08. Juli 2019 / 19:11 Uhr

Dynamo Dresdens Geschäftsführer Minge: „Ein großer Schwerpunkt ist noch da“

Dynamo Dresdens Geschäftsführer Minge: „Ein großer Schwerpunkt ist noch da“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dynamos Sport-Geschäftsführer Ralf Minge grübelt – im Sturm hat er eine wichtige Baustelle.
Dynamos Sport-Geschäftsführer Ralf Minge grübelt – im Sturm hat er eine wichtige Baustelle. © Stefan Schramm
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Dynamo Dresdens Sport-Geschäftsführer Ralf Minge spricht im SPORTBUZZER-Interview über die Kaderplanung bei den Schwarz-Gelben.

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Längenfeld. Sport-Geschäftsführer Ralf Minge ist noch bis Dienstag in Dynamo Dresdens Trainingslager in Längenfeld (Tirol) dabei – mehr Zeit hat er nicht, denn die Schwarz-Gelben sind noch auf dem Transfermarkt aktiv. Vor allem darum geht es im SPORTBUZZER-Interview.

Frage: Wie hat Ihnen das Spiel gegen Athen gefallen?

Ralf Minge: Man hat ganz deutlich die Idee unseres Spiels gesehen – auch die Inhalte, die in den Tagen davor erarbeitet wurden. Man hat gesehen, dass die Spieler dabei sind, das zu leben und zu verinnerlichen. Ich glaube, das war ein sehr anspruchsvoller Test.

Was ist mit einem möglichen Weggang von Moussa Koné?

Er hat ein klares Statement abgegeben, wo er seinen Weg sieht und wo wir auch seinen Weg sehen. Von daher wird das kein Thema werden.

Gibt es in der Hinsicht eine finanzielle Schmerzgrenze?

Nein. Es ist ja bekannt, dass er noch drei Jahre Vertrag hat und das ist auch nicht seine persönliche Ambition. Er hat für sich einen Karriereplan und der sieht das im Moment nicht vor.

Aber vorne soll noch etwas passieren?

Das habe ich schon mit Beginn der Vorbereitungsperiode gesagt, dass es zwei klassische Schwerpunkte gibt. An den einen haben wir einen Haken gemacht. Da sind wir auch froh und glücklich drüber. An dem anderen arbeiten wir mit Hochdruck.

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Der abgearbeitete Schwerpunkt, Dzenis Burnic, ist aber wieder nur ausgeliehen...

Wir haben auch mit Dortmund und den Beratern von Dzenis alle Modelle durchgespielt, haben uns dann letztendlich auf diese Geschichte geeinigt. Natürlich wäre es für den Verein vielleicht die bessere Option gewesen. Auf der anderen Seite ist es so: Der Dzenis war sechs Monate ausgeliehen. Das ist ein total offenes Buch für uns. Wir wissen, wie er charakterlich ist und was er fußballerisch kann. Das stand über allem: Einen Spieler zu holen, wo wir überzeugt sind, dass er direkt funktioniert. Das ist gegeben.

Wie würden Sie den Markt aktuell insgesamt beschreiben? Der noch offene Schwerpunkt ist der Stürmer…

Wir haben gehandelt, wo die Tür aufgegangen ist. Ich glaube auch, dass wir in Summe echt zufrieden sein können mit dem jetzigen Stand. Wir sprechen de facto jetzt von einem großen Schwerpunkt, der noch da ist. Dort ist es in der Tat so, dass wir jede Menge schon geprüft haben, dass wir auch noch dabei sind. Da wurden Optionen verworfen von unserer Seite, dann haben Spieler abgesagt ... Es ist kompliziert, weil das natürlich auch eine Position ist, die sehr begehrt ist auf dem Markt.

Soll defensiv nach dem Abgang von Sören Gonther noch etwas passieren?

Ohne Priorität. Brian Hamalainen ist fest eingeplant dort als Linksfuß. Wir haben Linus Wahlqvist, Marco Hartmann, Florian Ballas, Jannik Müller und, nicht zu vergessen, Kevin Ehlers. Es war ja nicht aus lieber Langerweile, dass wir ihn als U19-Spieler fest in den Kader integriert haben. Es würde uns in der Seele wehtun, wenn wir so ein Talent dann einfach zumachen mit irgendwelchem Aktionismus. Wir sind da gut aufgestellt, überhaupt keine Frage, und das sieht auch der Trainer so. Wenn sich wider Erwarten doch noch irgendetwas Spektakuläres auftun sollte, werden wir überlegen, aber wir sehen jetzt nicht die große Veranlassung.

