17. Juli 2018 / 22:05 Uhr

Dynamo Dresdens neuer Wahlqvist hat „Kampfgeist im Blut“

Dynamo Dresdens neuer Wahlqvist hat „Kampfgeist im Blut“

DNN
Dresdner Neueste Nachrichten
Linus Wahlqvist im Trikot von Dynamo Dresden.
Linus Wahlqvist im Trikot von Dynamo Dresden. © Stefan Schramm
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Dynamos schwedischer Neuzugang Linus Wahlqvist will sich in Dresden durchbeißen.

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Herxheim. Sich in eine neue Mannschaft zu integrieren, ist manchmal nicht die leichteste Aufgabe, gehört für einen Fußballprofi aber zum Geschäft. Wenn es allerdings der erste Vereinswechsel in der jungen Karriere ist, noch dazu gleich ins Ausland mit fremder Sprache und dann sogar direkt ins Trainingslager, wo der Konkurrenzkampf um die Stammplätze besonders intensiv tobt, gehört weit mehr dazu. Linus Wahlqvist, Dynamo Dresdens siebenter Neuzugang in dieser Saison, hat aktuell genau dieses Aufgabenpaket zu meistern. Und der Schwede, dessen Wechsel aus Norrköping die SGD am Montag unter Dach und Fach gebracht hatte, geht das optimistisch an.

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Dynamos erster Tag im Trainingslager in Herxheim (22) Zur Galerie
Dynamos erster Tag im Trainingslager in Herxheim (22) ©

Den ersten Trainingstag mit den Schwarz-Gelben hat der 21-Jährige am Dienstag schon erfolgreich hinter sich gebracht. „Es tat gut, das Gras zu fühlen und anzufangen, alle Spieler kennenzulernen. Ich muss herausfinden, wie jeder Spieler die Pässe haben will. Aber bis jetzt läuft es gut“, sagte Wahlqvist, der sich im Mannschaftshotel mit Kapitän Marco Hartmann ein Zimmer teilt. In Herxheim trifft er auch auf Niklas Kreuzer, mit dem er um die Stammposition als Rechtsverteidiger konkurriert.

Der schwedische Jungnationalspieler, der zeitlebens nur in seinem Heimatland aktiv war und sich als Zwölfjähriger dem IFK Norrköping angeschlossen hatte, erwartet, dass er sich in Deutschland umstellen muss. Denn qualitativ sei er durch den Wechsel eine Stufe nach oben geklettert. Seine Berater, die schwedischen Ex-Bundesligaprofis Marcus Allbäck und Martin Dahlin, hätten ihm erzählt, dass er sich hier auf mehr Kampf und Physis einstellen müsse. Sorgen macht er sich deshalb aber keine: „Wir schwedischen Spieler haben den Kampfgeist im Blut.“ Die zweite deutsche Liga hält er für besser als die erste schwedische. „Ich denke, dass Dresden und die 2. Bundesliga ein guter nächster Schritt in meiner Karriere sind.“ Hier wolle er sich weiterentwickeln, um am Ende seiner hoffentlich noch langen Karriere sagen zu können, dass er alles Mögliche für seinen Fortschritt getan hat.

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Dresden ist guter Karriereschritt

Mit guten Leistungen bei Dynamo will sich Linus Wahlqvist auch wieder für die schwedische A-Nationalmannschaft empfehlen. Der aktuelle Kapitän der U21-Auswahl der Skandinavier kickte schon sechsmal bei den „Großen“ – vor allem in Freundschaftsspielen, aber auch eine Partie in der WM-Qualifikation. Debütiert hatte er im Januar 2016 als 19-Jähriger beim 1:1 gegen Estland. Dass er für Deutschlands Gruppengegner beim Turnier in Russland letztlich doch nicht mit von der Partie war, habe ihn nicht enttäuscht. „Mikael Lustig, der hinten rechts spielt, war in der ganzen Qualifikation sehr gut“, erkennt Wahlqvist die Leistung seines Rechtsverteidiger-Kollegen von Celtic Glasgow an, rechnet sich aber zugleich Chancen auf das nächste Turnier aus. „Die EM-Qualifikation startet bald und ich hoffe, dass ich dieses Jahr gut spiele und dabei bin.“


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Über internationale Erfahrung verfügt der 21-Jährige übrigens auch aus dem Verein. Für Norrköping, in dessen Profimannschaft er vor mehr als vier Jahren debütiert hatte, kam er viermal in der Europa-League-Qualifikation sowie zweimal in der Champions-League-Qualifikation zum Einsatz. In Schwedens erster Liga und im Pokal stand er 140-mal auf dem Rasen, schoss acht Tore und bereitete zwölf weitere vor. Eine gute Bilanz für einen so jungen Außenverteidiger.

Die möchte er in Dresden nun noch mal aufpolieren. Dabei denkt er durchaus längerfristig. An der Lennéstraße unterschrieb er einen Vertrag mit vier Jahren Gültigkeit und er gehört damit aktuell zu den am längsten an Dynamo gebundenen Spielern. „Dresden hat mir ein gutes Gefühl vermittelt. Ich hoffe, dass ich ein Teil davon sein kann, wenn Dynamo den Schritt zurück in die Bundesliga macht. Das ist das, was ich in den vier Jahren erreichen will“, hat er sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, das die SGD-Fans gewiss unterschreiben würden.

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Dynamo Dresden startet am Montag, dem 6. August, in die Zweitligasaison 2018/19. Auftaktgegner auf heimischem Rasen ist der MSV Duisburg. Anpfiff 20:30 Uhr. ©

Der Wechsel an die Elbe kam dagegen relativ kurzfristig. „Der erste Kontakt war vor drei oder vier Wochen. Es ging alles sehr schnell. Weil der Saisonstart so nah ist, wollte ich hier so schnell wie möglich herkommen“, berichtet Linus Wahlqvist. Er habe mehrere Vereine zur Auswahl gehabt, berichtet er, ohne konkrete Clubs zu benennen. „Bei Dresden hatte ich das beste Gefühl. Kristian (Interims-Sport-Geschäftsführer Kristian Walter, d. Red.) und der Trainer denken über Fußball in der Art und Weise, in der ich es tue. Alles von der Stadt bis zu den Anlagen ist toll. Seitdem ich das erste Mal Dresden besucht habe, war ich positiv gestimmt.“ Vor zwei Wochen war das. Er traf sich mit Walter, Trainer Uwe Neuhaus und der gesamten Mannschaft, sah sich Stadt und Verein näher an.

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Leidenschaft für Tatoos und Trophäen

In Dresden möchte er nun gemeinsam mit seiner Verlobten Malin, die er „hoffentlich in zwei Jahren“ heiraten werde, sesshaft werden. In zwei Wochen, also etwa mit Beginn der Punktspiele, komme sie in die sächsische Landeshauptstadt zu ihm nach. „Sie hat vorher aber noch einiges zu regeln, beispielsweise mit der Arbeit“, begründet Wahlqvist, der mit dem finnischstämmigen Dänen Brian Hamalainen bei Dynamo übrigens noch einen anderen skandinavischen Neuzugang begrüßen konnte.

Mit ihm teilt er offenkundig auch eine Leidenschaft für Tätowierungen. Eine davon zeigt eine Krone mit der Jahreszahl 2015. „Sie steht für die Trophäen, den Meistertitel mit Norrköping, mein erstes Tor für Schweden. Ich hoffe, dass ich in der Zukunft noch mehr Daten hinzufügen kann“, sagt er. Vielleicht ja sogar mit Dynamo.

Interview: Stefan Schramm, Caroline Grossmann