30. April 2022 / 07:47 Uhr

Dynamo Dresdens Trainer Capretti: „Sind in der Bringschuld“

Dynamo Dresdens Trainer Capretti: „Sind in der Bringschuld“

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo-Tasse halbvoll oder halbleer? Trainer Guerino Capretti denkt positiv. „Abwarten, Tee trinken“ ist aber längst passé!
Dynamo-Tasse halbvoll oder halbleer? Trainer Guerino Capretti denkt positiv. „Abwarten, Tee trinken“ ist aber längst passé! © Steffen Manig
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Der Chefcoach will von seinen Spielern an diesem Sonnabend gegen Jahn Regensburg „Männerfußball“ sehen – aber dafür keine „Rucksäcke“.

Dresden. Einmal volle Kraft voraus über die komplette Spielzeit. Das ist der Traum des Guerino Capretti. Doch für Dynamo Dresdens Cheftrainer ging der in seiner fast zweimonatigen Amtszeit bislang nicht in Erfüllung. Vielleicht ja an diesem Sonnabend, wenn die Schwarz-Gelben ab 13.30 Uhr vor über 18000 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion Jahn Regensburg empfangen. Denn dann soll es nicht nur eine gute Schlussphase geben, in der aus einem 0:2 immerhin ein 2:2 wird, sondern nach 14 sieglosen Spielen in Serie endlich ein Führungstor und einen Dreier.

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„Wir haben aus den letzten 20 Minuten des Spiels gegen Düsseldorf viel Energie gezogen. Dass wir dort eine gute Mentalität gezeigt haben, daran habe ich angesetzt. Ich habe den Jungs bewusst gemacht, warum nicht von Beginn an? Das haben wir uns für dieses Spiel fest vorgenommen“, kündigt der 40-Jährige an. „Viele Spieler machen sich sehr viele Gedanken, tragen einen metaphorischen Rucksack mit sich. Erst wenn wir ein Gegentor kassieren, löst sich das Ding“, wundert er sich. Er will diese mentale Blockade entfernen, die Köpfe der Spieler freimachen.

Nur noch geringe Chance die Relegation zu vermeiden

Bei Mittelfeldmann Paul Will ist die Botschaft schon angekommen. „Den Rucksack haben wir nicht nur gedanklich auf den Sondermüll geschafft, sondern komplett abgelegt. Wir können befreit aufspielen, weil wir es sowieso nicht mehr in der eigenen Hand haben“, argumentiert der 23-Jährige. Denn Dynamos Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze beträgt acht Punkte. Mit einem Sieg gegen den Jahn würde er auf fünf Punkte schrumpfen, doch selbst dann sind noch zwei Ausrutscher der direkten Konkurrenz aus Sandhausen sowie vor allem eigene Siege notwendig, will man den Relegationsplatz noch auf den letzten Drücker verlassen.

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Entsprechend kämpferisch gibt sich Paul Will: „Wir sind zwar noch eine junge Mannschaft, die zweitjüngste der Liga. Deshalb ist es für alle hier keine einfache Situation. Aber es ist an der Zeit, Taten sprechen zu lassen. Einfach reinhauen und nicht so viel über Gefühle sprechen.“ Auch für Capretti wurde genug gefaselt: „Ich will nichts schönreden. Wir sind jetzt in der Bringschuld. Einfach spielen, machen, kämpfen, laufen“, stellt er klare Anforderungen an seine Schützlinge.

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Capretti warnt vor Gefährlichkeit der Regensburger nach Ballgewinnen

Denn auch die Oberpfälzer sind eine Truppe, die gegenhalten kann – und selbst auch einige Gegenwehr erfordert. „Sie haben eine gewisse Wucht vom Torwart bis zum Stürmer – und einen ganz klaren Plan, gegen den Ball spielen sie ein richtig gutes hohes Pressing mit einer hohen Intensität“, warnt Guerino Capretti vor den Gästen, die zudem als laufstärkste Mannschaft der Liga gelten. „Diese Truppe ist unheimlich fleißig, kann Ballgewinne erzielen und ist wirklich gefährlich. Diese Phasen müssen und werden wir überstehen. In den anderen Phasen müssen wir unsere Freiräume finden und Angriffe starten. Wir müssen Männerfußball spielen!“

Um nichts dem Zufall zu überlassen, trainierten die Dresdner Profis am Donnerstag im Rudolf-Harbig-Stadion. „Wir haben einen super Rasen dort, es ist das klassische Spieltagsfeeling. Wenn wir dann taktische Dinge trainieren, hast du auf dem Platz ein besseres Gefühl, kannst dich besser in die Situation reinversetzen als hier in der Akademie“, begründet Paul Will und lässt keinen Zweifel daran, dass nicht nur er seinem Nachnamen alle Ehre machen möchte, sondern auch seine Kollegen sich nicht hängen lassen: „Jeder gibt im Training Vollgas, ist voll fokussiert. Wir wissen, welche Stunde es geschlagen hat!“

Personalsituation leicht entspannt

Die personellen Voraussetzungen haben sich zumindest nicht weiter verschärft. Sebastian Mai fällt weiter aus, da sich seine in der Vorwoche zugezogene Muskelverletzung als schwerwiegender herausgestellt hat als erhofft. Panagiotis Vlachodimos und Kevin Ehlers haben nach ihren Verletzungen zwar mit der Mannschaft trainiert, stehen aber noch nicht zur Verfügung. Genau wie Adrian Fein, der am Donnerstag wieder ins Training eingestiegen ist. Im Kader wieder dabei ist hingegen Michael Akoto nach abgelaufener Gelbsperre.

Mit der nun fast sicheren Relegation will sich Trainer „Rino“ Capretti jedenfalls noch nicht befassen. „Erstmal müssen wir unsere Hausaufgaben gegen Regensburg machen. Alles andere wäre Nachdenken über ungelegte Eier. Wir verwenden unsere Energie in dieses Spiel!“

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