13. Februar 2020 / 09:53 Uhr

Dynamo Dresdens Kevin Ehlers bei Bundesligisten hoch im Kurs

Dynamo Dresdens Kevin Ehlers bei Bundesligisten hoch im Kurs

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Mönchengladbach, Leverkusen, oder doch Schalke 04? Kevin Ehlers steht auf dem Zettel einiger Bundesligisten.
Mönchengladbach, Leverkusen, oder doch Schalke 04? Kevin Ehlers steht auf dem Zettel einiger Bundesligisten. © Dennis Hetzschold
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Mehrere Vereine sollen konkretes Interesse an dem 19-jährigen Innenverteidiger-Talent des Zweitligisten haben. Doch der Vertrag des Youngsters läuft noch bis 2023 - eine satte Ablöse winkt.

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Dresden. Dynamo Dresdens Abwehrtalent Kevin Ehlers ist bei den Bundesligisten heiß begehrt. Jeder Verein aus dem deutschen Fußball-Oberhaus habe den Innenverteidiger, der vor wenigen Wochen 19 Jahre alt geworden war, beobachten lassen. Sechs Clubs wird sogar ein konkretes Interesse nachgesagt. Laut „Sport Bild“ handelt es sich dabei um Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, den SC Freiburg, den VfL Wolfsburg, die TSG Hoffenheim und Schalke 04. Selbst das Spitzenduo Bayern München und RB Leipzig sei nicht abgeneigt und habe schon Scouts auf Ehlers angesetzt. Gut möglich also, dass er vor einem Wechsel nach dieser Saison in der nächsten Transferperiode im Sommer 2020 steht – es wäre der erste seiner Profikarriere.

Pechvogel im DFB-Pokal

Aufmerksam wurden die Top-Clubs auf den Youngster durch dessen gute Leistungen. Gefördert vom damaligen SGD-Chefcoach Cristian Fiel, der bei den Schwarz-Gelben einst dessen Nachwuchstrainer war, erhielt Ehlers im April 2019 einen Profivertrag bis 2023 und kam am ersten Spieltag dieser Saison zu einem vielbeachteten Debüt in der 2. Bundesliga. Zwar ging die Partie gegen den 1. FC Nürnberg verloren, doch meldete der damals 18-Jährige nicht nur den bundesligaerfahrenen Club-Stürmer Mikael Ishak ab, sondern glänzte auch mit Ballaktionen und im Spielaufbau. Der Sohn von Ex-Hansa-Rostock-Akteur Uwe Ehlers trug sich mit diesem Einsatz als erster im 21. Jahrhundert geborener Dynamo-Profi in die SGD-Geschichtsbücher ein und erhielt Lob von allen Seiten.

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Und mehr noch: Kevin Ehlers, vor seiner Zeit als Dynamos U19-Bundesligaspieler als Junior einst auch für Erzgebirge Aue und Hansa Rostock am Ball, erspielte sich auf Anhieb einen Platz in der Stammelf. Gerade zu Saisonbeginn verdrängte er dadurch gestandene Profis wie den jetzigen Kapitän Florian Ballas auf die Bank. In der Hinrunde stand „Ehle“ in 13 von 17 Partien in der Startformation, in den übrigen vier wurde er zweimal nach Länderspielreisen geschont, je einmal fiel er wegen einer Infektion und einer Blessur aus. Im DFB-Pokal stand er 120 Minuten gegen Hertha BSC auf dem Platz, war bei der 7:8-Niederlage nach Elfmeterschießen aber der Pechvogel, weil er im Berliner Olympiastadion seinen Versuch verschoss. Dennoch prophezeite ihm Cristian Fiel eine große Karriere.

Ehlers bei Abstieg kaum zu halten

In seinen bislang 14 Pflichtspielen für Dynamo hinterließ Ehlers meist einen starken Eindruck. In der Rückrunde stand er allerdings noch nicht auf dem Rasen. Zum Auftakt gegen Nürnberg kurz vor Weihnachten schmorte er unter dem neuen Trainer Markus Kauczinski erstmals auf der Bank, seit Januar laboriert er an einem Außenbandanriss im rechten Sprunggelenk sowie einer Überdehnung des vorderen Syndesmosebandes und verpasste damit die ersten Spiele des neuen Jahres. Auch am Freitag beim Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli fehlt er. Die Verletzung aber dürfte dem Interesse der Bundesligisten keinen Abbruch tun. Und die Dynamo-Verantwortlichen sind davon überzeugt, dass der talentierte und fokussierte Ehlers danach auch an seinen steilen Aufstieg anknüpfen wird.

Allerdings ist fraglich, ob Dynamo den fünfmaligen deutschen U19-Auswahlspieler im Sommer ziehen lassen will. Bei dann noch drei Jahren Vertrag wäre zumindest eine Ablösesumme in Höhe von mehreren Millionen Euro fällig. Angesichts der zuletzt deutlich verbesserten finanziellen Lage wäre die SGD darauf aber nicht unbedingt angewiesen. Anders sähe das aus, wenn die Schwarz-Gelben den schwierigen Kampf um den Klassenerhalt nicht meistern und in die 3. Liga absteigen. Das würde einen Verkauf des Talents viel wahrscheinlicher machen, denn dann dürfte „Ehle“ kaum zu halten sein, zumal sein nächstes Ziel gewiss die Bundesliga ist. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Kevin Ehlers sich auch gegen Kauczinskis derzeitiges Innenverteidiger-Stammduo aus Jannis Nikolaou und Florian Ballas durchsetzen kann.

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