommer spielt der 30 Jahre alte Vogtländer für Dynamo Dresden, das am Donnerstag um 14 Uhr die Himmelblauen zu einem Testspiel erwartet. Warum Löwe gegen den Drittligisten nur zuschauen kann, verrät er im SPORTBUZZER-Interview.

Wie geht es Ihnen? Sie waren nicht auf dem Trainingsplatz...

 „Nein, ich war in den letzten beiden Tagen krank, bin aber auf dem Weg der Besserung und kann zumindest wieder mit dem Training anfangen.“

Das Spiel gegen Ihren Ex-Verein fällt somit flach?

„Ja, aber ich bin trotzdem hier und werde ein paar Leute sehen, obwohl ich gar nicht mehr so viele kenne.“

Dynamo Dresdens Chris Löwe feiert seinen Treffer zum 1:0 im DFB-Pokal gegen den TuS Dassendorf.  
Dynamo Dresdens Chris Löwe feiert seinen Treffer zum 1:0 im DFB-Pokal gegen den TuS Dassendorf.   © imago images / Jan Huebner
Anzeige

Wen kennen Sie denn überhaupt noch? Beim Chemnitzer FC hat sich in den letzten Jahren sehr, sehr viel verändert – und Sie sind schon eine Weile weg...

„Persönlich kenne ich noch Teammanager Torsten Bittermann und einen der Physiotherapeuten, der während meiner Zeit aber noch nicht Physiotherapeut war, sondern den ich aus der Schulzeit kenne. Aber ringsum sind es auch noch ein paar Leute. Von den Spielern kenne ich aber nicht einen.“

Beide Vereine sind 17. in ihren Ligen, kämpfen gegen den Abstieg. Wie optimistisch sind Sie, dass beide Clubs am Saisonende da einkommen, wo sie hinwollen?

„Für uns war es enorm wichtig, dass wir am Freitag das Spiel gewonnen haben. Wir hatten sicherlich den Fußballgott an diesem Tag auf unserer Seite. Nichtsdestotrotz geht es in so einer Phase, in der wir sind, nur darum, dass du Spiele gewinnst. Das hat am Freitag gepasst, deshalb durften wir uns auch mal zwei, drei Tage freuen. Wir wissen natürlich, dass die Situation immer noch gefährlich ist und dass wir bis zum Winter noch den einen oder anderen Sieg einfahren müssen.“

Und wie sehen Sie die Lage beim CFC? Verfolgen Sie das Geschehen dort noch?

„Ich habe es immer verfolgt. Ich habe immer gesagt, dass ich dem Verein viel zu verdanken habe. Er hat den Grundstein für das gelegt, was ich erreicht habe. Jetzt bin ich auch gefühlt wieder ein Stück näher dran, weil ich nun auch wieder in Chemnitz wohne. So habe ich mitgekriegt, dass dort seit dem Trainerwechsel Aufbruchstimmung herrscht. Die Mannschaft ist unter dem neuen Coach Patrick Glöckner seit fünf Spielen ungeschlagen. Das sollte ihr Mut geben, das zu schaffen, was sie schaffen will.“

Chris Löwe galt beim CFC als großes Talent. Von der wechselte er 2011 nach Dortmund und holte dort mit dem BVB gleich das Double.
Chris Löwe galt beim CFC als großes Talent. Von der wechselte er 2011 nach Dortmund und holte dort mit dem BVB gleich das Double. © imago sportfotodienst

Sie wollen sich dauerhaft in Chemnitz niederlassen. Was ist der Grund dafür?

„Ich bin ein Familienmensch, die Familie meiner Frau wohnt direkt in Chemnitz, meine Eltern wohnen immer noch in Plauen. So sind es für beide Seiten kurze Wege. Wenn ich mit dem Fußballspielen aufgehört habe, werde ich nichts mehr mit Fußball zu tun haben, sodass wir uns niederlassen können. Ich werde später nicht als Trainer von einem zum anderen Ort tingeln, deswegen haben wir uns so entschieden.“

Früher gab es die Fahrgemeinschaft Köhler/Bittermann/Franke – jeden Tag zwischen Chemnitz und Dresden hin und her. Wie machen Sie das eigentlich?

