24. Januar 2021 / 10:05 Uhr

Dynamo Dresdens Offensivduo macht gegen Kaiserslautern den Unterschied

Dynamo Dresdens Offensivduo macht gegen Kaiserslautern den Unterschied

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Philipp Hosiner schoss gegen die Pfälzer seine Saisontore sieben und acht.
Philipp Hosiner schoss gegen die Pfälzer seine Saisontore sieben und acht. © Steffen Manig
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Philipp Hosiner ist an allen vier Toren von Dynamo gegen die Roten Teufel beteiligt, Christoph Daferner an dreien.

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Dresden. In der Defensive zeigte sich Drittliga-Tabellenführer Dynamo Dresden am Sonnabend beim Rückrundenstart gegen den 1. FC Kaiserslautern ungewohnt anfällig, doch eine starke Offensivleistung machte die drei Gegentore wett und bescherte den Schwarz-Gelben einen 4:3-Erfolg. Entscheidenden Anteil daran, dass die Mannschaft zweimal einen Rückstand aufholte und dann den Lucky Punch ansetzte, hatte das Sturmduo Philipp Hosiner/Christoph Daferner. Es schoss drei der vier Tore, Hosiner war mit zwei Treffern und zwei Vorlagen sogar an allen vier Dresdner Toren beteiligt.

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“Wir haben es schon öfter bewiesen, dass es sehr gut klappt”

Das österreichisch-bayerische Duo glänzte mit hoher Laufbereitschaft, Ballsicherheit und Übersicht, harmonierte bestens und kreierte einige Chancen über die Szenen hinaus, die zu Toren führten. Während Trainer Markus Kauczinski die Abwehrleistung der Truppe kritisierte, lobte er den Angriff: “Mit dem Spiel nach vorn bin ich zufrieden.” Seine beiden Stürmer hätten ihre Sache sehr gut gemacht: “Sie sind sehr spielintelligent, arbeiten gut fürs Team. Das ist mir besonders wichtig.”

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Rassige Drittliga-Partie in Dresden: Die SG Dynamo bezwang die Gäste vom 1. FC Kaiserslautern nach 90 spannenden Minuten mit 4:3. Zur Galerie
Rassige Drittliga-Partie in Dresden: Die SG Dynamo bezwang die Gäste vom 1. FC Kaiserslautern nach 90 spannenden Minuten mit 4:3. ©

Vor allem aber wissen sie, wo der Mitspieler im Sturm hinläuft, wie er bedient werden muss, wie er selbst bedient: “Wir verstehen uns gut, haben ein blindes Verständnis”, sagt Daferner, der von Hosiner das 1:1 aufgelegt bekam, dann für Hosiner das 2:1 vorbereitete. Beim 3:3 sah der Bayer den Österreicher in der Mitte, der dann aber auf den Abschluss verzichtete und dem besser postierten Ransford-Yeboah Königsdörffer den erneuten Ausgleich auflegte. “So muss es sein”, freut sich Daferner (jetzt sechs Saisontore) über das gelungene Zusammenspiel, das auch für den Betrachter von außen schön anzusehen war.

Hosiner, der nach zwei Vorlagen und dem 2:1 in der 82. Minute auch noch das alles entscheidende 4:3 nach einer Ecke von Paul Will erzielte, freut sich ebenfalls über die Harmonie an vorderster Front: “Wir haben es schon öfter bewiesen, dass es sehr gut klappt. So kann es weitergehen, dass mal der eine knipst, dann wieder der andere.” Für ihn selbst waren es seine Saisontreffer sieben und acht, der Burgenländer ist somit auf bestem Wege, seine starke Vorjahrestrefferzahl von 19 Toren für den Chemnitzer FC zu bestätigen.


“Wenn heute die Hütte voll gewesen wäre, wären alle ausgerastet”

Ein Grund für seinen Sahnetag mag auch noch privates Glück gewesen sein: Nach dem 2:1 steckte er den Ball unter sein Trikot, den Daumen in den Mund - und jeder wusste sofort, bei Hosiners gibt es bald Nachwuchs: “Anfang Juli werde ich das erste Mal Vater”, gestand der Eisenstädter denn auch nach Spielschluss. Der Jubel nach seinem ersten Treffer gegen die Lauterer habe ihn noch mehr angespornt, fügte er hinzu. Für seinen Trainer hatte sich die starke Leistung des Toptorjägers der SGD aber schon vorher angedeutet: “,Hosi’ war auch vorher schon gefährlich, auch im letzten Spiel, da hat er nur ein wenig unglücklich agiert. Mich freut, dass seine Arbeit, die er täglich für uns macht, diesmal belohnt worden ist.”

So glücklich Hosiner über den erwarteten Familienzuwachs und seine starke Leistung auch war, so betrübte ihn doch die Abwesenheit der Fans im Stadion. Gern hätte er ihre Reaktion live miterlebt, den Moment des Sieges nach diesem irren Spiel voll ausgekostet: “Wenn heute die Hütte voll gewesen wäre, wären alle ausgerastet.” Daran hätten bei dem Winterwetter auch kalte Füße, klamme Finger und tropfende Nasen nichts geändert.