19. September 2020 / 10:40 Uhr

Dynamo Dresdens Teamleistung: Zusammen gekämpft und gewonnen

Dynamo Dresdens Teamleistung: Zusammen gekämpft und gewonnen

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Die Spieler von Dynamo Dresden haben sich beim 1:0-Sieg auf dem Betzenberg reingeschmissen und in Unterzahl drei Punkte mitgenommen. © Picture Point
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Beim 1:0-Auswärtssieg zum Drittliga-Auftakt beim 1. FC Kaiserslautern stimmte die Einstellung bei den Schwarz-Gelben. Doch die Partie auf dem Betzenberg offenbarte auch, woran sie noch arbeiten müssen.

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Kaiserslautern. In der Schlussphase konnte auch Markus Kauczinski nur noch hoffen und bangen. „Gerade gegen Ende waren meine Einflussmöglichkeiten begrenzt. Da habe ich mitgefiebert und gesehen, dass die Mannschaft drin ist, alles gibt“, sagte Dynamo Dresdens Cheftrainer nach dem nervenaufreibenden Gastspiel beim 1. FC Kaiserslautern, das die Schwarz-Gelben zum Auftakt der neuen Drittliga-Saison mit 1:0 gewannen.

„Ein bisschen Glück ist dabei, aber der Sieg ist größtenteils verdient, weil wir hier extrem gekämpft haben“, erklärte Dynamos Kapitän Sebastian Mai, der am Freitagabend bei einem Eckball per Kopf den entscheidenden Treffer (18.) erzielt hatte. In Halbzeit zwei musste er sich aber mit seinen Nebenleuten in der SGD- Defensive im Minutentakt teils wütenden Angriffen der „Roten Teufel“ erwehren – letztlich mit Erfolg. „Wir haben das sehr gut gemacht, gut gestaffelt und vor allem mit sehr viel Leidenschaft. Das ist auf jeden Fall unbezahlbar“, freute sich der gebürtige Dresdner über den geglückten Kraftakt.

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Die SG Dynamo Dresden gewinnt zum Auftakt der Drittliga-Saison 2020/21 mit 1:0 beim 1. FC Kaiserslautern. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden gewinnt zum Auftakt der Drittliga-Saison 2020/21 mit 1:0 beim 1. FC Kaiserslautern. ©

Ein Grund dafür war die geschlossene Mannschaftsleistung, die durch den schon starken Zusammenhalt des erst in diesem Sommer neu zusammengestellten Teams möglich wurde. „Wir haben uns zusammengerauft, sind in der kurzen Zeit extrem zusammengewachsen und jeder haut sich rein für den Anderen. Wir sind einfach eine geile Truppe und schwer aufzuhalten“, meinte Patrick Weihrauch, der als offensiver Mittelfeldmann auch bemerkenswerte Defensivqualitäten bewies und vom Trainer nach der Begegnung ein Lob erhalten hatte.

„Mit Ballbesitz wieder ruhiger werden“

Außenstürmer Panagiotis Vlachodimos stieß ins gleiche Horn: „Uns zeichnet aus, dass wir viele gute Typen in der Mannschaft haben. Und Spieler, die vorangehen. Gut, dass du auch so ein dreckiges Spiel gewinnst. Wir haben nicht gut gespielt, da müssen wir ehrlich sein. Aber wir haben gefightet und das war wichtig.“ Die ersten drei Punkte sind jedenfalls auf der Habenseite. Dabei waren sie diesmal wirklich lange in Gefahr, denn Dynamo agierte nach der Ampelkarte für Paul Will (43.) in der kompletten zweiten Halbzeit in Unterzahl.

„Wir haben gekämpft für den Jungen. Der hat wortwörtlich schon mal die Nase für uns hingehalten, jetzt haben wir uns als Mannschaft für ihn hingehalten“, spielte Torwart Kevin Broll auf den Nasenbeinbruch an, den sich Will im Testspiel gegen den dänischen Club HB Köge zugezogen hatte. Gerade der 25-jährige Broll, als gebürtiger Mannheimer ein Kurpfälzer, war beim Gastspiel in der Westpfalz besonders motiviert. Am kommenden Sonntag reist zu Dynamos erstem Drittliga-Heimspiel dieser Saison aus seiner Heimatstadt der SV Waldhof an, für den „Brollo“ schon als Sechsjähriger zwischen den Pfosten gestanden hatte.

Doch insgesamt gelungener Auftakt hin und her: In der Partie gegen den FCK haben die Dynamos deutlich aufgezeigt bekommen, was es in der kommenden Woche bis zu dieser Begegnung noch zu verbessern gilt. „Wir müssen daran arbeiten, dass wir mit Ballbesitz wieder ruhiger werden und dann auch mehr Entlastung schaffen. Natürlich ist das schwieriger mit einem Mann weniger, aber wir können ja Fußball spielen, haben technisch beschlagene Jungs“, schätzte Stürmer Christoph Daferner ein.

„Zuerst kommen Einstellung, Aggressivität, Mentalität“

Abwehrmann Tim Knipping sah ein mögliches Konzept für mehr Ballbesitz und gegen gegnerischen Dauerdruck darin, saubere und einfache Pässe zu spielen. „Damit wir nicht über einen langen Zeitraum hinterherlaufen müssen, sondern die Gegner müssen uns hinterherlaufen. Dann wird das auch alles einfacher“, zeigte er sich überzeugt. Aber „erstmal müssen wir das beibehalten, was wir an Leidenschaft reingehauen haben – genau denselben Willen, das Spiel auf unsere Seite zu drücken“, konnte Knipping der Leistung auf dem „Betze“ auch eine positive Seite abgewinnen.

Christoph Daferner sah das genauso: „Zuerst kommen Einstellung, Aggressivität, Mentalität. Dann kommt erst der Fußball.“ Und auch Patrick Weihrauch weiß, wie wichtig es ist, sich durchzusetzen. „Das hast du an jedem Spieltag, der Gegner will uns den Schneid abkaufen. Wir müssen unser Spiel aufdrücken, so wie wir uns das vorstellen“, forderte er von seinen Teamkameraden für die Zukunft. Schließlich hätten sie und der gesamte Verein das Ziel, möglichst direkt wiederaufzusteigen. Daferner: „Dem muss sich jeder unterordnen. Wir sind jetzt schon ein eingeschworener Haufen. Wir müssen trotzdem weitermachen, sind noch ganz am Anfang der Saison.“