„Ich fahre alleine. Viele haben mir ein Horrorszenario ausgemalt, wenn man jeden Tag auf die A 4 muss. Ich habe bis jetzt aber noch keine großen Probleme gehabt und bin überrascht, wie gut ich immer durchkomme.“

Mehr zur SG Dynamo Dresden

Zurück zum Thema Abstiegskampf: Welche Erfahrungen können Sie aus Ihrer Zeit in England bei Huddersfield Town diesbezüglich jetzt bei Dynamo Dresden einbringen?

„Die Situation war komplett anders, denn damals hat von uns eigentlich niemand irgendetwas erwartet. Natürlich haben wir unser Bestes in jedem Spiel probiert, um am Ende den Klassenerhalt zu schaffen. Aber es ist nie Unruhe aufgekommen, weil alle damit gerechnet haben, dass wir aus der Premier League gleich wieder runtergehen. Normalerweise hast du dort von den 38 Spielen zwölf, in denen du gegen die top Sechs nichts holst. So hast du eine begrenzte Anzahl an Spielen, in denen du deine Punkte einfahren musst. Das haben wir im ersten Jahr geschafft – durch einen unglaublichen Zusammenhalt. Da konnten wir auch den einen oder anderen Großen ärgern. Aber im zweiten Jahr haben wir es nicht mehr geschafft, da war jedoch auch der Zusammenhalt nicht mehr so da, wie er hätte da sein müssen, um eine Chance zu haben. Dann hat man gesehen, wie schnell es gehen kann, dass du auf einmal gefühlt jedes Spiel verlierst und absteigst.“

Kevin Broll hat letzte Woche gesagt, die Dresdner Mannschaft sei intakt. Sehen Sie das auch so?

„Fußball ist immer eine Momentaufnahme, aber bis jetzt erkenne ich keine Anzeichen, dass jemand aus der Reihe tanzt. Wir sind eine homogene Truppe, in der jeder dem anderen helfen möchte. Das klappt die eine Woche mal gut, die andere Woche etwas weniger. Im Grunde genommen haben wir aber ausschließlich gute Jungs dabei, sind jetzt auch durch diese schwere Phase gekommen und haben wieder gewonnen. Ich hoffe jetzt, dass das Selbstvertrauen zurückkommt, vieles wieder selbstverständlicher wird, damit wir auch das spielerische Element wieder mehr einbringen können.“

Dynamo Dresdens Chris Löwe im Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (1:0). 
Dynamo Dresdens Chris Löwe im Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (1:0).  © Dennis Hetzschold

Was bringt ein Test wie der gegen Chemnitz in der Länderspielpause?

„So ein Spiel ist vor allem für die wichtig, die davor wenig gespielt haben. Du kannst trainieren, wie du willst, Spiele aber nicht simulieren. Deswegen ist das für mich auch bitter, dass ich nicht dabei sein kann. Nicht weil ich so nicht gegen meinen Ex-Verein antreten kann, sondern weil ich eine Möglichkeit verpasse, noch ein paar Minuten zu bekommen. Denn ich möchte in den nächsten Wochen wieder mehr spielen, als es zuletzt der Fall war.“

Sind Sie nach Ihren Adduktorenproblemen wieder beschwerdefrei?

„Komplett beschwerdefrei bin ich noch nicht, aber im Spiel und im Training hat mich das nicht mehr beeinträchtigt, das ist das Entscheidende.“

Mitmachen: #GABFAF-Adventskalender

Bundesliga-Tickets, Fußballschuhe, signierte Trikots und vieles mehr: Trage Dich hier ein und gewinne einen der 24 Preise. (mehr Infos)




Klicke hier Weiter und dann auf der nächsten Seite Absenden - und Du hast die Chance auf jeden der 24 Preise.

ANZEIGE: 50% auf alle JAKO Artikel! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN