10. März 2022 / 20:28 Uhr

Dynamo Dresdens Trainer Capretti setzt gegen St. Pauli auf den zwölften Mann

Dynamo Dresdens Trainer Capretti setzt gegen St. Pauli auf den zwölften Mann

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Guerino Capretti gibt bei Dynamos Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den FC St. Pauli Anweisungen an seine Spieler.
Guerino Capretti gibt bei Dynamos Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den FC St. Pauli Anweisungen an seine Spieler. © Steffen Manig
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Der neue Coach der Schwarz-Gelben freut sich auf sein Heimdebüt, wenngleich der Tabellendritte aus Hamburg eine große Herausforderung darstellt.

Dresden. Es ist ein ganz dicker Brocken, den Dynamo Dresden auf dem Weg runter vom Relegationsplatz am unteren Ende des Klassements beiseite schieben muss, doch Trainer Guerino Capretti schreckt die Schwere der Aufgabe gegen den Tabellendritten FC St. Pauli (Sonnabend, 13.30 Uhr) nicht. Im Gegenteil: Der Deutsch-Italiener kann sein Debüt als Chefcoach im Rudolf-Harbig-Stadion kaum erwarten. „Ich freue mich riesig auf diese Atmosphäre, die ich ja bisher – in Anführungsstrichen – nur im Fernsehen erleben durfte. Ich freue mich auf mein erstes Heimspiel, ich freue mich auf die tolle Unterstützung, auf den sogenannten zwölften Mann. Den würde ich gerne einsetzen, den brauchen wir in unserem Rücken“, gestand der 40-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem Duell gegen die in dieser Saison beachtlich aufspielenden Kiezkicker.

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St. Pauli bei Standards Paroli bieten

Dass Dynamo im Oktober in Liga und Pokal unter seinem Vorgänger Alexander Schmidt schon zweimal gegen St. Pauli verloren hat, das schreckt den neuen Mann auf dem Dresdner Trainerstuhl nicht. Man müsse die Erfahrungen aus diesen Spielen zur Vorbereitung auf das neuerliche Kräftemessen nutzen, dürfe sich aber nicht von den Ergebnissen und auch speziell dem aktuellen Tabellenstand beider Teams einschüchtern lassen. „Diese Konstellation darf für dieses Spiel gar nicht wichtig sein. Worauf wir uns fokussieren müssen, ist, dass wir unseren Matchplan umsetzen müssen“, forderte Capretti. Bei aller Notwendigkeit einer gründlichen Gegneranalyse müsse Dynamo in erster Linie an die eigenen Qualitäten glauben: „Es ist wichtig, dass wir den Blick auf uns haben. Auch wenn wir gegen ein Topteam der Liga spielen, vermutlich wieder die Favoritenrolle klar ist, wollen wir trotzdem – ähnlich wie in Bremen – auch unsere Stärke auf den Platz bringen.“

Dynamo Dresdens Trainer Capretti freut sich auf sein erstes Heimspiel.

So möchte Capretti mit den Emotionen der Fans im Rücken – alle verfügbaren 16 000 Karten sind ausverkauft – das Spiel möglichst in der gegnerischen Hälfte halten, „dort Struktur reinbringen, dort Tormöglichkeiten kreieren, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wir im Heimspiel Tore schießen“. Er wünscht sich, dass Dynamo „Wucht und Präsenz“ entwickelt, gerade bei Standards der Hamburger ganz dicht am Gegner dran ist.

Capretti weiß, dass St. Pauli gerade bei ruhenden Bällen brandgefährlich ist. Einem Zwei-Meter-Mann wie Ex-Dynamo Simon Makienok die Lufthoheit zu nehmen, das wird verdammt schwer. Wie Dynamo diese Aufgabe lösen wird, das wird spannend. Natürlich verriet Capretti nichts Näheres dazu, aber sein Trainerteam und er diskutierten diese und andere Fragen intensiv: „Das sind genau diese Herausforderungen, diese Themen, die wir im Büro besprechen, die wir vorbereiten und dann auch auf dem Platz üben.“

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„Er hat jede Trainingseinheit genutzt“

Auf St. Paulis Kopfballstärke, die Robustheit der Hamburger und die Effizienz eines Torjägers wie Guido Burgstaller (17 Saisontreffer) sei man eingestellt. „Genau auf diese Dinge werden wir achten und auch gute Lösungen dagegen finden“, versprach Capretti. Angesichts des bitteren Ausfalls von Sebastian Mai (Außenbandriss im linken Sprunggelenk) ist Dynamos Trainer besonders froh, dass der beim 1:2 in Bremen gesperrte Kapitän Yannick Stark gegen St. Pauli wieder spielberechtigt ist und auch Innenverteidiger Tim Knipping seine ersten vollen 90 Minuten nach seinem Kreuzbandriss am 4. Spieltag sehr gut überstanden hat.

Knipping habe seither im Training auch keine Abstriche machen müssen, gebe unverändert Vollgas. Der Rückkehrer sei zwar noch nicht wieder in Topform, aber auf bestem Wege zu alter Stärke: „Vor dem Spiel in Bremen war mir bewusst, dass ein Tim Knipping noch nicht bei 100 Prozent ist. Das ist ja logisch. Aber diese Präsenz, die er einfach auch hat, diese Wucht in den Zweikämpfen – die brauchten wir in diesem Spiel in Bremen.“ Der Kasseler habe im Weserstadion auch eine gute Vorstellung abgeliefert – und genau so eine Leistung brauche man auch wieder gegen St. Pauli, so Capretti.

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Ob er in diesem Spiel mit Kevin Broll noch einen anderen Leistungsträger zurück in den Spieltagskader oder gar die Startelf holen will, ließ der neue Dynamo-Übungsleiter noch offen. Der wegen einer Handfraktur die letzten fünf Spiele fehlende Mannheimer arbeite sich im Training jeden Tag heran: „Er hat jede Trainingseinheit genutzt. Man hat auch gemerkt, dass ihm das gutgetan hat. Die Entscheidung, die wir letzte Woche getroffen haben, war genau die richtige.“ Mit ihm und Torwarttrainer David Yelldell sei er in ständigem Austausch, so Capretti. Der Trainer versicherte, er sammle noch alle Infos, um kurz vor dem Spiel eine Entscheidung zu fällen, ob Broll schon sein Comeback geben darf oder Anton Mitrjuschkin erneut das Vertrauen erhält. Fakt ist: Dynamo braucht gegen einen Aufstiegsaspiranten auch zwischen den Pfosten einen Topmann.

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