28. Juli 2021 / 19:02 Uhr

Dynamo Dresdens Heinz Mörschel: Vom Bankdrücker zum gefeierten Torschützen

Dynamo Dresdens Heinz Mörschel: Vom Bankdrücker zum gefeierten Torschützen

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Heinz Mörschel war zunächst sauer wegen seiner Jokerrolle. Dann konnte er sich für sein Tor gegen Ingolstadt von den Fans feiern lassen.
Heinz Mörschel war zunächst sauer wegen seiner Jokerrolle. Dann konnte er sich für sein Tor gegen Ingolstadt von den Fans feiern lassen. © Steffen Manig
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Der 23-Jährige stand bei den Schwarz-Gelben entgegen mancher Erwartung nicht in der Startelf gegen Ingolstadt. Dafür beeindruckte er nach seiner Einwechslung.

Dresden. Sieben Treffer für Dynamo Dresden in der Rückrunde der vergangenen Saison kann Heinz Mörschel vorweisen – gemeinsam mit Toptorschütze Christoph Daferner Bestwert bei den Schwarz-Gelben. Doch daraus folgt keine Einsatzgarantie. Das musste der 23-Jährige, der im Januar vom KFC Uerdingen an die Elbe gewechselt war, beim 3:0-Sieg gegen den FC Ingolstadt am vergangenen Sonnabend am eigenen Leib erfahren.

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Weil Rückkehrer Julius Kade auf der Position im offensiven Mittelfeld den Vorzug erhielt, schmorte Mörschel auf der Ersatzbank, bis er in der 57. Minute für Neuzugang Luca Herrmann eingewechselt wurde. Doch genau zehn Minuten später explodierte er, rannte mit dem Ball durch die gegnerische Hälfte bis in den Strafraum, narrte noch schnell Verteidiger Keller und ließ Torwart Buntic mit einem Flachschuss zum 3:0-Endstand keine Chance (67.). Zwar profitierte er in dieser Szene von Ingolstadts Defensivschwäche. Die Fans im Stadion feierten Heinz Mörschel für sein sehenswertes Solo, das die Vorentscheidung brachte, natürlich trotzdem frenetisch.

JETZT Durchklicken: Die Bilder zum 3:0-Heimerfolg gegen den Fc Ingolstadt!

Auftakt nach Maß für die SG Dynamo Dresden: Im Duell der Aufsteiger setzten sich die Elbestädter klar mit 3:0 durch. Zur Galerie
Auftakt nach Maß für die SG Dynamo Dresden: Im Duell der Aufsteiger setzten sich die Elbestädter klar mit 3:0 durch. ©

Als Joker stach er damit ebenso wie Panagiotis Vlachodimos, auf dessen Konto eine Torvorlage geht, und Philipp Hosiner, der mit einem Pfostenschuss nur knapp an einem eigenen Treffer scheiterte. „Bei den Wechseln war kein Qualitätsverlust, Heinz Mörschel hat nach Einzelleistung ein Supertor gemacht“, lobt Chefcoach Alexander Schmidt den Mann aus der Dominikanischen Republik. Sein glückliches Händchen bei den Einwechslungen relativiert der Chefcoach: „Wenn ich die Ersatzbank so anschaue, glaube ich, kann ich jeden bringen. Die Kaderbreite ist eine unserer großen Stärken“, so der 52-Jährige, der gegen die Schanzer sein Kontingent ausschöpfte und fünf Wechsel vornahm. „Und es war kein einziger dabei, der irgendwie enttäuscht hat.“

Erst recht nicht Mörschel, der nachvollziehbarerweise von seiner Verbannung auf die Bank wenig begeistert war. „Straßenkicker wie Heinz mit so einer Technik wollen immer zocken. Wenn sie nicht spielen, sind sie sauer auf den Trainer. Aber das finde ich auch gut. Wenn einem das nichts ausmacht, wenn er nicht von Beginn an spielt, ist auch irgendwas falsch“, erklärt Alexander Schmidt und ergänzt: „Es war alles im Rahmen und Heinz hat die passende Antwort gegeben. Das freut mich für ihn total. Das ist ein Sinnbild für unseren guten Kader und eine gute Zusammensetzung – auch charakterlich.“ Und mit dieser Einstellung dürfte dem technisch starken Mörschel auch in dieser Saison noch das eine oder andere Tor für Dynamo Dresden gelingen – auch ohne Einsatzgarantie.