05. März 2019 / 09:25 Uhr

Dynamo Dresdens Coach nach seinem Debüt: „Uns steht viel Arbeit bevor“

Dynamo Dresdens Coach nach seinem Debüt: „Uns steht viel Arbeit bevor“

Jochen Leimert
Wer auf dem Platz kein Gehör findet, muss sich Spieler an die Seitenlinie holen. Hier greift sich Cristian Fiel Jannik Müller.
Wer auf dem Platz kein Gehör findet, muss sich Spieler an die Seitenlinie holen. Hier greift sich Cristian Fiel Jannik Müller. © Dennis Hetzschold
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Beim ersten Spiel als Chef-Trainer der SG Dynamo Dresden lief für Cristian Fiel noch nicht alles glatt, doch das durfte auch niemand erwarten. Erste Erfolge gab es beim 2:2 gegen Bochum aber.

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Dresden. Ein Stimmungsaufheller war es schon, den insgeheim erhofften großen Befreiungsschlag bedeutet das 2:2 gegen den VfL Bochum für die SG Dynamo Dresden aber noch nicht. Für einen rundum gelungenen Einstand waren die Besetzungsprobleme des neuen Trainers Cristian Fiel einfach zu groß, der 38-Jährige musste viel improvisieren. Insbesondere im Angriff und in der Abwehr musste er Lösungen finden, denn seine Möglichkeiten waren ohne die robusten Verteidiger Marco Hartmann, Florian Ballas und Brian Hamalainen sowie den pfeilschnellen, aber gleichfalls noch verletzten Stürmer Moussa Koné stark eingeschränkt.

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SG Dynamo Dresden - VfL Bochum (2:2) Zur Galerie
SG Dynamo Dresden - VfL Bochum (2:2) ©
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Feuer und Hingabe stecken Spieler an

Zudem sind drei Tage gemeinsamen Trainings nicht viel Zeit, um einer Mannschaft eine neue Spielidee einzuimpfen. Dass Fiel im September schon ein paar Tage auf dem Trainingsplatz gestanden und das Team beim 1:3 gegen Heidenheim einmal gecoacht hatte, war sicher nicht von Nachteil, aber auch keine wirkliche Hilfe, zumal danach Maik Walpurgis zwei Konzepte mit wechselndem Erfolg ausprobierte.

Wirklich gezündet hat in den ersten Tagen seiner Zeit als Chefcoach erst einmal nur Fiels Leidenschaft – sein Feuer, seine Hingabe für den Fußball und den Verein steckte die Spieler zweifelsfrei an. Die Truppe sprühte vor Einsatzbereitschaft, dabei ging die taktische Disziplin mitunter verloren. Die Schwarz-Gelben agierten noch zu ungestüm und machten in neuer Formation viele Fehler. „Ich habe es auch sehr wild gesehen, aber jeder wollte. Manchmal habe ich einen auf einer Position gesehen, wo ich mir gesagt habe: Was macht denn der auf einmal da?“, beschrieb Fiel seine Eindrücke. Für den Spanier steht fest: „Uns steht viel Arbeit bevor, aber wir werden es angehen.“ Sein Fokus vor dem Auswärtsspiel am Sonntag (13.30 Uhr) in Fürth ruht nun mehr auf der Vermittlung seines Konzepts von mutigem Ballbesitzfußball, aggressivem Gegenpressing und schnellem Umschaltspiel. „Es geht jetzt darum, die Jungs da hinzukriegen, dass sie wissen, was ich will.“

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"Letzten Endes ist das System egal"

Gewöhnen muss sich Fiel nicht nur an größtenteils neue Spieler, sondern auch an die veränderten Bedingungen für sein Coaching. Anders als bei der B-Jugend kann er im Wettkampf verbal nur wenig ins Spiel seiner Mannen eingreifen, es leiten. Zu laut ist es im weiten Rund, anders als im Ostragehege kann ihn im vollen Harbig-Stadion kaum ein Spieler auf dem Feld hören. Rufen und schreien bringe da nur wenig: „Das kannst du dir eigentlich sparen. Das kriegt kaum einer mit. Das ist schwer, da Einfluss zu nehmen“, so Fiel. Auf seine Gestik, seine Zeichensprache müssten sich seine Profis noch einstellen, räumte der neue Trainer ein.

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Jannis Nikolaou: Ich glaube, wenn man nach 15 Minuten 0:2 zurückliegt, dann ist es schon ein gutes Gefühl, dass man das egalisieren konnte – vor allem in der Phase, in der wir uns vor dem Spiel befunden haben. Da haben wir sicherlich nicht vor Selbstvertrauen gestrotzt. Dass noch nicht alles geklappt hat, hat man auch gemerkt. Aber es ist sehr wichtig, dass wir Comeback-Mentalität gezeigt haben. Darauf können wir jetzt aufbauen. 0:2 zurückzuliegen ist nie ein schönes Gefühl, aber der Trainer hat uns vorher eingetrichtert, dass Fehler passieren werden. Man hat aber unsere Moral gesehen, denn wir haben uns zurückgekämpft. In der zweiten Halbzeit hat vieles auch schon sehr gut geklappt. Deswegen, glaube ich, ist der Punkt sehr verdient. Zur Galerie
Jannis Nikolaou: Ich glaube, wenn man nach 15 Minuten 0:2 zurückliegt, dann ist es schon ein gutes Gefühl, dass man das egalisieren konnte – vor allem in der Phase, in der wir uns vor dem Spiel befunden haben. Da haben wir sicherlich nicht vor Selbstvertrauen gestrotzt. Dass noch nicht alles geklappt hat, hat man auch gemerkt. Aber es ist sehr wichtig, dass wir Comeback-Mentalität gezeigt haben. Darauf können wir jetzt aufbauen. 0:2 zurückzuliegen ist nie ein schönes Gefühl, aber der Trainer hat uns vorher eingetrichtert, dass Fehler passieren werden. Man hat aber unsere Moral gesehen, denn wir haben uns zurückgekämpft. In der zweiten Halbzeit hat vieles auch schon sehr gut geklappt. Deswegen, glaube ich, ist der Punkt sehr verdient. © Dennis Hetzschold

Doch der frischgebackene Fußballlehrer war erst einmal froh, dass Teil eins seiner Mission erfüllt wurde. Dass ihm die Mannschaft folgte, Moral und Siegeswillen zeigte. Das sei die Basis – ohne Einsatz helfe auch das raffinierteste System nichts: „Letzten Endes ist das System egal: Wenn du hart arbeitest, malochst und Gas gibst, dann kann es so ausgehen, dass du belohnt wirst.“ Seine Spieler versprühten nach dem 2:2 jedenfalls Zuversicht. Linus Wahlqvist glaubt: „Das Spiel hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ In der Reaktion der Fans, die bis zuletzt der Mannschaft den Rücken gestärkt hatten, fand Patrick Ebert Bestätigung: „Die Leute, die im Stadion waren, hatten große Freude daran, wie wir aufgetreten sind. So müssen wir es Woche für Woche machen, dann wird das Stadion auch wieder voll sein.“

Ebert schien nebenbei ganz zufrieden, wieder im zentralen Mittelfeld spielen zu dürfen. Hinter ihm auf der Sechserposition fühlte sich auch ein anderer Spieler wohler als auf dem Posten des Linksverteidigers: Die BVB-Leihgabe Dzenis Burnic konnte nicht nur Fiel überzeugen. Der neue Chef wird das Talent sicher wieder dort bringen: „Für mich ist er ein Zentrumsspieler.“

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