26. August 2017 / 08:50 Uhr

Dynamo: Mit Selbstkritik zurück in die Erfolgsspur

Dynamo: Mit Selbstkritik zurück in die Erfolgsspur

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamos Cheftrainer Uwe Neuhaus hat mit seiner Mannschaft in dieser Woche besonders intensiv am Zweikampfverhalten gearbeitet. 
Dynamos Cheftrainer Uwe Neuhaus hat mit seiner Mannschaft in dieser Woche besonders intensiv am Zweikampfverhalten gearbeitet.  © Dennis Hetzschold
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Die SG Dynamo Dresden strebt in Bochum Wiedergutmachung an

Dresden. So leicht bringt Uwe Neuhaus nichts aus der Fassung. Der 57 Jahre alte Westfale war zwar alles andere als angetan vom 0:4 seiner Männer gegen den SV Sandhausen, doch der Dynamo-Coach setzte bei der Aufarbeitung der höchsten Niederlage seiner Dresdner Amtszeit lieber auf leise als auf laute Töne. Anstatt er seine Truppe mit markigen Worten zusammenfaltete, sollte sie selbst erkennen, was alles schief gelaufen ist. „Er hat erst einmal gar nichts gesagt. Ich glaube, das war auch wichtig, dass er uns in Ruhe gelassen hat. Wir haben uns selbst alle an die eigene Nase gefasst. Wir wissen, was wir falsch gemacht haben und wollen das schleunigst ändern“, erklärte Linksverteidiger Philip Heise. Gelegenheit dazu haben er und seine Kameraden am Sonntag (13.30 Uhr) beim Auswärtsspiel in Bochum.

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Dass die erhoffte Rehabilitation im Ruhrstadion gelingt, dafür sieht Neuhaus durchaus positive Anzeichen. Mit der Reaktion seiner Mannschaft nach dem Debakel gegen die Sandhäuser war der Trainer einverstanden: „Die Trainingswoche war absolut zufriedenstellend.“ Die Spieler seien bei der Videoanalyse „sehr selbstkritisch“ gewesen, „von daher denke ich, dass wir uns sehr gut auf den VfL Bochum vorbereitet haben“. Gegen die Mannschaft von Trainer Ismail Atalan erwartet er ein „heißes Spiel“, denn nach dem verpatzten Saisonstart mit nur einem Punkt aus drei Spielen stehe der selbsternannte Aufstiegsaspirant schon mächtig unter Druck. Den Bochumern billigt Neuhaus, der im nahen Hattingen geboren ist und früher als Bundesliga-Profi beim Stadtrivalen Wattenscheid 09 kickte, durchaus großes spielerisches Potenzial zu. „Es ist eine Mannschaft, die mit über die meiste Qualität in der 2. Liga verfügt. Das ist definitiv Fakt“, so der Dynamo-Trainer. Sie sei „brutal offensiv ausgerichtet“. Der kommende Gegner habe sich in den ersten Spielen mit die meisten Torchancen herausgespielt, nur an deren Verwertung habe es gehapert. Ein einziges Tor, erzielt durch Jannik Bandowski beim 1:1 in Duisburg, spricht Bände. Beim 0:2 in Bielefeld habe die Atalan-Elf auch nach dem Rückstand leidenschaftlich versucht, die Partie zu drehen.

BILDER vom letzten Duell in Bochum

Dynamo Dresden war beim VfL Bochum zu Gast (5) (imago) Zur Galerie
Dynamo Dresden war beim VfL Bochum zu Gast (5) (imago) ©

Um gegen die heimstarke VfL-Truppe zu bestehen und auch das 2:4 vom März vergessen zu machen, sieht „Pipo“ Heise nur einen Weg: „Wir müssen wieder besser den Ball laufen lassen, defensiv besser stehen.“ Wenn es gelinge, die Bochumer Abwehrschwächen auszunutzen, könne man das Spiel gewinnen, glaubt der 26-Jährige. Der offensivstarke Außenverteidiger will sich zunächst einmal auf die Abwehrarbeit konzentrieren: „Zuerst muss ich meine Seite zumachen. Am Ende des Tages bin ich linker Verteidiger. Wenn das Spiel gut läuft und wir uns gut durchkombinieren, kann ich auch meine Läufe machen. Aber davor muss ich erst einmal defensiv gut stehen.“

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Durchklicken: Die Teams im statistischen Vergleich

Den besseren Saisonstart hat Dynamo erwischt. Die Neuhaus-Elf sammelte immerhin vier Punkte in drei Spielen. Zur Galerie
Den besseren Saisonstart hat Dynamo erwischt. Die Neuhaus-Elf sammelte immerhin vier Punkte in drei Spielen. ©

Nicht bei der Abwehrarbeit helfen kann Sören Gonther. Der wegen einer Außenbanddehnung pausierende Innenverteidiger konnte diese Woche noch nicht trainieren und wird zu Hause bleiben. Auch Mittelfeldspieler Niklas Hauptmann soll sich noch erholen und weiter zu Kräften kommen, damit er gegen Fürth voll angreifen kann. Dagegen sei Haris Duljevic in der Offensive durchaus eine denkbare Alternative, sagte Neuhaus. Der Bosnier mache mit jedem Tag Fortschritte, so der Coach. Er bestätigte am Rande, dass er nach der Ausleihe von Marc Wachs nach Osnabrück auch gern noch einen neuen Linksverteidiger hätte. Bis zum kommenden Donnerstag ist das Transferfenster offen.

Am Sonntag pfeift Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus (38/Langenhagen).