07. August 2018 / 10:50 Uhr

Dynamo-Trainer Neuhaus setzt wieder auf Röser - und der zahlt gegen Duisburg zurück

Dynamo-Trainer Neuhaus setzt wieder auf Röser - und der zahlt gegen Duisburg zurück

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Lucas Röser bejubelt seinen Treffer zum 1:0.
Neuhaus setzt wieder auf Röser - und der zahlt gegen Duisburg zurück © Imago
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Dresdens Torschütze zum entscheidenden 1:0 am Montagabend strahlte nach dem Abpfiff über das ganze Gesicht. Auch sein Coach wirkte zufrieden, hatte er bei der Wahl des Stürmers doch einmal mehr alles richtig gemacht.

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Dresden. Bereits im vergangenen Jahr erwischte er als Neuzugang einen Start nach Maß, schoss - frisch aus der schwäbischen Provinz gekommen - im ersten Pflichtspiel für Dynamo Dresden gleich das Goldene Tor gegen Duisburg. Ein Jahr später ließ er es wieder im MSV-Kasten krachen: Lucas Röser scheinen Auftaktspiele gegen die “Zebras” zu liegen. Der Ludwigshafener brauchte am Montagabend vor 28.733 Zuschauern im DDV-Stadion nur nicht so lange für sein entscheidendes Tor, er traf die Gestreiften aus Duisburg schon mit dem ersten Schuss in der 38. Minute ins Mark. Besser konnte die Saison für den 24 Jahre alten Pfälzer nicht beginnen. Logisch, dass der Held des Abends überglücklich war.

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Erstes Spiel, erster Sieg: Die SG Dynamo Dresden feiert gegen den MSV Duisburg einen 1:0-Erfolg und startet mit drei Punkten in die neue Zweitligasaison. Zur Galerie
Erstes Spiel, erster Sieg: Die SG Dynamo Dresden feiert gegen den MSV Duisburg einen 1:0-Erfolg und startet mit drei Punkten in die neue Zweitligasaison. ©

Sein besonderer Dank galt Philip Heise, der ihm den Ball vor seinem Tor mit einem raschen Einwurf in den Lauf gespielt hatte. Dass Trainer Uwe Neuhaus Heise die Kugel gereicht und ihn dazu ermuntert hatte, bekam der Torschütze erst gar nicht mit: “Ich weiß nicht, ob der Trainer ,Pipo' angewiesen hat. Ich habe aber gesehen, dass ,Pipo die Gelegenheit erkannt hat. Dadurch habe ich sie auch erkannt, dann lief es von alleine.” Mit der “Pille” zog Röser links auf und davon, schlug einen Haken in die Mitte und drosch sie mit rechts in die Maschen. “Es ist eigentlich typisch für mich, dass ich mir die Kugel auf meinen starken rechten Fuß lege und sie dann ins lange Eck schlenze. Diesmal habe ich mich für die kurze Ecke entschieden - es war die richtige Wahl.”

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Trainer Uwe Neuhaus freute sich, dass auch er mit Rösers Aufstellung die richtige Wahl getroffen hatte. Nachdem der Ex-Großaspacher bei ihm am Ende der vergangenen Saison keine große Rolle mehr spielte, habe er sich das Startelf-Comeback in der Vorbereitung verdient. “Letztes Jahr konnte man mit seinen neun Toren im ersten Jahr zweite Liga schon zufrieden sein, aber der Weg geht ja nicht immer steil nach oben, sondern es sind auch mal Verschnaufpausen nötig. Er hat aber in der Vorbereitung sehr hart gearbeitet, auch auf verschiedenen Positionen gespielt und sich stetig gesteigert”, begründete Neuhaus Rösers Aufstellung, während Pascal Testroet am Montag nicht einmal im Kader aufgetaucht war.

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(1) Markus Schubert: Der 20-Jährige musste gleich in der fünften Minute einen Flachschuss von Moritz Stoppelkamp parieren. Stoppelkamps Knaller in der 36. Minute abzuwehren, war deutlich schwieriger. Doch auch das gelang ihm. Schubert zeigte sich sonst sicher auch bei hohen Bällen. Ein Missverständnis mit Brian Hamalainen konnte seine gute Leistung nicht groß schmälern. Wie er Wolzes Freistoß in der 76. Minute über die Latte lenkte, war schon richtig stark. Note: 2. Zur Galerie
(1) Markus Schubert: Der 20-Jährige musste gleich in der fünften Minute einen Flachschuss von Moritz Stoppelkamp parieren. Stoppelkamps Knaller in der 36. Minute abzuwehren, war deutlich schwieriger. Doch auch das gelang ihm. Schubert zeigte sich sonst sicher auch bei hohen Bällen. Ein Missverständnis mit Brian Hamalainen konnte seine gute Leistung nicht groß schmälern. Wie er Wolzes Freistoß in der 76. Minute über die Latte lenkte, war schon richtig stark. Note: 2. ©

