08. Juli 2021 / 12:39 Uhr

Dynamo Dresdens Talent Jonas Kühn lebt seinen Traum

Dynamo Dresdens Talent Jonas Kühn lebt seinen Traum

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Jonas Kühn
Jonas Kühn ist glücklich: Sein Berufswunsch Fußballprofi hat sich erfüllt, denn seit dem 1. Juli gilt sein Zweijahresvertrag. © Stefan Schramm
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Jonas Kühn ist nach Königsdörffer der nächste vielversprechende Kandidat aus der eigenen Jugend für die erste Mannschaft. Der junge Linksverteidiger ist seit dem 1. Juli offiziell Fußballprofi bei Dynamo Dresden. Zwar droht ihm ein weiterer Konkurrent auf seiner Position, doch er will sich durchsetzen.

Heilbad Heiligenstadt. Seit einiger Zeit setzt Dynamo Dresden verstärkt darauf, Talente aus dem eigenen Nachwuchs in die Profimannschaft zu integrieren. Vor einem Jahr gelang das mit Ransford Königsdörffer, der sich in die Stammelf spielte. Jonas Kühn ist nun der nächste vielversprechende Kandidat. Der 19-jährige Linksverteidiger kommt aus der U19 der Schwarz-Gelben und will sich nun in der 2. Bundesliga beweisen.

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Zu Zweitligazeiten war es auch, als er vor mehr als einem Jahr erstmals reinschnupperte im Profiteam der SGD und noch im alten Trainingsgelände im Großen Garten ab und zu mitmachen durfte. „Das war was ganz besonderes. Ich kannte alle vom Namen, aber persönlich noch keinen. Dann in so eine Kabine zu kommen, die einzelnen Typen auch mal außerhalb des Fußballs vom Charakter her zu sehen, ist auch mal was Schönes. Man hat zu allen hochgeguckt, hatte ja das Ziel, da oben mitzuspielen“, erinnert sich Jonas Kühn.

„Fußballer habe ich früher immer als Berufswunsch in die Poesiealben geschrieben“, sagt er. Nun hat er es geschafft, ist selbst ein Fußballprofi, lebt seinen Traum. Seit dem 1. Juli gilt sein bis 2023 laufender erster Profivertrag. Seit November trainierte er schon regelmäßig mit. Nach dem Abgang von Jonathan Meier, der nach einem Jahr Ausleihe die SGD wieder in Richtung Mainz 05 verließ, ist er einer von zwei Linksverteidigern im aktuellen Kader – auch wenn Trainer Alexander Schmidt keinen Hehl daraus macht, dass er auf dieser Position noch nach einem Neuzugang Ausschau hält.

Chris Löwe: "Weiter, als ich in seinem Alter"

Der andere Linksverteidiger ist genau wie Kühn ein Vogtländer: Chris Löwe, der mit seinen 32 Jahren schon viele Erfahrungen gesammelt hat – er wurde 2012 mit Borussia Dortmund deutscher Meister, stieg mit Huddersfield Town in England in die Premier League auf. „Man schaut auf alle Fälle zu ihm auf und sieht, was er alles erreicht hat. Das spornt einen schon an“, sagt Kühn, der vor allem den in diesem Sommer von Bayern München zu Real Madrid gewechselten David Alaba als sein Vorbild sieht und genau wie sein Idol die Rückennummer 27 auf dem Trikot trägt.

Kühn und Löwe
Chris Löwe (r.) ist auf der Karrieretreppe schon ein paar Stufen weiter oben. Dorthin will es Jonas Kühn auch schaffen. © Stefan Schramm

Chris Löwe sieht in seinem jungen vogtländischen Landsmann ein aussichtsreiches Talent: „Mit Sicherheit ist ,Kühni‘ in seinem Alter jemand, der logischerweise noch lernen muss. Aber was auch Fakt ist: Wenn ich mich mit ihm vergleichen würde, ist er jetzt weiter, als ich es in seinem Alter war. Ich war damals in der Regionalliga. Ich glaube, dass man schon sehen kann, dass er Potenzial hat. Wenn er so bleibt, wie er ist, dranbleibt und arbeitet, hat er mit Sicherheit eine Chance, dass das mit dem Profifußball etwas werden kann“, attestiert ihm der ehemalige Akteur des Chemnitzer FC.

Kühn will eine Schippe drauflegen

Vielleicht ein entscheidender Punkt: Kühn blieb lange seiner Heimat treu, entwickelte sich dort Schritt für Schritt. Er kickte noch als 16-Jähriger in Plauen für den VFC, wechselte erst 2018 zur SGD in ein Leistungszentrum. „Ich habe mich auch davor schon damit beschäftigt, es waren verschiedene Angebote da, aber ich habe mich bewusst dazu entschieden, auch die 10. Klasse in Plauen zu machen, mich darauf zu fokussieren“, berichtet der technisch gute, körperlich robuste und trotzdem läuferisch starke und schnelle Linksverteidiger.


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Willkommen bei Dynamo Dresden: Neuzugang Brandon Burrello (rechts) und Ransford Königsdörffer beim Händeschütteln. Zur Galerie
Willkommen bei Dynamo Dresden: Neuzugang Brandon Burrello (rechts) und Ransford Königsdörffer beim Händeschütteln. © Stefan Schramm

Der Wechsel nach Dresden „war kein leichter Schritt. Ich habe lange überlegt, mir wurde von Freunden, die die Stadt schon kannten, viel zugesprochen. Dann habe ich mich dazu entschlossen und bereue es auf keinen Fall. Die drei Jahre waren bisher auf alle Fälle ein voller Erfolg. Ich würde es wieder machen“, erzählt der 19-Jährige, der in Dynamos U17 und U19 eine tragende Rolle spielte und vergangene Saison vereinsintern zum besten Jugendspieler der Schwarz-Gelben erkoren wurde.

Im Frühjahr 2021 schaffte er es in Liga bzw. DFB-Pokal sechsmal in den Profikader, debütierte im April gegen den Halleschen FC und kam wenige Tage später gegen Duisburg zu einem zweiten Kurzeinsatz bei den Profis. Beim 1:0-Testspielsieg gegen Braunschweig im Rahmen des am Freitag zu Ende gehenden Trainingslagers in Heilbad Heiligenstadt stand Jonas Kühn in der Startelf, machte seine Sache gut. Ans höhere Tempo musste er sich erst mal gewöhnen. Jetzt will er eine Schippe drauflegen und den Trainer von sich überzeugen: „Ich habe jetzt zwei Jahre Vertrag und schon die ersten Minuten gespielt. Ich will mich immer weiterentwickeln und dann probieren, mich hier durchzusetzen!“