Warum wurde Kevin Broll geholt?

Weil der Kevin eigentlich alles mitbringt. Wir versuchen das immer so ein bisschen ligaunabhängig zu betrachten, sondern gucken, was für ein Profil wir hier benötigen. Spätestens seit März, wo ich dann so ein flaues Gefühl im Magen hatte – das wusste natürlich zum damaligen Zeitpunkt auch der Markus (Schubert, d. Red.), dass wir da gucken –, haben wir sehr intensiv den Markt eruiert und auch einen sehr großen Vorlauf dadurch gehabt, was die Beurteilung anbelangt. Da haben Gespräche stattgefunden und wir sind ganz einfach total überzeugt von dem Jungen.

Ralf Minge stellte sich im Trainingslager in Längenfeld den Journalistenfragen.
Ralf Minge stellte sich im Trainingslager in Längenfeld den Journalistenfragen. © Stefan Schramm
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Hat die Rippenverletzung von Kevin Broll Einfluss auf den Konkurrenzkampf im Tor?

Der Junge ringt ja mit sich. Er kommt mit brutal viel Ehrgeiz hierher, will etwas reißen, dann hat er wieder zu früh angefangen, wird zurückgeworfen ... Jeder Trainingstag ist kostbar, gerade auch für einen neuen Spieler, um sich zu integrieren. Aber das sind Gegebenheiten, die sind einfach da, denen muss man Rechnung tragen. Der Junge muss sich jetzt ganz einfach die Zeit nehmen, die er braucht, um wieder topfit zu sein. Klar wäre es schöner, wenn er jetzt jedes Training mitmachen würde. Gar keine Frage.

Wird es noch ein konkretes Saisonziel geben?

Da werden wir uns mit Sicherheit mit dem „Fielo“ Ende des Trainingslagers oder dann in Dresden zusammensetzen. Das haben wir auch bewusst gemacht. Wie funktioniert das? Wie greift ein Rad ins andere? Auch zu dem Punkt werden wir uns ganz einfach austauschen. Was trauen wir der Mannschaft zu? Ziele sollen ambitioniert sein, habe ich immer gesagt, Selbst auf die Gefahr hin, dass man mal ein Ziel nicht erreicht. Sonst wären wir nicht dort, wo wir jetzt sind. Dort werden wir uns dann zu Wort melden, wenn es so weit ist.

Wie sehen Sie von außen die Ansätze von Cristian Fiel?

Der „Fielo“ hat absolut den Nerv der Mannschaft erreicht. Das ist eine reine Freude. Ob das jetzt Training oder Spiel ist. Mit wie viel Leidenschaft sowohl das Trainerteam, als auch die Mannschaft arbeiten. Das ist ja keine Einbahnstraße, man befruchtet sich gegenseitig. Das ist toll zu sehen. Da kann man auch Grundlagen sowohl im physischen, als auch im technisch-taktischen Bereich legen. Die Jungs verinnerlichen das. Interessant wird es ja dann erst, wenn die Härtefälle kommen. Wenn man dann grübelt: Wen setzt man auf die Bank? Wir sind topzufrieden und es macht ganz einfach Spaß, hier zuzugucken.

Wie sieht es mit Ihrer Gesundheit aus?

Es war ein bewegtes Jahr. Und Stress ist ein hypothetisches Konstrukt. Das existiert ja real gar nicht. Den Stress macht man sich ja selber. Und dann muss man schon immer mal eine kognitive Umstrukturierung machen, dass man ein Problem, das vermeintlich eine sehr große Dimension hat, dann ein, zwei Etagen runterbeamt. Alles gut. Ich habe ein Superteam, welches mich brutal unterstützt, wo wir auch, jetzt über Jahre hinweg, extrem vertrauensvoll zusammenarbeiten. Da bin ich jeden Tag dankbar. Das habe ich so in meiner Karriere auch noch nicht erlebt. Dass man über den Zeitraum mit so vielen jungen Menschen um sich rum so eine klasse Zusammenarbeit pflegen kann. Und das gestattet mir jetzt natürlich auch das ein oder andere Mal nicht selber in Erscheinung zu treten. Die Zusammenarbeit ist ganz einfach der Schlüssel.

Notiert: Caroline Grossmann

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