25. Juni 2019 / 07:20 Uhr

Dynamo Dresdens Idol Jörg Stübner ist tot

Dynamo Dresdens Idol Jörg Stübner ist tot

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Jörg Stübner im Frühjahr 2019 bei einem Heimspiel der Dresdner Dynamos im Rudolf-Harbig-Stadion.
Jörg Stübner im Frühjahr 2019 bei einem Heimspiel der Dresdner Dynamos im Rudolf-Harbig-Stadion. © imago images / Steffen Kuttner
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Die Polizei hat bestätigt, dass der 47-fache DDR-Auswahlspieler nicht mehr lebt. Die Hintergründe seines Todes sind noch unklar.

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Dresden. Schock für Dynamo Dresden: Der frühere DDR-Auswahlspieler Jörg Stübner ist tot. Der gebürtige Freiberger wurde nach Angaben der Dresdner Polizei am Montagabend um 18.45 Uhr in einem Gebäude auf der Herzberger Straße leblos aufgefunden. Er wurde nur 53 Jahre alt. Hinweise auf ein Verbrechen oder Suizid gebe es aktuell nicht, so ein Sprecher. Wie der einstige Mittelfeld-Star, der seit der Wende private Probleme hatte und Alkoholiker war, aber genau zu Tode kam, ist noch unklar.

Stübner spielte von 1983 bis 1992 bei Dynamo, nachdem er aus Halle nach Dresden delegiert worden war. Im Nachwuchs der Schwarz-Gelben bestach er als Stürmer und durchlief die Ausbildung gemeinsam mit seinem Freund Ulf Kirsten. Mit gerade 18 Jahren debütierte er in der Oberliga-Mannschaft, die Klaus Sammer zur Saison 1983/84 als Trainer übernommen hatte. Gleich auf Anhieb erarbeitete sich der von Sammer ins Mittelfeld gestellte Stübner hohes Ansehen in der Mannschaft und trat dort mit seiner enorm hohen Laufbereitschaft und Zweikampfhärte die Nachfolge von Olympiasieger Hartmut Schade an, der kurz zuvor seine Laufbahn verletzungsbedingt hatte beenden müssen.

DURCHKLICKEN: Bilder aus der Karriere von Jörg Stübner

<b>5. April 1984:</b> Dynamo Dresden trifft im Rahmen eines Testspiels auf Waldhof Mannheim. Hier wird 
Günter Sebert (Mannheim, li.) von Jörg Stübner (Dresden) verfolgt. Zur Galerie
5. April 1984: Dynamo Dresden trifft im Rahmen eines Testspiels auf Waldhof Mannheim. Hier wird Günter Sebert (Mannheim, li.) von Jörg Stübner (Dresden) verfolgt. ©
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Comeback-Versuche scheiterten

“Stübs”, wie er genannt wurde, wurde legendär durch seine Länderspiel-Auftritte gegen Frankreich, bei denen er Superstars wie Michel Platini oder Alain Giresse zur Verzweiflung brachte. Der Junge mit dem markanten Popperscheitel war in 182 Punktspielen für Dynamo am Ball, davon aber nur fünfmal in der Bundesliga. Nach zwei DDR-Meistertiteln und drei Pokalsiegen schaffte er Anfang der Neunziger verletzungsbedingt den Sprung in die neue Zeit nicht. Private und sportliche Probleme machten ihm zu schaffen, während sein Kumpel Kirsten in Leverkusen groß rauskam und auch DFB-Auswahlspieler wurde. Comeback-Versuche Stübners bei Sachsen Leipzig, in Neubrandenburg oder in Sangerhausen scheiterten. Nirgendwo hielt es ihn lange.

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Stübner war so lange arbeitslos, schlug diverse Hilfsangebote früherer Mitspieler aus. Alkoholkrank zog er sich zurück, bekam aber in einem Mietshaus in Dresden-Kleinzschachwitz Stress mit den Nachbarn. 2018 wurde er in Abwesenheit von einem Dresdner Gericht verurteilt, weil er einen Nachbar mit einer Gaspistole bedroht haben soll. Freunde aus dem Dynamo-Umkreis zahlten die Geldstrafe für den mittellosen Ex-Sportler. Anfang 2019 erschien Stübner mehrfach im Stadion, schien seelisch stabiler zu sein, doch die Freude seiner treuen Fans - er hatte gegen Ende der DDR-Zeit einen der größten Fanclubs bei Dynamo - über das Comeback des Einzelgängers währte nur kurz. Eigentlich sollte er in der Nachwuchsabteilung der SGD eine Aufgabe bekommen, doch dazu wird es nun nicht mehr kommen.

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