14. Januar 2020 / 19:11 Uhr

Dynamo Dresdens Patrick Ebert will es nochmal wissen

Dynamo Dresdens Patrick Ebert will es nochmal wissen

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Patrick Ebert würde das Kapitänsamt gern übernehmen.
Patrick Ebert würde das Kapitänsamt gern übernehmen. © Jochen Leimert
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Der Dynamo-Routinier hat schon genau ausgerechnet, wie die Sportgemeinschaft den Klassenerhalt schaffen kann.

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Mijas. Er weiß die Vorzüge des Klimas auf der iberischen Halbinsel zu schätzen, mag die Lebensart der Spanier, die er als Profi in der Primera Division (45 Einsätze/9 Tore) in vier Jahren kennengelernt hat – kein Wunder, dass sich Patrick Ebert in Andalusien wohlfühlt. „Man hat ein ganz anderes Gemüt, wenn man morgens aufsteht und die Sonne scheint“, sagt der 32-Jährige und ist froh, dass der kalte mitteleuropäische Winter mal für eine Woche in Vergessenheit gerät. Der frühere Spieler von Real Valladolid und von Rayo Vallecano wirkt derzeit aber nicht vollkommen entspannt: Den Routinier bewegt immer wieder die Frage, wie er mit Dynamo Dresden den Klassenerhalt schaffen kann. Da fängt der Mittelfeldspieler an zu rechnen: „Ich denke – wir haben 16 Spiele –, dass du aus vier Spielen sieben Punkte holen musst. Dann hast du 28 Punkte, bist am Ende bei 41. Das sollte das Ziel sein.“

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Josef Husbauer trainierte am Dienstagmorgen erstmals in Mijas mit Dynamo. Zur Galerie
Josef Husbauer trainierte am Dienstagmorgen erstmals in Mijas mit Dynamo. © Jochen Leimert

Kauczinski habe Dynamos Schwächen erkannt

Die Aufholjagd hält der ehemalige Bundesliga-Kicker (109 Einsätze/7 Tore für Hertha BSC) für machbar, die Entwicklung der letzten Wochen für begrüßenswert. Mit dem neuen Trainer Markus Kauczinski komme er gut klar, versichert Ebert. „Er macht das bisher sehr gut. Er redet auch viel, führt viele Einzelgespräche. So muss es meines Erachtens nach auch sein.“ Kauczinski habe Dynamos Schwächen erkannt: „Wir müssen schneller nach vorne spielen, zum Torabschluss kommen, viel besser verteidigen. Das war das Hauptproblem in der Hinrunde – dass wir vorne vielleicht 20-mal den Ball hin- und hergespielt haben, aber nicht aufs Tor geschossen haben und so auch keine Tore gemacht haben.“ Kauczinski verlange vorn mehr Effektivität, aber bei Ballverlust auch ein besseres kollektives Umschalten, „um so schnell wie möglich den Ball wieder zu erobern oder durch ein taktisches Foul den Angriff unterbinden“.

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Husbauer-Transfer gut für den Konkurrenzkampf

Dass sich Dynamo inzwischen deutlich verstärkt hat, freut Ebert, wenngleich die Konkurrenz für ihn im Mittelfeld besonders mit der Verpflichtung von Josef Husbauer gewachsen ist. „Für den Konkurrenzkampf ist das super“, sagt der Ex-Herthaner, der den Tschechen am Dienstag bei der ersten Einheit gleich genau beobachtet hat: „Er hat jetzt das erste Mal mittrainiert, erinnert mich ein bisschen an mich selbst, introvertiert und ruhig. Aber ich denke, er wird sich schnell einfinden und uns dann Stärke und Sicherheit geben. Er wirkt sehr ballsicher, damit kann er uns sehr helfen.“ Vorangehen will Ebert aber auch selbst – sogar als Kapitän, wenn ihn die Mannschaft oder Kauczinski darum bitten würde: „Klar würde ich die Binde nehmen. Ich denke, das ist eine Riesenverantwortung, weil das auch ein Riesenverein ist, aber ich mache das gerne. Dennoch brauche ich die Binde nicht, um Verantwortung zu übernehmen. Das habe ich immer gesagt und so wird es weiter sein. Ich bin vielleicht außerhalb des Platzes ruhig, aber in der Kabine oder auf dem Platz gehe ich vorneweg und sage das, was nötig ist. Ich bin keiner, der dummschwätzt, das war ich noch nie.“

In Mijas hört man ihn durchaus auf dem Platz, da treibt er seine Kollegen an. Das verlangt er auch von den anderen Spielern: „Jeder einzelne ist mehr gefordert. Vielleicht auch ein jüngerer Spieler – der muss mehr aus sich rauskommen und mehr vorneweg gehen. Wenn ich jetzt einen ,Ehleʻ sehe, der in der Hinrunde fast jedes Spiel gemacht hat – der muss jetzt auch lauter werden, zum Beispiel mehr Kommandos geben. Er kann es, ich habe ihm gesagt: Du darfst es sagen, du musst zu deinem Vordermann sagen, wenn er nicht richtig funktioniert.“

Patrick Ebert (vorn rechts) liefert sich ein Sprintduell mit René Klingenburg.
Patrick Ebert (vorn rechts) liefert sich ein Sprintduell mit René Klingenburg. © Jochen Leimert
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Eberts Zukunft im Sommer ist noch völlig offen

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Wo er künftig seinen Platz findet, das weiß Ebert noch nicht genau. Er werde aber tun, was ihm der Trainer sagt: „Wo er mich hinstellt, bin ich bereit. Ich habe am Anfang ein bisschen auf der Sechs gespielt, war die letzten beiden Tage auf der Zehn. Der Trainer macht sich sicherlich seine Gedanken und dann werden wir sehen.“ Als Spieler werde er jedenfalls nicht „rumzicken“, falls er woanders aushelfen muss: „Im Endeffekt steht der Erfolg der Mannschaft im Vordergrund.“ Und wenn Ebert stark spielt, seinen Job – auf welcher Position auch immer – gut macht, steigen mit jedem Sieg auch seine Chancen, einen neuen Vertrag zu bekommen, denn sein aktueller läuft im Sommer aus.