09. Februar 2020 / 10:42 Uhr

Dynamo Dresdens Kauczinski wütend: „Haben die Quittung bekommen“

Dynamo Dresdens Kauczinski wütend: „Haben die Quittung bekommen“

dpa
Dresdens Cheftrainer Markus Kauczinski an der Seitenlinie;
SG Dynamo Dresden - SV Darmstadt 98; Fußball; 2. Liga; Saison 2019/2020; 21. Spieltag; Rudolf-Harbig-Stadion; Dresden; 07. Februar 2020 Foto: Dennis Hetzschold
Dynamo Dresdens Trainer Markus Kauczinski sieht den Grund für die Niederlage gegen Darmstadt vor allem in der schwachen ersten Halbzeit. © Dennis Hetzschold
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Das aberkannte Ausgleichstor erhitzt die Gemüter, doch lenkt die Diskussion gleichzeitig von der eigentlichen Ursache der Niederlage ab: Dynamo Dresden verfiel erstmals seit der Winterpause wieder in alte Muster.

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Dresden. Markus Kauczinski konnte seine Wut nicht verbergen. „Irgendjemand soll jemanden gezogen haben“, sagte der Trainer von Dynamo Dresden völlig baff nach dem 2:3 gegen den SV Darmstadt 98 über den nicht gegebenen Ausgleich. „Ich habe es 20-mal angeguckt. Da war vorher eine Berührung, aber wenn jeder Körperkontakt ein Foul sein soll, weiß ich nicht. Entscheidend ist, dass es richtig gemacht wird. Dafür macht man es ja, um letztlich Gerechtigkeit zu haben. Ich fühle mich absolut nicht gerecht behandelt.“

Patrick Schmidt hatte nach 72 Minuten ausgelassen über sein zweites Tor gejubelt, doch der Videoassistent verdarb ihm und dem Schlusslicht der 2. Fußball-Bundesliga den Spaß. Jannis Nikolaou soll nach einem Freistoß von Patrick Ebert minimal im Abseits stehend aktiv seinen Gegenspieler am Eingreifen gehindert haben. „Ein reguläres Tor und eine strittige Rote Karte. Wozu gibt es die Überprüfung denn“, echauffierte sich Club-Ikone Ulf Kirsten via Twitter. Nur wenige Minuten nach dem aberkannten Ausgleich war Stürmer Simon Makienok vom Platz geflogen.

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Herber Rückschlag für Dynamo Dresden: Das Team von Trainer Markus Kauczinski unterlag dem SV Darmstadt 98 mit 2:3. Zur Galerie
Herber Rückschlag für Dynamo Dresden: Das Team von Trainer Markus Kauczinski unterlag dem SV Darmstadt 98 mit 2:3. ©

Protest wird Dynamo nicht einlegen. Ohnehin lenkt die Diskussion über den Videoassistenten von den eigentlichen Gründen der Niederlage ab. Die liegen vor allem im ersten Durchgang, als Dynamo die Gäste förmlich zum Toreschießen einlud. „Wir hatten viele Ballverluste, verlieren viele Zweikämpfe und sind nicht kompakt, wie man es in der zweiten Liga sein muss. Wir haben den Gegner immer wieder stark gemacht, arrogant hinten rausgespielt und die Quittung dafür bekommen“, gab Kauczinski zu.

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(1) Kevin Broll:  In der 7. Minute erstmals leicht gefordert, als er eine Flanke des Gegners nach einer Ecke aus der Luft abfängt. In der 9. Minute klärt er gegen Paulis Viktor Gyökeres, der aus 18 Metern abzieht, hat dabei aber keine größeren Probleme. Bärenstark in der 15. Minute beim Abschluss von Ryo Miyaichi, als er die kurze Ecke reaktionsschnell zumacht. In der 28. Minute rettet er Dynamo erneut gegen Gyökeres vorm Rückstand, indem er den Ball, der noch von Florian Ballas abgefälscht war, mit der rechten Hand von der Linie fischt. Nach 33 Minuten im Duell mit Gyökeres nach einer Ecke erneut der Sieger. Kurz darauf gegen Miyaichi zur Stelle (35.). Hält die Schwarz-Gelben in der ersten Hälfte im Spiel. Nach dem Seitenwechsel bekommt er etwas Entlastung, von St. Pauli kommt weniger, Dynamo lässt weniger zu. Note 1,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll:  In der 7. Minute erstmals leicht gefordert, als er eine Flanke des Gegners nach einer Ecke aus der Luft abfängt. In der 9. Minute klärt er gegen Paulis Viktor Gyökeres, der aus 18 Metern abzieht, hat dabei aber keine größeren Probleme. Bärenstark in der 15. Minute beim Abschluss von Ryo Miyaichi, als er die kurze Ecke reaktionsschnell zumacht. In der 28. Minute rettet er Dynamo erneut gegen Gyökeres vorm Rückstand, indem er den Ball, der noch von Florian Ballas abgefälscht war, mit der rechten Hand von der Linie fischt. Nach 33 Minuten im Duell mit Gyökeres nach einer Ecke erneut der Sieger. Kurz darauf gegen Miyaichi zur Stelle (35.). Hält die Schwarz-Gelben in der ersten Hälfte im Spiel. Nach dem Seitenwechsel bekommt er etwas Entlastung, von St. Pauli kommt weniger, Dynamo lässt weniger zu. Note 1,5 ©

Seine ohnehin schon schwierige Mission Klassenverbleib hat nach der zwölften Saisonniederlage einen Dämpfer erhalten. Dynamos Coach hat einiges aufzuarbeiten, ehe es bereits am Freitag gegen seinen Ex-Club FC St. Pauli geht. Im Dezember 2017 übernahm der heute 49-Jährige bei den abstiegsbedrohten Hanseaten das Traineramt und führte diese bis zu seiner Beurlaubung im April 2019 in deutliche ruhigere Fahrwasser.

Wenn das auch mit Dynamo noch gelingen soll, braucht es in Hamburg dringend den ersten Auswärtssieg der Saison. In zehn Anläufen stehen für das schwächste Auswärtsteam der zweiten Liga bisher lediglich drei Remis auf der Habenseite.

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Mut macht die couragierte Leistung während der zweiten Halbzeit gegen Darmstadt. Doch treten die Sachsen erneut so auf, wie in den 45 Minuten zuvor, dann „steigen wir sang- und klanglos ab. Vielleicht kam der kleine Dämpfer zur rechten Zeit“, mutmaßte Florian Ballas. Denn Dynamo verfiel unerklärlich in alte Muster und erinnerte stark an die verunsicherte Mannschaft der Hinrunde, die sich Woche für Woche als nicht zweitligatauglich präsentierte.

Dynamos Kapitän will alle Fehler unter der Woche schonungslos ansprechen. Dazu wird wohl auch die mangelnde Chancenverwertung gehören. Denn sowohl vor als auch nach dem vermeintlichen 3:3 ließ die Kauczinski-Elf beste Einschussmöglichkeiten liegen. „Wichtig ist für uns, dass wir konkurrenzfähig sind und gegen jeden Gegner bestehen können müssen“, erklärte Kauczinski und versprach die Wut vom Freitag mit nach St. Pauli zu nehmen.