26. Februar 2017 / 15:31 Uhr

Dynamo gewinnt Sachsenderby souverän mit 4:1

Dynamo gewinnt Sachsenderby souverän mit 4:1

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamos Stefan Kutschke trifft per Kopf zum 3:0 gegen den FC Erzgebirge Aue
Dynamos Stefan Kutschke trifft per Kopf zum 3:0 gegen den FC Erzgebirge Aue © dpa
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Die Elbestädter waren im Auer Erzgebirgsstadion das klar bessere Team und siegten auch in dieser Höhe verdient. 

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Aue. Diese Taktik ist klassisch aufgegangen: Eckball auf Kutschke – Tor. Das hat gestern bei Dynamo im Sachsenderby bei Erzgebirge Aue sehr gut geklappt. Zu gut für die Veilchen, die gegen den 1,94-Meter-Mann bei Standardsituationen immer wieder auf verlorenem Posten standen. Am Ende war vor 10 000 Fans im Erzgebirgsstadion ein 4:1-Auswärtssieg auf der Anzeigetafel zu lesen, nach der ersten Halbzeit lag Dynamo 4:0 in Front – die höchste Dresdner Pausenführung in der 2. Liga. Drei der vier Tore fielen nach einem Muster.


DURCHKLICKEN: Gastspiel in Aue im Februar 2017

FC Erzgebirge Aue - SG Dynamo Dresden (1-4) (Dennis Hetzschold) (19) Zur Galerie
FC Erzgebirge Aue - SG Dynamo Dresden (1-4) (Dennis Hetzschold) (19) © Dennis Hetzschold

„Von mir aus kann das immer so gut klappen“, freute sich SGD-Trainer Uwe Neuhaus. Am Sonnabend hatte er noch mal Eckbälle trainieren lassen. Das hat sich in Aue voll ausgezahlt, wurde letztlich zum Erfolgsrezept für die Schwarz-Gelben. Den ersten Streich gab es in der 16. Spielminute: Niklas Kreuzers Eckball fand Kutschke, dessen Kopfball Martin Männel im Auer Tor zunächst parierte. Doch der Ball fiel Verteidiger Jannik Müller vor die Füße. Er zog ab, tunnelte Simon Skarlatidis, der auf der Linie stand – 1:0 für Dynamo. „Wenn man am zweiten Pfosten eingeteilt ist, muss man darauf spekulieren. Aber da hat einfach alles gepasst“, freute sich Müller über sein erstes Zweitligator.

Erste Ecke, erste richtige Chance und gleich das erste Tor. Die Schwarz-Gelben waren durch den Treffer im Aufwind. Fünf Minuten später schlugen sie erneut zu, als sie einen Fehler im Auer Spielaufbau nutzten. Verteidiger Steve Breitkreuz verlor an der Mittellinie die Kugel und dann ging in Überzahl die Post ab. Sechs Dresdner und drei „Veilchen“ rannten auf Martin Männels Tor zu. Der Pass von Andreas Lambertz erreichte Niklas Kreuzer, der den Ball zum 2:0 unhaltbar in die Maschen jagte (21.).

Wer dachte, jetzt wacht Aue auf, der irrte. Zwar brachte Trainer Pavel Dotchev mit Mario Kvesic für Louis Samson einen zweiten Stürmer, doch dieser Effekt verpuffte wirkungslos. Denn die Auer verursachten hinten wieder Eckbälle. Und damit schlug endgültig die Stunde des gebürtigen Dresdners Stefan Kutschke. In der 39. Minute schlug Philip Heise einen Eckball von der linken Seite. Kutschke, von Albert Bunjaku sträflich vernachlässigt, schraubte sich nach oben und nickte ein. „Wir haben die Schnauze voll“, schallte es anschließend aus dem Auer Fanblock. Doch sie sollte noch voller werden, denn in der Nachspielzeit der ersten Hälfte landete Marvin Stefaniaks Ecke wieder genau bei Kutschke. Breitkreuz kam zu spät, und der wuchtige Kopfball schlug zum 4:0 ein. Schiedsrichter Manuel Gräfe pfiff danach zur Pause.

Kutschke wunderte sich, dass er immer wieder so frei war. Und er habe sich dann immer wieder gewünscht: „Bitte noch eine Ecke, dass du vielleicht wieder erfolgreich sein kannst“, sagt der 28-jährige Sturmtank, dem seine Saisontreffer acht und neun gelangen. Die Hauptprobleme der Auer: Sie spielten mit Raumdeckung, waren aber im entscheidenden Moment zu unentschlossen. Und sie sind schlichtweg zu klein. Breitkreuz war der einzige Mann in Dotchevs Startelf, der über 1,85 Meter misst. Zu wenig gegen Kutschke. „Letzte Woche gegen Hannover war er noch der Depp. Es ist ja nicht so, dass er erst diese Woche gelernt hat, den Ball aufs Tor zu köpfen. Das war schon richtig stark“, zollt ihm sein Kapitän Marco Hartmann Respekt. „Die erste Halbzeit war erschreckend. Wenn ein Stefan Kutschke dreimal aus sieben, acht Metern zum Kopfball kommt, haben wir nicht viel richtig gemacht bei den Standards. Er hat die Qualität in der Luft, die Bälle so zu drücken, dass sie auch dorthin kommen, wo sie hinkommen sollen“, ärgert sich Aue-Kapitän Martin Männel. Seine Mannen betrieben in Halbzeit zwei durch Dimitrij Nazarovs Elfmeter (60.) nach Hartmanns Foul an Mario Kvesic nicht mehr als Ergebniskosmetik.