02. Mai 2022 / 12:06 Uhr

Dynamo-Trainer Capretti: Relegation als Chance sehen

Dynamo-Trainer Capretti: Relegation als Chance sehen

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo-Trainer Guerino Capretti wird nicht müde, sein Team für den Saison-Endspurt aufzumuntern.
Dynamo-Trainer Guerino Capretti wird nicht müde, sein Team für den Saison-Endspurt aufzumuntern. © dpa
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Am 20. und 24. Mai muss Dynamo Dresden seine Relegationsspiele bestreiten. Trainer Guerino Capretti will die letzten beiden Liga-Spiele nutzen, um seine Mannschaft in eine gute Form zu bringen. Zudem sieht er nicht nur sein Team unter Druck, auch der Drittliga-Dritte wird selbigen verspüren.

Dresden. Mit dem späten 1:1-Ausgleichstreffer des Regensburgers Andreas Albers sind am vergangenen Sonnabend auch die letzten Hoffnungen von Dynamo Dresden, die Relegation noch abwenden zu können, zerstoben. Jetzt hat der Tabellen-16. der 2. Fußball-Bundesliga noch zwei „Vorbereitungsspiele“, dann geht es in zwei Partien am 20. und 24. Mai gegen den Dritten der 3. Liga ums Überleben in der Zweitklassigkeit. Trainer Guerino Capretti, der bei einem Scheitern wie auch Sport-Geschäftsführer Ralf Becker wohl keine Zukunft bei den Schwarz-Gelben hätte, versucht, den Erwartungsdruck im Verein in positive Energie umzuwandeln.

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In einem auf der Vereinshomepage veröffentlichten Interview bemüht sich der 40-Jährige bei aller Trauer um den erneut verpassten ersten Sieg anno 2022 um Optimismus: „Ich begreife die Relegation nicht als Last, sondern als eine große Chance. Wir können in nur zwei Spielen nachweisen, dass wir als Team in die 2. Bundesliga gehören. Außerdem können wir dank dieser zwei Partien eine unter dem Strich enttäuschende Rückrunde urplötzlich in einen guten, stimmungsvollen Saisonausgang verwandeln.“

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Capretti erinnert in dem Gespräch daran, dass Dynamo stets nur den Klassenerhalt als Saisonziel ausgegeben und nicht etwa Luftschlösser gebaut habe. So sehr überraschend könne die Relegation eigentlich für niemanden sein: „Wir sind Aufsteiger, da ist dieser Extra-Weg nicht ungewöhnlich – es liegt an uns, was wir aus dieser Chance machen. In einer Relegation werden Helden geboren. Jeder Beteiligte muss 101 Prozent für Dynamo geben.“

Schwung für die Relegation

In den jetzt noch verbleibenden Ligaspielen am Sonntag in Karlsruhe und eine Woche darauf zu Hause gegen Erzgebirge Aue will Capretti nun mit der Mannschaft das nötige Selbstvertrauen sammeln, das für die Relegation dringend gebraucht wird. 15 Spiele in Folge ohne Sieg – das hat den Glauben der Profis an die eigene Stärke zweifelsohne erschüttert. Torjäger Christoph Daferner gibt zu: „Man merkt einfach den Rucksack, den wir aufhaben. Aber jetzt müssen wir uns einfach schütteln und in Karlsruhe endlich mal einen Sieg holen.“

Capretti tüftelt bereits an der richtigen Strategie, um in den beiden Ligapartien noch einmal Schwung für die Relegation zu holen. Der Deutsch-Italiener glaubt: „Das Entscheidende wird sein, dass wir uns für diese zwei Spiele in Top-Form bringen – spielerisch, taktisch, mental. Insofern bin ich froh, dass wir noch zwei Ligapartien haben, um einerseits im Rhythmus zu bleiben und andererseits eine positive Energie aufzubauen.“

Klassenerhalt noch in eigenen Händen

Besonders dem Traditionsduell gegen die bereits abgestiegenen Auer misst Capretti eine hohe Bedeutung bei: „Am 34. Spieltag treten wir zu Hause gegen den FC Erzgebirge an. Das ist ein Derby, ein unfassbar wichtiges Spiel für die Fans und uns. In diesem Match können wir uns viel Rückenwind für die Relegation holen.“


Der Trainer erinnert auch daran, dass nicht nur die Dresdner mit einem großen Erwartungsdruck in ihrem Umfeld klarkommen müssen. Zwar haben die noch für Platz drei in Frage kommenden Drittligisten eine insgesamt erfreulichere Saison hinter sich, haben mehr Siege als Niederlagen eingefahren – doch das Erreichte sei nichts mehr wert, wenn einem Platz drei in der Relegation das Aus folgen würde: „Egal, ob der Relegationsgegner am Ende nun Braunschweig, Kaiserslautern oder 1860 München heißen wird – all diese Teams haben auch Druck, weil ihnen trotz einer guten Saison ein weiteres Jahr in der 3. Liga droht.“

Dynamo habe den Klassenerhalt immer noch in eigenen Händen: „Letztlich ist es so, dass wir mit unserer eigenen Leistung entscheiden, wer durch die offene Tür in die 2. Liga geht.“