28. November 2020 / 10:33 Uhr

Dynamo Dresdens Paul Will hat erneut die Meisterschaft im Visier

Dynamo Dresdens Paul Will hat erneut die Meisterschaft im Visier

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamos Neuzugang Paul Will ist – wie hier gegen Saarbrückens Sebastian Jacob – immer hart am Gegenspieler dran.
Dynamos Neuzugang Paul Will ist – wie hier gegen Saarbrückens Sebastian Jacob – immer hart am Gegenspieler dran. © imago images/Eibner
Anzeige

Der 21-jährige Abräumer im Mittelfeld der Schwarz-Gelben hat ein Ziel: Er möchte erneut Drittliga-Meister werden. Da kann er auf den kommenden Gegner aus Duisburg keine Rücksicht nehmen.

Anzeige

Dresden. In der vergangenen Spielzeit verwehrte Paul Will mit der Reservemannschaft des FC Bayern München dem MSV Duisburg den angepeilten Aufstieg in die 2. Bundesliga. Jetzt möchte der 21-Jährige wieder zum Spielverderber für die Weiß-Blauen werden, denn am Sonntag (13 Uhr) will Will die „Zebras“ in deren Revier einmal mehr an die Leine legen – diesmal mit Dynamo Dresden. Mit seinem neuen Club peilt er den vierten Sieg in Folge an, um seinem großen Ziel – selbst einmal aufzusteigen – einen Schritt näher zu kommen. Und er weiß, dass er mit seinem Wunsch für den 1. Advent im Team nicht allein steht: „Jeder ist heiß, die Serie weiterzuführen.“

Anzeige

An den vorletzten Spieltag der Drittliga-Saison 2019/20 kann sich Paul Will noch gut erinnern. Da hatte er mit den Bayern-Bubis die Duisburger in München zu Gast und rang ihnen in einem engen Spiel ein 2:2 ab. „Ich habe damals linker Verteidiger gespielt. Wir waren, glaube ich, deutlich besser im Spiel, haben es aber verpasst, den Sack zuzumachen.“ So führte Duisburg von der 83. Minute an bis in die Nachspielzeit sogar 2:1, ehe Leon Dajaku in der 92. Minute noch zum 2:2 einnetzte. Ein Treffer, der bei den „Zebras“ einem Blattschuss gleichkam. „Das war die heiße Phase und für Duisburg das entscheidende Spiel, das klären sollte, ob es hoch geht oder nicht. Wir haben denen da so ein bisschen den Plan vermasselt.“

Mehr zur SG Dynamo Dresden

Dass die Profis von der Wedau in diesem Jahr aktuell andere Sorgen haben und tief im Tabellenkeller stecken, das verleitet Will aber nicht dazu, den kommenden Gegner auf die leichte Schulter, den vierten Sieg in Serie als ausgemacht zu nehmen. „Ich glaube, dass sie sehr gefährlich sind. Ein angeschlagener Boxer ist ein gefährlicher Boxer“, bekennt Will, der sich zum Glück mit dem Thema Zweikampfhärte bestens auskennt. Dass er hart einstecken und hart austeilen kann, davon konnten sich die SGD-Fans schon oft überzeugen. Er selbst liebt seine Position vor der Abwehr, wo es besonders zur Sache geht: „Ich glaube, dass es genau mein Spiel ist, viele Zweikämpfe zu führen, auf die zweiten Bälle zu gehen.“

Doch seine Robust- und Unerschrockenheit sind nicht die einzigen Vorzüge, die Trainer Markus Kauczinski an Will schätzt. Nicht ohne Grund zahlten die Dresdner 225.000 Euro Ablöse an die Bayern, um Will an die Elbe zu lotsen. „Paul ist nicht auf den Mund gefallen, deswegen kann man sich gut mit ihm unterhalten. Das ist immer sehr erkenntnisreich. Er ist ein guter Spieler, der über ein gutes Gesamtpaket verfügt, über spielerische Ruhe, über eine gute Physis, über einen guten Fuß“, erklärt Kauczinski. Potenzial in läuferischen Dingen und in der Athletik sei noch da, was man ausschöpfen könne. Wills Rüstzeug auch in Sachen Technik und Taktik sei geeignet, „um mit Dresden noch weitere Schritte zu gehen“. Die Idealposition für Will sieht der Gelsenkirchener in einer einzelnen Sechs, „aber auch auf der Doppelsechs lernt er, sich noch besser zu bewegen“.

Privat beschreibt sich Will, ein gebürtiger Hesse, weniger als Draufgänger: „Neben dem Platz bin ich eher ruhig, verbringe viel Zeit zu Hause mit der Familie, mit der Freundin.“ Gern schaut er viel Fußball, aber auch Serien auf Netflix, versucht sich in Corona-Zeiten im Kochen. Noch lieber aber steht er auf dem Platz und verfolgt sein großes Ziel: mit Dynamo den Sprung in die 2. Bundesliga zu schaffen. Denn so schön es war, den MSV zu stoppen und selbst die Drittliga-Meisterschaft zu feiern, so bitter war es, mit der Bayern-Reserve nicht aufsteigen zu dürfen. „Umso motivierter ist man natürlich, hier zu sein und zu sagen: Jetzt verteidigen wir die Meisterschaft!“