Röser ahnte in den Tagen vor dem scharfen Start schon, dass er diesmal wieder gute Karten haben würde. Seine Aufstellung als Mittelstürmer überraschte ihn nicht sonderlich: “So ein bisschen hat man natürlich damit gerechnet, weil wir auch gegen Aston Villa schon so gespielt haben. Unter der Woche haben wir teilweise auch so trainiert, deswegen habe ich beim Elf-gegen-elf schon gedacht, dass es so kommen wird. Ich war natürlich froh, dass es dann so geklappt hat.”

Besondere "Prämie"

In die Kabine kam Röser nach dem Spiel überraschenderweise in einem Trikot der Duisburger. Ein MSV-Profi hatte ihm trotz des erneuten Knockouts für die “Zebras” doch tatsächlich sein Shirt vermacht. Joseph-Claude Gyau, ein Wechselspieler bei den Meiderichern, hatte ihm die Prämie der besonderen Art geschenkt. Doch Röser löste das Rätsel auf: Er und Gyau kennen sich aus gemeinsamen Tagen in Hoffenheim und Großaspach. So war der Trikottausch eine faire Geste im Anschluss an ein überwiegend fair geführtes Auftaktspiel, wie es sich Röser nicht besser hätte erträumen können.

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MSV-Coach Ilia Gruev: Wie letztes Jahr haben wir 1:0 verloren, und es war auch noch derselbe Torschütze. Da kommt das uns vor wie ein Déjà-vu. Wir haben schon gewusst, dass es hier gegen eine starke Mannschaft von Uwe Neuhaus und tolle Fans nicht einfach ist. Deswegen finde ich, dass wir gut verteidigt haben. Durch eigene Fehler bei Ballbesitz haben wir uns Probleme bereitet. Zwei-, dreimal haben wir – wie es in jedem Spiel passieren kann – nicht so gut verteidigt und Dynamo hat das richtig gut ausgenutzt. Ich denke, dass wir in der zweiten Halbzeit mehr am Drücker waren, da hatten wir auch zwei klare Chancen. Es war ein ausgeglichenes Spiel, wie wir es eigentlich alle erwartet haben. Kleine Nuancen haben entschieden, Dynamo hatte heute nicht nur mehr Glück, sondern auch ein klein wenig mehr Konzentration. Zur Galerie
MSV-Coach Ilia Gruev: Wie letztes Jahr haben wir 1:0 verloren, und es war auch noch derselbe Torschütze. Da kommt das uns vor wie ein Déjà-vu. Wir haben schon gewusst, dass es hier gegen eine starke Mannschaft von Uwe Neuhaus und tolle Fans nicht einfach ist. Deswegen finde ich, dass wir gut verteidigt haben. Durch eigene Fehler bei Ballbesitz haben wir uns Probleme bereitet. Zwei-, dreimal haben wir – wie es in jedem Spiel passieren kann – nicht so gut verteidigt und Dynamo hat das richtig gut ausgenutzt. Ich denke, dass wir in der zweiten Halbzeit mehr am Drücker waren, da hatten wir auch zwei klare Chancen. Es war ein ausgeglichenes Spiel, wie wir es eigentlich alle erwartet haben. Kleine Nuancen haben entschieden, Dynamo hatte heute nicht nur mehr Glück, sondern auch ein klein wenig mehr Konzentration. ©

Jetzt fragt man sich beim Dynamo-Anhang nur: Trifft “Rösi” wie im Vorjahr auch gleich wieder im zweiten Spiel? Vor einem Jahr rettete er den Schwarz-Gelben beim FC St. Pauli mit einem Tor in der 73. Minute ein 2:2-Unentschieden. Am kommenden Sonnabend geht es aber nicht ans Hamburger Millerntor, sondern am 2. Spieltag reist Dynamo auf die Bielefelder Alm. Röser hat jedenfalls gute Chancen, dann wieder in der Startelf zu stehen. Nicht nur, weil sein Kontrahent Testroet dann vielleicht schon beim FC Erzgebirge Aue spielt.